AUSGABE: August - Oktober '07

FENG SHUI (1): DIE KRAFT DES WOHNENS NUTZEN










Manchmal fühlt man sich in einer Wohnung unwohl, ohne zu wissen warum. Erst beim genauen Hinsehen fällt vielleicht auf: Ein kantiger Tisch dominiert den Raum, Pflanzen lassen ihre Köpfe hängen, die Möbel sind muffig und passen gar nicht zusammen. Manchmal ist die Wirkung deutlicher: Ein sonniges, aufgeräumtes Zimmer wirkt einladender als eine dunkle „Rumpelbude“. In jedem Fall aber beeinflusst der Ort, an dem wir uns aufhalten, unser Wohlbefinden. Das ist der Grundgedanke von Feng Shui, der chinesischen Lehre vom Leben in Harmonie mit der Umgebung.











Doch Feng Shui geht noch weiter: Die Lehre besagt, dass Auswahl und Gestaltung einer Wohnung sämtliche Lebensbereiche beeinflussen, auch unsere Beziehungen, Erfolg und Gesundheit. Das gilt genauso für Häuser, Gärten und sogar für den Arbeitsplatz: Wer gerne in seinem Büro sitzt, bringt bessere Leistungen. In Asien gehört Feng Shui längst zum Alltag. Grundbesitzer wie Geschäftsleute konsultieren Feng-Shui-Meister, bevor sie bauen oder Räume gestalten. Auch in unserer westlichen Welt passiert das immer öfter.

Der esoterische „Beigeschmack“ täuscht: Feng Shui ist eine Jahrtausende alte Wissenschaft. Ihr Name („Wind und Wasser“) soll verdeutlichen, wie sehr der Mensch von seiner Umwelt geprägt wird, dass hinter allem eine Energiequelle steckt. Das klassische Feng Shui basiert auf mehreren Philosophiesystemen und setzt ein intensives Studium voraus, das durchaus 30 Jahre dauern kann. Daher wird hier zu Lande häufig „Neo Feng Shui“ praktiziert, eine stark verdünnte Version der echten Lehre. Doch auch damit lässt sich Einiges bewirken.



Die Wohnung als Spiegel der Persönlichkeit












Die Bagua-Methode ist im Westen besonders stark verbreitet. Dabei wird ein Raster mit neun gleichen Rechtecken über den Grundriss des Objektes gelegt (siehe Grafik). Diese Rechtecke stehen für verschiedene Lebensbereiche, zum Beispiel Familie, Wohlstand oder Beziehungen. Das Raster gilt für die gesamte Wohnung und dann noch einmal zusätzlich für jedes Zimmer. Es wird immer so angelegt, dass die untere Linie mit der Wand übereinstimmt, an der sich die Eingangstür befindet. Mit dieser Analyse lässt sich herausfinden, wo Stärken und Schwächen liegen.














Ist der Bereich „Karriere“ zum Beispiel mit Gerümpel vollgestellt, so könnte es sein, dass der Bewohner auch in seinem Leben nicht vorankommt. Und ein Kaktus in der Beziehungsecke spricht Bände... Mit gezielten Feng Shui Maßnahmen können die Bereiche positiv beeinflusst werden. Als Verstärker gelten unter anderem Spiegel, Bleikristalle und zusätzliche Lichtquellen. Ideal sind auch Gegenstände mit Symbolcharakter: Delphine im Beziehungsbereich, Zierbrunnen in der „Wohlstandsecke“, oder Fotos mit persönlichem Wert.

















Erlaubt ist, was gefällt. Im Feng Shui gilt die Wohnung als Spiegel der Persönlichkeit. Es macht keinen Sinn, einen Esoterikladen leer zu kaufen, wenn man Kristallen und Buddha-Figuren wenig abgewinnen kann. Denn auch mit moderner Kunst, schlichtem Mobiliar oder Antiquitäten kann praktiziert werden. Hier geht es um Achtsamkeit den eigenen vier Wänden gegenüber – und damit dem eigenen Leben.










Jedes Möbelstück und jeder Gegenstand sollte nicht nur seinen Zweck erfüllen, sondern auch dem Bedürfnis nach Ästhetik genügen. Wer es also warm und geborgen mag, sollte sich nicht mit kühler Designeroptik umgeben.

Fehlt ein kompletter Bereich im Baquaraster, weil der Grundriss der Wohnung nicht viereckig ist sondern unregelmäßig, kann sich das negativ auf dem entsprechenden Lebensbereich auswirken: Ist in einer Wohnung die Ecke bei „Beziehungen“ ausgespart, könnte ein Paar, das dort wohnt, ständig aneinander vorbeileben. Hier hilft ein „Verstärker“ an der angrenzenden Wand, zum Beispiel ein Spiegel, der Tiefe schafft. Ragt ein Teil der Wohnung dagegen deutlich über den Rest hinaus, handelt es sich um eine Erweiterung des Lebensbereiches. Und das gilt als förderlich.

Auch das „westliche“ Feng Shui ist ein großes Thema. Zur Wohlfühlen gehören natürlich Sauberkeit und Ordnung. Und die Bewegungsfreiheit: Möbel sollten nicht im Weg stehen. Altes Gerümpel, das niemand mehr braucht, kann belastend wirken. Das gilt auch für scharfe Kanten an Tischen oder Regalen... Es lohnt sich also, in seriösen Ratgebern zu schmökern und ein wenig im eigenen Leben „aufzuräumen“. Der angenehme Nebeneffekt: Eine Wohnung, die sich sehen lassen kann.

















...zunächst...


- Teil 2 (Ibicasa october '07):
Feng Shui-Maßnahmen beim Hausbau

- Teil 3 (Ibicasa dezember '07):
Feng Shui im Garten