EDITION: August - October 2019

Deva - „Swinging Sax“ & Klangheilung

Von Krishna Dias
Würde man den Lebensweg des Musikers, Komponisten und Therapeuten Deva in Kurzform beschreiben, würde sich das in etwa so anhören: Ich drücke mich durch die Liebe zur Musik aus, um positive Emotionen in alle Bereiche des Lebens zu tragen. Deva, der in Argentinien geboren wurde, hatte schon von Klein auf Musik in der Seele, Tausende von Zuhörern in Südamerika, Europa und Asien hat er bereits mit seiner Musik begeistert. Weltweit hat er mit berühmten Musikern und DJs auf großen Bühnen gestanden, aber seine tiefste musikalische Liebe gilt der spirituellen Klangheilung von körperlichen und emotionalen Problemen. Sein Hauptin-strument ist das Saxophon, aber er spielt auch viele andere Instrumente. Sowohl um zu unterhalten als auch zu heilen.

Deva lebt seit 15 Jahren auf Ibiza und wir haben ihn gebeten, uns ein wenig von seiner Arbeit und den Erfahrungen zu erzählen, die er durch Musik gemacht hat.

Dein Name ist speziell. Warum wirst du Deva genannt?
Es ist mein spiritueller Name. Ich habe ihn vor 20 Jahren erhalten, als ich in einer spirituellen Kommune in Indien lebte, wo ich mich mit innerer Arbeit und Meditation beschäftigt habe. Ich entschied mich, mein Innerstes vollkommen zu verändern. Den neuen Namen anzunehmen, spiegelte diese innere Verwandlung wieder. 


„Deva ist mein spiritueller Name, es spiegelt mein wahres Selbst“

Deine musikalische Laufbahn ist lang. Wie viele Instrumente spielst Du, und warum hast Du Dich für das Saxophon entschieden?
Meine Mutter ist Musiklehrerin, mein Vater Percussionist und Sänger. Ich bin in einer musikalischen Umgebung aufgewachsen und habe schon als Fünfjähriger Klavier gelernt. Mit acht lernte ich Gitarre und Singen, dazu kamen andere Instrumente wie die Flöte. Aber als ich das Saxophon kennenlernte, wusste ich, das ist mein Instrument. Es hat mich erobert.

Wie kam es, dass Du angefangen hast, Musik auf spiritueller und emotionaler Ebene zu nutzen?
Alles begann 2011 bei einer Reise nach Indien. Ich verwende unterschiedliche Instrumente, dazu gehören unter anderem Gongs, tibetische Klangschalen, Stimmgabeln, um einen Klang zu kreieren, der auf physischer und emotionaler Ebene heilen kann. Mit Klangtherapie kann man Blockaden überwinden, Schmerzen lindern und sogar Krankheiten heilen. In den vergangenen vier Jahren habe ich im Meditations- und Yogaretreat von Elena Tancredi einen Klangheilungsraum aufgebaut. Dort gibt es diverse Instrumente, die sich durch verschiedene Klänge in unglaublicher Art und Weise mit dem inneren Frieden eines Menschen verbinden können. Dieser Platz des Klanges und der Musik ist für einen akzeptablen Preis offen für alle, die eine solche Erfahrung machen möchten. Sowohl für Residenten als auch für Urlauber.



Um auf Deine Arbeit als Unterhalter zurückzukommen. Wo überall auf Ibiza spielst Du normalerweise?
Ich spiele regelmäßig in Hotels, Beach-clubs und vor allem auf privaten Partys und Hochzeiten. Im Sommer spiele ich auch bei internationalen Veranstaltungen und spirituellen Festivals. 

Was fühlst Du, wenn Du spielst?
Es ist ein Gefühl der Freude, gemischt mit Magie. Es ist eine Reise durch viele Emotionen, ich reite auf diesen Emotionen, ich vergesse die Technik und lasse die Noten fließen. Es ist eine tiefe Verbindung zur Gefühlswelt und eine Interaktion mit den Zuhörern. Ich fange die Energie ein, die sie mir übermitteln, ich bekomme ihr Feedback und gebe es ihnen zurück.



Bei all den Auftritten, die Du gemacht hast, gibt es da einen, der Dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Es gab viele. Aber an einen vor fünf Jahren erinnere ich mich besonders. Das war auf dem Roten Platz in Moskau mit 85.000 Menschen. Das war sehr intensiv. Aber eigentlich fühle ich bei allen Auftritten diese Magie. Die Interaktion mit dem Publikum und dem Klang… diese befriedigende Energie, die du fühlst, wenn du Menschen mit Musik verbindest. Auf Ibiza fühle ich diese Schwingungen im Sa Trinxa, Blue Marlin, Ushuaïa, auf privaten Partys, Festivals und an diversen anderen Orten.

Du spielst nicht nur, Du bist auch Komponist …
Ja, ich komponiere seit Jahren. Es ist eine innovative Arbeit, bei der unterschiedliche Sounds mit dem Saxophon vereint werden. Mein aktuellstes Projekt ist ein Set, das mit organischer Musik beginnt, dann werden einige Loops mit elektronischer Musik gemischt. Dazu Saxophon, Flöte und schließlich endet alles in einer totalen Klangheilung.



Warum lebst Du auf Ibiza?
Ich habe mich für Ibiza entschieden, weil ich einen natürlichen Platz gesucht habe, an dem ich meine Arbeit entwickeln kann. Bei meinem ersten Besuch wollte ich nur eine Woche bleiben, aber ich war kaum aus dem Flugzeug gestiegen, da sagte ich mir: „Das ist meine Insel. Das ist der Platz, wo ich leben möchte.“ Und ich fühlte die Resonanz der Insel, die antwortete: „Ja.“ Und alles hat sich unglaublich gut entwickelt.

Was magst Du besonders an der Insel?
Die Natur, die Schönheit der Landschaft und die Strände. Die alternativen Leute und die Möglichkeiten, die dir die Insel bietet. Diese Offenheit für alles Neue, was auf dich zukommt.

Was magst Du gar nicht?
Die oberflächliche, kommerzielle Seite der Insel, die Musik mit Drogen vermischt. Diese schafft eine Illusion von Offenheit, des Feierns und des Glücks, aber tatsächlich ist es nur Leere.

Welche Botschaft würdest Du gerne weitergeben?
Man sollte immer das verfolgen, was man liebt. Es spielt keine Rolle, wohin man gehen muss, um es zu realisieren. Wenn man das tut, kommt man sich immer näher, wird mehr zu dem, wer man wirklich ist. Alle Türen stehen uns offen, wenn wir darauf vertrauen, dass alles möglich ist und das, wovon wir träumen, auch passieren wird.

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