AUSGABE: Dezember - Februar '07

SERENDIPITY: GLÜCKLICHE FÜGUNG


GLÜCKLICHE FÜGUNG FÜR ROGER DIXON








Roger Dixon, der auf der Insel für seine farbenfrohen Ölbilder bekannt ist, hatte schon immer etwas von einem Zigeuner in sich. Er fliegt im Winter nach Kambodscha und hat dieses Mal sogar nur ein Hinflug-Ticket gekauft.




Wenn Roger über sein Projekt in Sihanoukville, einer Hafenstadt an der Küste Kambodschas, spricht, merkt man sofort, wie viel es ihm bedeutet. Viele Menschen seines Alters werden selbstzufrieden, Roger dagegen stellt sein Leben gerade vollständig um. In ein tropisches Entwicklungsland zu ziehen ist an sich schon eine Herausforderung, besonders wenn man noch dazu eine Initiave für verarmte Kinder aufbaut. Diese regierungsunabhängige Organisation heißt “Cambodian Children’s Painting Project“ (Malprojekt für kambodschanische Kinder) und entstand während seiner zweiten Reise in dieses südostasiatische Land. Roger malte am Serendipity-Strand, als einige Kinder zu ihm kamen und ihn fragten, ob sie auch malen dürften. Er merkte schnell, wie viel Vertrauen das Malen diesen Kindern aus armen Familien gab, die an den Strand kommen, um Obst und Armbänder zu verkaufen. Was so spontan begann, hat sich zu einer erfolgreichen und ernsthaften Hilfsorganisation entwickelt. Über einhundert Kinder, zwischen fünf und fünfzehn Jahren, kommen regelmäßig zum Malen und ihre Arbeiten werden in der Freiluft-Galerie am Strand ausgestellt. Die Bilder werden für 4 US$ verkauft, davon geht ein Dollar an Sokha Peng, der im Projekt mitarbeitet, ein Dollar wird für Materialien ausgegeben und zwei Dollar gehen an das Kind, das damit genug hat, um die Schulausbildung zu bezahlen oder Reis für die Familie zu kaufen. Das Projekt beschäftigt noch einen zweiten Kambodschaner Sony, der täglich eine gesunde Suppe für die Kinder kocht und sie mit Trinkwasser versorgt. Sony gibt den Kindern auch etwas von der Liebe und Aufmerksamkeit, die sie so nötig brauchen.





Roger sagt, der größte Erfolg des Projektsist, zu sehen, wie die Kinder sich verändert haben. Ihre Selbstachtung ist ungeheuer gewachsen und anstatt zu streiten, spielen sie jetzt mehr und gehen zusammen schwimmen. Malerei hat sie gelehrt, sich zu konzentrieren und es ist eine phantastische kreative Möglichkeit, sich durch Farben und Bilder auszudrücken. Ein Blick in das Kindergalerie-Gästebuch zeigt, wie gut das Projekt bei den Touristen ankommt.




Die meisten Leute, die Kambodscha bereisen, sind von der Wärme und Freundlichkeit der Einwohner beeindruckt - besonders der der Kinder. Roger ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass keinem dieser Kinder die Chancen gegeben worden sind, die wir hier im Westen bekommen. Kambodscha ist ein äußerst armesLand, das durch jahrelange Kriege und Völkermord zerstört wurde. Die neue Generation ist voller Hoffnung und Energie, aber die Bevölkerung ist so armdass Eltern sogar darauf zurückgreifen, ein Kind zu verkaufen, um etwas Bargeld zu verdienen. Hunger und Vernachlässigung lassen die Kinder zu einer leichten Beute für Ausbeutung werden, besonders an einem Ort wie Sihanoukville, der gerade einen massiven Anstiegdes Tourismus erlebt.
Roger Dixon kam 1968 nachIbiza und hat hier seit den Siebziger Jahren glücklich von seiner Malerei gelebt. Es ist nicht leicht für ihn, dieses Paradies im Mittelmeer hinter sich zu lassen, aber der Wunsch und die Berufung, sich vollkommen auf das Projekt in Kambodscha einzulassen, ist stärker. Und die Anregungen, die diese Kinder und die neue Umgebungin Asien ihm geben, zeigen sich deutlich in seinen kambodschanischen Gemälden.

Das Mal-Projekt der Kambodschanischen Kinder ist gesetzlich anerkannt und kann damit Spenden empfangen. Spenden können direkt überwiesen werden an:
CCPP, Kontonummer 10-212-009332-7, Swift Code-CABCKHPP, Cambodia-Asia-Bank, Ekreach Street, Sihanoukville, Kambodscha.

Die Adresse der Galerie ist:
CCPP, Serendipity-Strand, Sihanoukville, Kambodscha.
Rogers E-Mail: rogerthepainter@gmail.com






Eine Sammlung von Rogers Bildern kann man jeden Sonntag bei Sonnenuntergang bei Serendipity, mit Blick auf das Morna-Tal, sehen.