AUSGABE: Oktober - Dezember '06

OLIVENÖL






Olivenöl ist seit je her ein Hauptbestandteil der mediterranen Küche und das „flüssige Gold“ ist neben Weizen und Wein eines der ältesten Nahrungsmittel der Welt.

Schon vor 8000 Jahren wurde in Jericho aus wilden Oliven Öl gepresst und die Assyrer benutzen Olivenöl für ihre Öllampen. Im alten Ägypten wurde die kostbare Flüssigkeit als Grabbeilage beigegeben und schon damals wusste man es für seine hervorragenden Eigenschaften zu schätzen.








Der Olivenbaum ist eine mediterrane Kulturpflanze und ca. 97 % all dieser Bäume befinden sich im Mittelmeerraum. Hier findet auch die größte Produktion des Olivenöls statt. Spanien alleine produziert jährlich bis zu 800.000 Tonnen Olivenöl.

Dieser Baum ist ein langlebiges und anspruchsloses Gewächs. Durch sein knochiges Gehölz, seine ledrigen Blätter und sein tiefes Wurzelsystem ist er fähig, auch bei größter Trockenheit zu überleben. Seine Blütezeit ist im Sommer und die Erntezeit ist von Anfang November bis Februar. Ein Olivenbaum kann je nach Bewässerung und Düngung bis zu 100 kg Oliven erzeugen.




Die meisten Oliven, die für die Produktion von Olivenöl verwendet werden, erntet man Anfang November. Sie werden entweder mit Rüttelmaschinen von den Bäumen herunter geschüttelt und in einem darunter gelegenen Netz aufgefangen oder aber mit großer Sorgfalt von Hand gepflückt. Spätestens drei Tage nach der Ernte sollten die Oliven gepresst werden. In der traditionellen Herstellung von Olivenöl werden die Oliven erst gewaschen und dann samt Kernen im sogenannten Kollergang (der eigentlichen Mühle) durch große Mühlsteine zermahlen. Der trübe Brei aus Fruchtwasser und Fruchtfleisch wird dann auf große Matten gestrichen. Diese Matten werden übereinander gestapelt und unter hohem Druck mechanisch oder hydraulisch gepresst, unter Zugabe von kaltem Wasser.







Das Öl-Wassergemisch wird danach in Zentrifugen getrennt, um das Öl heraus zu filtern. Dieses Öl nennt man „Extra Virgen“, wenn es die höchste Qualitäts- und Geschmacksstufe erreicht. Ansonsten nennt man es „Virgen“. Die Reste können dann ein zweites oder sogar ein drittes Mal gepresst werden. Dabei fügt man warmes anstatt kaltes Wasser hinzu, um mehr Öl zu erhalten. Dieses nennt man dann nur Olivenöl. Oft wird es jedoch mit einer kleinen Menge von Virgen oder Extra Virgen gemischt. Aus der letzten Pressung, unter Zugabe von chemischen Produkten, entsteht das sogenannte Rest-Öl.











Das „grüne Gold“ des Südens ist nicht nur einzigartig in seinem Geschmack und hat dadurch seinen Weg in viele Haushalte gefunden, es ist außerdem noch sehr gesund. Durch seine ungesättigten Fettsäuren kann es bei täglichem Verzehr gegen Herz- Kreislauferkrankungen und sogar Krebs vorbeugen. Ganz im Gegensatz zu tierischen Fetten, die einen hohen Colesterinanteil haben. Olivenöl besitzt viele wertvolle Mineralien wie Phosphor, Magnesium, Kalium und Kalzium. Des weiteren verfügt es über verschiedene Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink und Jod. Auch ist diese Essenz reich an Vitamin A und E, was es zu einem wertvollen Bestandteil für die Kosmetikindustrie macht, da es sehr pflegend auf Haut und Haar wirkt.
So ist es kein Wunder, dass Olivenöl so viel Achtung und Verwendung in vielen Teilen der Welt findet.