AUSGABE: Oktober - Dezember '06

NUTZUNG DES WASSERS

Vicente Cleries



 






Wenn wir über Gärten nachdenken, müssen wir immer mit bedenken, wieviel Wasser sie im Sommer verbrauchen, während es im Winter meistens nicht notwendig ist, sie zu bewässern.

Ich verstehe unter voller Nutzung des Wassers, dass man vermeidet, es fließen zu lassen. Fließendes Wasser kann von den Pflanzen nicht genutzt werden. Wenn man einmal darauf achtet, merkt man, dass das Wasser bei starkem Regen nicht in den Erdboden eindringt, bei schwachem Regen sickert das Wasser jedoch durch und erreicht eine Tiefe bis zu einem Meter oder mehr, je nach Regendauer.
Dieser Theorie folgend können wir also Tropf-Bewässerungsanlagen einsetzen, die 2-4 Liter Wasser pro Stunde verbrauchen. Denn so können die Pflanzen das Wasser aufnehmen.
















Je nach Pflanzenart werden wir länger, aber seltener bewässern müssen bei Pflanzen mitsehr tiefen Wurzeln, wie sie große Bäume haben Bei kleineren Pflanzen, deren Wurzeln kürzer sind benötigen wir weniger Zeit, müssen jedoch öfter gießen.




Auch gibt es ein Sensorensystem, das auf Regen reagiert und so wird die programmierte Bewässerung nicht in Gang gesetzt, wenn es regnet.




Die Bewässerungszeit beim Tropfsystem hängt davon ab, ob der Boden eher sandig oder tonhaltig ist. Sandige Böden verlieren schneller Feuchtigkeit an der Oberfläche, aber behalten sie länger in der Tiefe. Sie hängt auch vom Gefälle ab, weiter oben trocknet es immer schneller aus als weiter unten. Außerdem spielt es eine Rolle, ob das Gelände schattig oder aber der Sonne ausgesetzt ist.







Ich besichtige viele Gärten und finde ganz unterschiedliche Situationen vor. Manchmal möchten der Gärtner oder Besitzer so viel gießen, dass ich es als Verschwendung betrachte. Ein anderes Mal sind die Bewässerungssysteme so unregelmäßig angebracht, dass nur ein Teil des Bodens in der Umgebung der Pflanze bewässert wird. Zum Beispiel wird nur der halbe Baum gegossen und das zieht Probleme nach sich. Oder die Tropfsysteme sind so alt und von Kalk verstopft, die Schläuche sind undicht durch gebrochene Stellen, Wasser entweicht und so wird nicht genügend bewässert. Es ist notwendig die gesamte Anlage am Anfang der Saison (im März) zu kontrollieren und in Stand zu setzen.

Was das Wässern von Blumentöpfen betrifft, gilt folgendes: Wenn beim Gießen das Wasser durch die Blumentopfwände oder die Öffnung am Boden entweicht, verbrauchen wir Wasser ohne es zu nutzen, denn die Pflanze, beziehungsweise die Erde kann das Wasser nicht genügend aufnehmen. In diesem Fall müssen wir die Erde auflockern und mit Rinde oder Kies bedecken, damit das Wasser beim Gießen nicht so schnell entweicht. Andererseits ist es natürlich gut, dass das überschüssige Wasser durch die Bodenöffnung abfließt.
Wenn wir sinnvolle Kriterien bei der Bewässerung von Gärten und Blumentöpfen berücksichtigen, bemerkt man, dass der Wasserverbrauch nicht so hoch ist. Mit etwas gesundem Menschenverstand werden wir umweltbewusster handeln.