AUSGABE: August - September '06

CAPOEIRA











Kampfeskunst?

Sport?

Tanz? Kampf?

Kultur?

Akrobatik?












Capoeira gehört zu den Kampfsportarten, die in den letzten Jahren den meisten Zuwachs verzeichnen konnten. Seine Tauglichkeit zur Selbstverteidigung, gepaart mit einer offensichtlichen visuellen Attraktivität bewirkt, dass immer mehr Jugendliche sich für diesen Sport interessieren.










Seine Wurzeln hat Capoeira im afrikanischen Angola, und man kann es bis zu den Zeiten der großen Seefahrer im 16. Jdht zurückverfolgen, als Brasilien unter portugiesischer Herrschaft stand. Die nach Brasilien verschleppten afrikanischen Sklaven mussten diese Kampfart als Tanz tarnen, um keinen Verdacht zu schöpfen, denn unter den Portugiesen waren Raufereien und jede Art Sport verboten. Es wurde zu einer Form des Kampfes gegen die Unterdrücker: Ein Symbol der Freiheit.







Die Musik gibt die Spielweise (jogo) zwischen beiden Gegnern vor, um die Geschicklichkeit im Kampf in einem fröhlichen und animierenden Kreis aufzuzeigen. Für den Körper ist es eine aerobische Übung, die große Ausdauer und Koordinationsfähigkeit abverlangt; für den Kopf dagegen ist es eine Art mentalen Fitnesstrainings, da die beiden Capoeira-Kämpfer improvisieren und bei einem Angriff blitzschnell reagieren müssen. Für den Geist ist es eine Annäherung an die Seele des Negersklaven in Rückbesinnung an die Mutter Afrika.

















Daher ist Capoeira die einzige Kampfsportart, bei der man mit seinem Gegner mit den Beinen ficht und gleichzeitig tanzt, springt und singt.
Die seinerzeit verbotene Kunst wurde in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zum brasilianischen Nationalsport erhoben. Heute ist sie Teil des Sportunterrichts der Grund- und weiterführenden Schulen und Universitäten in Brasilien.



 
 
 
 




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