AUSGABE: April - Juni 2018

Delphine Tempels: Von der Schauspielerin zur Schmuckdesignerin

Von Krishna Dias
Die Leidenschaft für die Kunst und das kreative Schaffen waren im Leben der Schauspielerin und Schmuckdesignerin Delphine Tempels, die in Belgien geboren wurde und vor zwölf Jahren nach Spanien kam, schon immer wichtig. Sie trat im Theater auf, war im TV und in Kinofilmen zu sehen, sie hatte ein aktives und befriedigendes Leben als Schauspielerin, aber am großartigsten war es für sie, sich als Schmuckdesignerin zu verwirklichen. Sie ist Schöpferin der Schmuckmarke Maison Del Tempels, die sich durch die Einzigartigkeit der Kollektionen und die beeindruckenden Formen und Details auszeichnet. Gerade vor kurzem wurden einige ihrer Kreationen von Schauspielerinnen bei der Goya-Verleihung getragen, und eines ihrer Schmuckstücke erhielt den ersten Preis des Schmuck- und Goldschmiedeverbands „Instituto Gemológico Español“. Die Schauspielerin hat uns mehr über ihr Leben verraten und uns erzählt, wie sie damit begann, ihre Gefühle in der Schmuckgestaltung auszudrücken.

Wie hat sich dieser Wandel von der Schauspielerin zur Schmuckdesignerin vollzogen?
Tatsächlich haben beide Dinge etwas gemein. Mit dem Schmuckdesign habe ich in einer Phase begonnen, in der ich zwischen meinen Engagements als Schauspielerin Zeit hatte. Ich bin eine sehr aktive Person, ich muss Dinge kreieren, meine Energie in die Kunst fließen lassen. Deshalb suchte ich nach einer Beschäftigung, in der ich meine Kreativität verwirklichen konnte. Also habe ich einfach damit angefangen, Schmuck-Skulpturen zu entwerfen. Das war vor vier Jahren, und seitdem habe ich immer weitergemacht und die Marke Maison Del Tempels ins Leben gerufen.


Du hast an vielen Events und Ausstellungen teilgenommen und dort deine Schmuckstücke präsentiert. Die Kritiken waren positiv, Du hast Preise gewonnen. Welches waren die aktuellsten?
2016 habe ich meine Kollektion in der belgischen Botschaft in Madrid gezeigt. Und im vergangenen Jahr war sie bei der „ExpoGema“ zu sehen, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des „Instituto Gemológico Español“ organisiert wurde. Mein Armband „Viaje a la Luna“ gewann den ersten Preis.

Inwieweit beeinflusst Deine Erfahrung als Schauspielerin Deine Arbeit als Schmuckdesignerin?
Meine Ausbildung beim Schauspiellehrer Juan Carlos Corazza hat meine künstlerische Sichtweise geprägt und mein Auge geschult. Gleichzeitig habe ich etwas über die Schauspielkunst und über mich gelernt. Bei meiner Arbeit als Schmuckdesignerin verfolge ich dieselbe Linie, der ich auch als Schauspielerin gefolgt bin: Ich öffne meinen Geist, mein Herz und meine Impulsivität für das künstlerische Schaffen.


Deine neue Kollektion heißt „Pitiusas“, es sind Stücke, die von Ibiza und Formentera inspiriert sind. Erzähle uns mehr darüber.
Die Inseln inspirieren mich, vor allem Ibiza, wo ich mich zuhause fühle. Auch der Umzug von Madrid nach Ibiza hatte einen Einfluss. Diese Kollektion hat zudem mit Zeit zu tun, und natürlich ist ihr Name die Hauptinspiration, aber eine Rolle spielt auch meine neue Lebensphilosophie. Einfacher gesagt: Ich benötige Zeit für meine Kreativität, jedes Stück ist aufgrund der winzigen Details sehr arbeitsaufwändig. Während der Schaffensphase inspiriere ich mich am Meer, an Korallen, Tropfen oder Formen. Es handelt sich um besondere Schmuckstücke, die mit Leidenschaft und Fingerspitzengefühl entstehen. Ich versuche immer, mich vollständig auf meine Arbeit einzulassen. Manchmal feile ich stundenlang an Details, ich habe einen gewissen Hang zum Perfektionismus (lacht). Meist höre ich in meinem Atelier klassische Musik, gerne Klavier und Violine, und ich lasse mich von meiner Inspiration treiben. Auch die Natur begeistert und inspiriert mich sehr. Ich kann stundenlang aufs Meer schauen.

Hast Du nach dem Erfolg deiner letzten Kreation schon ein neues Projekt im Kopf?
Ich arbeite an einer neuen Kollektion. Ich sage Kollektion, weil ich dabei einem Thema folge, obwohl jedes Schmuckstück natürlich einzigartig ist. Diese neue Linie hat eine magische Inspiration. Ich fokussiere mich auf den Tag und die Nacht, deren Licht und Schatten. Es sind vielseitige Stücke, frisch wie der Tag oder mit diesem speziellen Glanz der Nacht. Zudem plane ich in diesem Jahr eine Ausstellung auf Ibiza.


Warum Ibiza, warum wolltest Du auf der Insel leben?
Ich wollte meinen Lebensstil verändern, mich etwas von der Welt des Show-Business entfernen und mich der Kunst und der Schmuckkreation widmen. Hier habe ich mehr Zeit für Kreativität, kann mich besser auf meine Arbeit als Designerin einlassen. Hinzu kommt, dass die Insel so besonders ist. Sie hat eine sehr intensive Energie, die Natur ist herrlich und hier leben Menschen aus der ganzen Welt. Ibiza ist einzigartig! Ich habe mich gleich beim ersten Mal in die Insel verliebt. Hier empfinde ich Frieden und fühle ich mich zuhause.