AUSGABE: Februar - April 2018

Die seltsame Welt der Quantenphysik

Von Jerry Brownstein
Viele Dinge, die wir in unserem alltäglichen Leben als völlig selbstverständlich ansehen, wären ohne die Entdeckungen der vergangenen hundert Jahre, die wir als „neue“ Physik bezeichnen, nicht möglich. Nuklearenergie, Laser, Computer, Satelliten, Handys und Magnetresonanztomografie sowie andere moderne Technologien sind ein Ergebnis der Quantenphysik. Zu verstehen, wie all das funktioniert, ist eine Herausforderung. Die gute Nachricht ist, dass man die grundsätzlichen Prinzipien leicht begreifen kann, wenn man wissenschaftlichen Jargon vermeidet und sich nicht darauf versteift, komplexe Experimente zu beschreiben. Also, versuchen wir es.

Die traditionelle „alte“ Physik wurde von Isaac Newton und anderen seiner Kollegen Ende des 17. Jahrhunderts erschaffen. Sie erledigten einen bemerkenswerten Job, als sie uns beschrieben, wie unsere materielle Welt im Rahmen fester Gesetze funktioniert, die vom Fallen eines Apfels bis hin zu den Bewegungen der Galaxien im Universum reichen. Die Newtonsche Sicht der Physik war so erfolgreich, dass man es als allgemeingültige Tatsache akzeptierte, dass die Welt ein großes mechanisches System ist, das durch diese Bewegungsgesetze bestimmt wird. Die elementaren Bausteine dieses mechanischen Universums nannte man Atome, man nahm sie als dichte Bälle von Materie wahr. Aber mit der Verbesserung der Messtechniken, erkannte man, dass es sich bei den Atomen nicht um feststoffliche Objekte handelte, sondern um kleine Solarsysteme, in denen Elektronen einen Kern umkreisen – ebenso wie Planeten ihre Runden um die Sonne drehen. Aber auch diese Betrachtungsweise erwies sich als verfrüht: Denn wenn man die Zusammensetzung eines Atoms noch genauer betrachtet, stellt man fest, dass diese fast nur aus „leerem Raum“ bestehen.

Tatsächlich haben die Atome, aus denen unser Universum besteht, virtuell betrachtet keine Masse. Sie sind zu 99,999999% leerer Raum. Lassen Sie diesen Gedanken einen Moment sacken, denn es handelt sich um die erstaunlichste Information, die Sie jemals hören werden. Um Ihnen eine Vorstellung zu verschaffen: Hätte ein Atom die Größe einer gigantischen Kathedrale, hätte der Kern, der die Masse repräsentiert, die Größe eines Sandkorns! Die Elektronen, die diesen winzigen Kern umkreisen, wären zu vergleichen mit Staubpartikeln, die auf Deckenhöhe der Kathedrale schweben. Der gesamte Rest wäre leerer Raum. Als die Wissenschaft sich nun intensiver mit der Natur der Materie beschäftigte, um die Bausteine der Newtonschen Welt zu finden, entdeckten die Experten eine seltsame und geheimnisvolle Welt, mit winzigen Flecken Materie, die von weitem leeren Raum umgeben waren. So wurde die Wissenschaft der Quantenphysik geboren, die zu verstehen versucht, wie die Welt funktioniert. Einfach durch die Untersuchung dieser winzigen Komponenten, aus denen sich unser gesamtes Universum zusammensetzt.

Es würde über den Rahmen dieses Artikels hinausgehen, die Welt der Quantenphysik komplett erklären zu wollen. Selbst einige der größten Physiker der Geschichte sind bereits zu dem Schluss gekommen, dass dies fast unmöglich ist.

„Wer denkt, er verstehe die Quantenmechanik, der versteht die Quantenmechanik nicht.”
Richard Feynman

„Jeder, der nicht von der Quantentheorie
schockiert ist, hat sie nicht verstanden.“
Niels Bohr
Das hört sich zunächst entmutigend an, doch die Grundbegriffe der Quantenphysik sind relativ einfach zu begreifen.

1) Alles ist Energie

Berücksichtigt man, dass Atome fast ausschließlich aus leerem Raum bestehen, wie kann es dann sein, dass Dinge sich verhalten als seien sie feststofflich, obwohl es keine reale Masse gibt? Die Antwort ist, dass der „leere Raum“ jedes Atoms mit ENERGIE gefüllt ist. Diese subatomare Energie ist in ständiger Schwingung, wodurch eine kraftvolle Spindelbewegung entsteht, wie beispielsweise bei kleinen Tornados. Darum fühlen sich Dinge fest an, und man kann nicht mit der Hand durch eine Wand greifen. Die Energieschwingungen der Atome in unserer Hand werden von den Energieschwingungen der Atome aufgehalten, aus denen die Wand besteht. Dies erklärt, warum Dinge in unserer materiellen Welt fest sind, aber warum sehen sie aus, wie sie aussehen? Wenn die Atome in einer Blume keine materielle Masse haben, warum ist sie so schön und duftet so süß?


Weil die schwingende ENERGIE in den Atomen verschlüsselte INFORMATIONEN enthält. Wenn Sie auf eine Blume (oder etwas anderes) schauen, blicken Sie eigentlich nur auf den leeren Raum ihrer Atome. Aber unser Gehirn, das wie ein Computer funktioniert, kann diese Information in den Atomen der Blume interpretieren und ihnen eine „sichbare“ physische Form verleihen. Die Blume besteht aus „leerem“ Raum, aber die in diesem Raum enthaltenen Informationen werden vom Gehirn als die schöne Blume gedeutet, die Sie sehen.

2) Welle-Teilchen-Dualismus

Die subatomaren Einheiten, aus denen Atome bestehen (Elektronen, Neutronen etc.), können entweder als deutliches Partikel oder als formlose Energiewelle erscheinen. Wenn etwas in einer Wellenform ist, hat es keine definitive Existenz; es repräsentiert lediglich eine unendliche Menge an Möglichkeiten, wie und wo es existieren könnte. Eine messbare Existenz hat es nur, wenn es die Partikelform wählt. Folgen Sie mir, denn das bringt uns zum …

3) Beobachtungs-Effekt

OK, jetzt wird es wirklich bizarr. Wir gehen also davon aus, dass die Basis jeglicher Materie nicht greifbare Quantenenergie ist, die wie wellenartige Möglichkeiten ohne definitive materielle Existenz herumschwirrt. Aber sie hat diese geisterhafte Form nur, wenn sie nicht betrachtet wird. Wenn sie beobachtet wird, oder ein Wissenschaftler sie zu messen versucht, verschwindet diese unbestimmte Wellenform – und sie wird zu einem realen Partikel an einem bestimmbaren Platz. In anderen Worten: Auf subatomarer Ebene bringt man etwas in die materielle Welt, sobald man sein Bewusstsein darauf richtet.

4) Quantum-Verknüpfung

Hierbei handelt es sich um eine seltsame Sache, die Einstein als „geisterhafte Aktivität auf Distanz“ bezeichnete. Auf einfachste Art und Weise ausgedrückt, bedeutet dies: Wenn sich subatomare Partikel vermischen, verknüpfen sie sich miteinander und formen eine permanente Bindung. Sobald dies geschehen ist, wird alles, was einem dieser Partikel widerfährt, sofort auch von allen anderen wahrgenommen. Egal, wie groß die Entfernung zwischen ihnen ist. Verknüpfte Partikel können Tausende von Kilometern entfernt sein, aber würden sie eines von ihnen zwicken, würden auch die anderen im gleichen Moment springen.

Die Bell-Theorie geht sogar noch einen großen Schritt weiter, indem sie erklärt, dass diese verbundene Matrix nicht nur auf der Quanten-Ebene existiert, sondern auch auf der Makroebene der Menschen, der Orte und Dinge. Dies belegt wissenschaftlich, dass wir alle durch unser Bewusstsein als eine Einheit verbunden sind, vom kleinstem Teil unseres Seins bis in die entferntesten Bereiche des Kosmos... Aber dieses Thema ist für einen anderen Tag.