AUSGABE: Juni - August 2018

IPF: Unsere Umwelt schützen

Von Jerry Brownstein
Der Ibiza Preservation Fund (IPF) darf stolz auf das sein, was er in den ersten zehn Jahren seines Bestehens in Umweltschutzthemen erreicht hat. Gemeinsam mit Partnern aus allen Gesellschaftsschichten konnten auf der Insel Fortschritte im Naturschutz und in der Verbesserung der Nachhaltigkeit verzeichnet werden. Sandra Benbeniste, die geschäftsführende Direktorin des IPF, war und ist die treibende Kraft, die für den Erfolg der Organisation verantwortlich ist. Unter ihrer Führung hat der IPF ein sehr effektives Konzept entwickelt, um positive Veränderungen herbeizuführen. Ziel der Organisation ist nicht, die Umweltprobleme der Insel in Eigenregie zu lösen, was weder praktisch umsetzbar noch zukunftsfähig wäre, sondern ein System zu entwickeln, um all diejenigen, die etwas für den Umweltschutz auf der Insel tun wollen, zu unterstützen, sie zu ermutigen und ihnen bei der Organisation von Aktivitäten zu helfen.

Nach diesem Modell wurde auch eines der wichtigsten Programme des IPF ins Leben gerufen: die Gründung und Etablierung der Alianza Mar Blava im Jahr 2013. Viele unterschiedliche Gruppen waren gegen das Öl-Explorationsprojekt vor der Küste Ibizas, aber der Widerstand war nicht koordiniert. Die Gruppen, die gegen das Projekt kämpften, mussten deshalb zusammengeführt werden. Der IPF übernahm eine wichtige Rolle bei der Gründung der Alianza Mar Blava (Blaues Meer) und diente als Dachorganisation, in der sich die Protestler vereinen konnten. Der Widerstand wuchs, als die Insulaner ihre Stimme erhoben, sich Demonstrationen anschlossen und sich an Unterschriftenaktionen beteiligten, die von der Alianza Mar Blava und anderen Organisationen unermüdlich organisiert wurden. Letztendlich wurde das Projekt eingestellt, und seitdem hat die Alianza bereits vier Öl- und Gasprojekte stoppen können, die in den Gewässern der Insel geplant waren. Zudem konnte der IPF dazu beitragen, in den Gewässern der Balearen einen Schutzkorridor für Wale und Delfine zu etablieren.

Doch wie in einem üblen Horrorfilm, in dem das Monster, von dem du glaubtest es besiegt zu haben, zurückkehrt, ist die Bedrohung durch ein neues Explorationsprojekt einmal mehr akut. In diesem Fall nutzen die Ölkonzerne ein Schlupfloch in den Umweltschutzgesetzen, um sich durch die Hintertür in unsere Gewässer zu schleichen. Konkret kommt die Gefahr in Gestalt einer vermeintlichen wissenschaftlichen Untersuchung daher, die MedSalt-2 heißt. Will ein Ölkonzern eine Studie mit Schalldruckkanonen sogenannte Airgun-Tests für wirtschaftliche Zwecke machen, muss zuvor eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Beim ersten vereitelten Projekt wurde nach dieser Studie entschieden, dass die Gefahren für die Meereswelt zu groß gewesen wären, woraufhin das Projekt eingestellt wurde. Wenn Airgun-Tests aber als wissenschaftliche Forschung deklariert werden, ist nur eine vereinfachte Umweltverträglichkeitsstudie notwendig. Aus diesem Grund wird in diesem Fall behauptet, dass es sich um rein wissenschaftliche Interessen handelt. Letztendlich nur, damit die spanische Regierung genau das tun kann, was sie beim ersten Mal tun wollte.

Beim MedSalt-2-Projekt sollen die gleichen Airgun-Tests durchgeführt werden, die auch beim ersten Projekt geplant waren. Und es ist bereits erwiesen, dass diese eine große Gefahr für die Meeresfauna und -flora darstellen. Doch der Umweltschutzstandard wurde durch den Trick, die seismische Kampagne als wissenschaftliche Studie zu deklarieren, gesenkt. Es liegt auf der Hand, dass Öl- und Gaskonzerne hinter dem Projekt stehen, und sollten diese die kostbaren Rohstoffe tatsächlich finden, werden sie auch mit der Förderung beginnen. Der IPF hat in Zusammenarbeit mit der Alianza Mar Blava einmal mehr die Kräfte gebündelt, um die Madrider Regierung dazu zu bringen, diese Umweltschutzverletzung zu stoppen. Ibiza Dice No!

Der IPF versucht auch, Lösungen für das wachsende Wasserproblem auf der Insel zu finden. Ausreichend Trinkwasser zu haben, war auf Ibiza schon immer ein Problem, doch in den vergangenen Jahren, hat sich die Lage noch verschlimmert. Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat sich der Wasserverbrauch in der Tourismussaison erhöht, so dass die Grundwasserreserven (aquifers) dermaßen erschöpft sind, dass die natürlichen Niederschläge nicht ausreichen, um den Pegel wieder steigen zu lassen. Im Jahr 2015 hat der IPF eine Studie zur Wassersituation unterstützt, die von der Balearen-Universität koordiniert wurde. Die Untersuchungen bestätigten, dass das Grundwasser durch Überausbeutung stark mit Meerwasser versetzt ist. Empfehlungen für einen besseren Umgang mit dem kostbaren Nass wurden gegeben. Dem Modell der Alianza Mar Blava folgend, half der IPF 2016 bei der Gründung der Alianza por el Agua, die nach Lösungen für den Wassermangel auf Ibiza und Formentera sucht. In der Dachorganisation vereinten sich mehr als 30 Interessengruppen, darunter öffentliche Institutionen, Tourismus- und Geschäftsverbände, lokale Umweltschutzgruppen und Landwirte.

Neben diesen beiden Hauptprojekten, kümmert sich der IPF um zahlreiche weitere wichtige Umweltthemen. 2017 koordinierten sie eine große Belastbarkeitsstudie, in der zukunftsorientierte Nachhaltigkeitsindikatoren für die Inseln festgelegt wurden, die als Basis für künftige Aktivitäten dienen sollen. Dabei ist die Umstellung auf Solarenergie und Elektrofahrzeuge ein wesentlicher Aspekt. Der Stromverbrauch ist im vergangenen Jahrzehnt um fast 70 Prozent gestiegen, trotzdem nutzen wir die etwa 300 Sonnentage, die wir auf der Insel genießen, nur minimal. Selbst in Deutschland, wo die Sonne nur selten scheint, ist man in der Lage, eine beachtliche Menge an Solarstrom zu erzeugen. Das Potential auf Ibiza ist also enorm. Der IPF hat eine Studie finanziert und Foren ins Leben gerufen, um eine Debatte anzuregen und Initiativen zu unterstützen, die sich für eine hundertprozentige Umstellung auf nachhaltige Energieressourcen einsetzen.

Hier noch einige andere Projekte, die der IPF koordiniert: Der Massentourismus lässt die Müllberge wachsen, und das derzeitige System reicht nicht aus, um das Abfallproblem zu bewältigen. Obendrein werden in der Hochsaison immer noch ungeklärte Abwässer ins Meer gepumpt. Auch Waldbrände sind ein allgegenwärtiges Risiko, auf das die Bevölkerung immer wieder aufmerksam gemacht werden muss. Die Küste und das Inselinnere vor einer Überentwicklung zu bewahren, ist eine weitere wichtige Herausforderung. Dazu gehört auch die Notwendigkeit, die Seegraswiesen (Posidonia) zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützte der IPF die Kreation eines Meeresschutzgebiets im Umfeld von Tagomago. Bei dieser Initiative arbeitete der IPF eng mit den Inselinstitutionen, mit Fischern, Umweltschutzorganisationen, Nautik-Unternehmen und dem Tourismussektor zusammen. Der IPF ist immer bereit, innovative und praktische Lösungen für den Schutz unserer geliebten Insel zu finden, und Projekte zu unterstützen und anzuregen, die Umwelt und Natur respektieren.

Weitere Informationen auf der Website:
www.ibizapreservationfund.org •