AUSGABE 83: Juni - August 2017

Die Kraft der Kristalle

Jinny Throup
Ein Thema wird oft heiß diskutiert: Haben Kristalle tatsächlich besondere Heilkräfte oder handelt es sich dabei bloß um eine pseudowissenschaftliche Annahme, vergleichbar mit dem altbekannten Placebo-Effekt? IbiCASA hat nachgeforscht – und dabei ziemlich faszinierende Entdeckungen gemacht.

Was genau sind Kristalle?
Fangen wir von vorne an: Was genau sind Kristalle? Im ersten Moment könnte das Bild eines glitzernden Amethysten oder Rosenquarzes in einem nach Räucherstäbchen duftenden New-Age-Shop im Geist auftauchen. Aber tatsächlich ist der Begriff Kristall ein wissenschaftlicher Name für einen Festkörper mit einer regelmäßigen und sich widerholenden Anordnung von Atomen und Molekülen, die einen festen Platz haben, aber doch leicht schwingen. Was also unterscheidet einen Eisenklumpen von einem Kristall? Hier fängt es an, interessant zu werden. In fast allen natürlich vorkommenden Mineralien (wie Eisen) sind die einzelnen Zellen symmetrisch angeordnet, aber in den Festkörpern, die wir herkömmlich als Kristalle (wie Quarz) bezeichnen, sind sie es nicht. Die einzigartige Eigenschaft der Kristalle beruht auf etwas, dass als Piezoelektrizität bezeichnet wird.

KRISTALLE UND Piezoelektrizität
Piezoelektrizität ist, vereinfacht gesagt, die Existenz von elektrischer Ladung, die entsteht, wenn ein Kristall einer mechanischen Verformung ausgesetzt wird. Dieses Phänomen wurde 1880 von den Brüdern Pierre und Paul-Jacques Curie entdeckt. Sie konnten beweisen, dass beim Verformen von gewissen Kristallen wie beispielsweise Quarz, Turmalin, Topas oder Rochelle-Salzen eine elektrische Ladung zu fließen beginnt. Und tatsächlich verwandelt sich jeder Kristall unter Druck in eine winzige Batterie, mit einer positiven Ladung auf der einen Seite und einer negativen auf der anderen. So verbinden sich die beiden Seiten zu einem Kreislauf, in dem elektrische Ladung fließt.

Die Curie-Brüder fanden auch heraus, dass Kristalle eine zusätzliche kompatible Eigenschaft haben. Denn wenn man Elektrizität von einer äußeren Quelle durch einen Kristall schickt, schwingt diese vor und zurück. Dies passiert, weil die Atome in einem Kristall beim Anlegen einer elektrischen Spannung versuchen, sich selbst wieder ins Gleichgewicht bringen, wobei der Kristall leicht die Form verändert. Allein die Konsequenzen dieser Entdeckung waren schon bahnbrechend. Aber noch erstaunlicher ist, wie wichtig Kristalle im Laufe unserer Geschichte geworden sind. Seit seiner Entdeckung wurde Quarz in Uhren eingebaut, denn er stabilisiert und reguliert den Energiefluss, wodurch die Zeitmessung möglich wird. Die Nützlichkeit der Kristalle kam auch der Erfindung des Radios zugute, das zu Beginn „Kristall-Radio“ genannt wurde. Und seit etwa 20 Jahren sind Kristalle in unserem Leben absolut omnipräsent.

Kristalle und moderne Technologien
Ohne übertreiben zu wollen: Kristalle sind für das Funktionieren aller modernen Technologien essentiell. Piezoelektrische Silikonkristalle sind die Mikrochips und Schlüsselkomponenten in einer unglaublich großen Anzahl von Geräten, die wir im alltäglichen Leben oder in höchst spezialisierter Weise verwenden. Hier nur einige Beispiele – und ich wette darauf, dass manche Sie wirklich überraschen werden: Silikon-Chip-Kristalle sind beispielsweise das Herz jedes Computers und Smart-Phones, und deren LCD-Bildschirme enthalten zudem flüssige Kristalle (LCD = Liquid Crystal Display). In Punktmatrix und Tintenstrahldrucker sind ebenfalls piezoelektrische Aktuatoren eingebaut. Und das sind nur einige von tausenden Geräten, in denen diese Silikon-Kristall-Computer-Technologie genutzt wird. Mikroprozessoren sind in fast allem installiert: Sie befinden sich in Geld- oder Check-In-Automaten, Herzschrittmachern oder auch in den Überwachungssensoren in unseren Ozeanen. Immer wenn Energie in Klang umgewandelt werden muss, werden piezoelektrische Kristalle genutzt. Die Beispiele reichen von elektrischen Instrumenten (Gitarre, Cello etc.) über Mikrophone, klangerzeugende Spielzeuge bis hin zu Musik-Grußkarten.

Auch viele der Dinge, die wir in unseren Autos als normal betrachten, wie Airbag-Sensoren und Sitzgurt-Signalgeber nutzen die Piezoelektrizität. In spezialisierter Form ist Piezoelektrizität wichtig in der Medizinindustrie, wie in der Ultraschalltechnik, der Ultraschall-Bildgebung oder der Herzfrequenzzählung bei Föten. Die Militär- und Verteidigungsindustrie verwendet piezoelektrische Kristalle in akustischen Tiefenmessern, Hydrophonen, Mikro-Robotern oder Munition, die ihre Richtung ändern kann. Und diese Liste ist noch lang nicht vollständig, denn es gibt unzählige weitere Beispiele. Dennoch macht sie klar, dass die Nutzung von Kristallen aus dem modernen Alltagsleben nicht wegzudenken ist.

Kristalle und Heilung
Wenn also Kristalle genügend Kraft haben, um unser Leben in so großem Maß zu beeinflussen, ist es dann wirklich weit hergeholt, dass sie womöglich auch heilen können? Kristalle haben eindeutig die einzigartige Fähigkeit, Energie zu leiten. Kommt hinzu, dass Physiker behaupten, alles in unserem Universum sei eine Form der Energie ­– unsere Körper eingeschlossen. Schon unsere Vorfahren haben daran geglaubt, dass Kristalle Heilkraft haben. Sie verwendeten Kristalle, Minerale und Edelsteine schon im Neolithikum, also vor etwa 30.000 Jahren. Und in der Geschichte der Menschheit hat es überall auf der Welt uralte Kulturen gegeben, die Kristalle für die Heilung und Weissagung, bei Begräbnisritualen und zur Verzierung verwendeten. Dazu gehörten, um nur einige zu nennen, die Ägypter, Griechen, Maya, Azteken, Inkas sowie die indigenen Stämme Nordamerikas und Australiens.

Kristalle sind so essentiell in der modernen Technologie, weil ihre Struktur unglaublich geordnet und ausgeglichen und ihre ausgestrahlte Energie absolut kontinuierlich ist. Durch diese Eigenschaften können Kristalle enorme Mengen an Informationen speichern. Außerdem reagieren sie auf die Energie, die sie umgibt – sie reagieren auf die Schwingungen ihres Umfelds. Lassen Sie uns dies mit der Tatsache verknüpfen, dass die Zellen in unserem Körper in unterschiedlichen Frequenzen schwingen, die den Zustand unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens widerspiegeln. Wenn wir also mit einem Kristall in Kontakt kommen, nimmt dieser die Schwingungen unserer Zellen auf. Gibt es disharmonische Schwingungen, hat ein Kristall die kraftvolle Energie, diese wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Dies ist, kurz gesagt, die Grundlage für eine Heilung durch Kristalle. Aber dieser Artikel soll Sie nicht auf die eine oder andere Art und Weise von der Heilkraft der Kristalle überzeugen. Denn zweifelsohne werden die Diskussionen über dieses Thema noch viele Jahre andauern. Abschließend bliebe nur zu sagen, dass das Leben im 21. Jahrhundert ohne diese unglaublichen Minerale, die vor Millionen Jahren zu Beginn der Erdentstehung entstanden, nicht widerzuerkennen wäre.

Und das allein setzt voraus, dass sie Kraft haben. •

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