AUSGABE: Dezember - Februar 2017

Der DNA-Mythos

Von Jerry Brownstein
Seit der Entdeckung des DNA-Moleküls, fokussiert sich die konventionelle Wissenschaft auf die Theorie des genetischen Determinismus. Diese besagt, dass die Gene jeden Aspekt und jede Eigenschaft des physischen Lebens beeinflussen. So wird behauptet, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass eine Krankheit oder Veranlagung ausbricht, sofern jemand die genetische Veranlagung dafür hat. Dieser genetisch-zentrierte materialistische Standpunkt kulminierte in der Suche nach dem Heiligen Gral und der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts. Um 1990 waren wissenschaftliche Methoden soweit gediehen, dass das Humangenomprojekt (HGP) gestartet werden konnte, um die einzelnen Chromosomen des menschlichen Körpers zu sequenzieren und identifizieren. Dabei ging man grundsätzlich davon aus, dass Gene alle Eigenschaften des Organismus kontrollieren, und dass ein komplexerer Organismus logischerweise über mehr Gene in seinem Erbgut verfügt. Man schätzte, dass das menschliche Erbgut aus mehr als 100.000 Genen besteht.


Zu Beginn sequenzierten die Wissenschaftler das Erbgut einfacher Organismen und fanden heraus, dass mikroskopisch kleine Bakterien bis zu 5.000 Gene hatten, kleine Würmer um die 23.000. Dies entsprach der logischen Annahme, dass die Komplexität eines Organismus in direktem Zusammenhang mit der Anzahl seiner Gene steht. Allerdings stellten die Wissenschaftler bei der Untersuchung der weitaus höher entwickelten Fruchtfliege fest, dass diese nur 18.000 Gene hatte, also weniger als ein einfacher Wurm. Eine völlig unerwartete Entdeckung, die einige Verwirrung auslöste. Aber sie forschten weiter und waren sehr überrascht, dass der Mangel an Genen in der Fruchtfliege noch gar nichts war, verglichen mit dem Erbgut des Homo Sapiens: Die am höchsten entwickelte Spezies in der Evolution verfügt nämlich nur über etwa 22.000 Gene. Ja, tatsächlich – der Mensch hat ähnlich viele Gene wie ein winziger Wurm.


Offensichtlich steht also die Komplexität des Organismus nicht in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der Gene im Erbgut. Was bedeutet dies für die Theorie des genetischen Determinismus? Zweifelsohne spielen die ererbten Gene eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres Körpers, aber haben sie diese dominante Rolle, die von der konventionellen Wissenschaft propagiert wird? Was ist, wenn die Wahrheit eine andere ist? Was wäre, wenn sich herausstellen würde, dass wir tatsächlich die Kraft haben, die Prozesse unserer Gene zu beeinflussen? Unterstützt wird diese Theorie durch die Ergebnisse der relativ neuen epigenetischen Wissenschaft, die wortwörtlich bedeutet: über der Genetik. Immer mehr Studien belegen, dass die Art und Weise wie sich unsere Gene ausdrücken, nicht von unserer DNA abhängt, stattdessen wird sie von der Wahl unseres Lebensstils und der Wahrnehmung unseres Lebensumfelds kontrolliert und modifiziert. Jede unserer Körperzellen trägt die gleiche DNA in ihrem Zellkern, aber die DNA dieser Gene kann nichts alleine tun – sie ist eher wie ein Plan oder eine Blaupause, die Veränderungen in unserm Körper auslösen kann. Diese genetischen Blaupausen werden durch das Umfeld der Zellen aktiviert, wenn wir also unser Umfeld verändern, verändern wir auch die Abläufe in unserem Körper. Ein wichtiger Aspekt zur Kontrolle dieses Umfelds ist eine gesunde Ernährung, das Vermeiden von Giftstoffen sowie sportliche Betätigung. Dadurch werden chemische Signale an unsere DNA geschickt, diese wiederum wird aufgefordert, Blaupausen zu bevorzugen, die Gesundheit und Wohlbefinden fördern. Eine Ernährungsumstellung und eine Änderung des Lebensstils können das Verhalten unserer Gene beeinflussen, aber den größten Einfluss auf die Funktion unserer Gene hat womöglich unsere Sicht auf die Welt.

 
Denken Sie daran, es ist das Umfeld der Gene, das dafür verantwortlich ist, welche Gene aktiviert werden. Unser Gehirn schickt immer chemische Botschaften (Hormone, Peptide etc.), die dieses Umfeld beeinflussen, aber es ist unsere Wahrnehmung, die dem Hirn vorgibt, welche chemischen Stoffe freigesetzt werden sollen. Wenn man positive Gefühle wie Freude, Dankbarkeit und Liebe empfindet, flutet das Gehirn den Körper mit Dopaminen, Endorphinen und anderen nützlichen chemischen Stoffen. Diese Glückshormone reisen durchs Blut zu allen Zellen und instruieren die DNA, Gene zu aktivieren, die das Immunsystem stärken und den Körper gesund halten. Andererseits schüttet das Gehirn „Flucht- oder Kampf“- Stoffe wie Kortisol oder Adrenalin aus, sobald man gestresst ist oder Angst hat. Diese Stresshormone instruieren die DNA, Gene zu wählen, die den Körper auf Gefahr vorbereiten. Das schwächt das Immunsystem und löst physische Probleme und Krankheiten aus.

 
Unsere Wahrnehmung hat einen großen Einfluss auf das chemische Umfeld, das durch unsere Gene aktiviert wird, aber das ist noch nicht alles. Neuere Studien belegen, dass jede Emotion, die wir erleben, Schwingungen durch den Körper schickt, und diese Schwingungen haben einen Einfluss darauf, welche Gene aktiviert werden. Gefühle, die mit Angst und Stress in Verbindung stehen, aktivieren Gene, die krank machen. Gefühle der Freude und des Friedens hingegen tragen zu guter Gesundheit bei. Einmal mehr ist es die Wahrnehmung, die sich in unseren Gefühlen widerspiegelt und Schwingungen kreiert, die einen Einfluss auf unsere Gene haben.

 
Wissenschaftliche Studien untermauern diese Abläufe. Ein interessanter Beweis dafür ist, dass unsere DNA tatsächlich je nach Gefühlslage ihre Form verändert. Wenn wir positive Gefühle wie Liebe, Frieden und Mitgefühl empfinden, entspannen sich die DNA-Stränge, das Immunsystem wird gestärkt. Empfinden wir negative Gefühle wie Angst, Furcht oder Hass, zieht sich unsere DNA zusammen, verhärtet sich, wodurch das Immunsystem geschwächt wird. Aber noch erstaunlicher ist, dass diese Effekte sogar auftreten, wenn unsere DNA von unserem Körper getrennt ist. In neuen Experimenten wurden DNA-Proben von Testpersonen genommen und an einen anderen, etwas weiter entfernten Platz gebracht. Die Teilnehmer wurden dann emotionalen Stimuli ausgesetzt, ihre DNA reagierte sofort, sie öffnete sich bei positiven Einflüssen und zog sich bei negativen zusammen, obwohl sie sich in einiger Entfernung befand. Die Schwingungen, die durch unsere Gefühle ausgelöst werden, sind so stark und so mit unserer DNA verbunden, dass diese reagiert, selbst wenn sie durch eine große Entfernung vom Körper getrennt ist. Daran sollte man denken, wenn man sich das nächste Mal ärgert!


Über 60 Jahre lang ließ man uns glauben, dass wir kraftlose Opfer sind, die kleinlaut die uns zugeteilten genetischen Karten akzeptieren müssen. Aber diese Zeiten sind vorbei. Allein die Tatsache, dass wir ein krankmachendes Gen oder eine Veranlagung in uns tragen, bedeutet noch lange nicht, dass uns dieses Schicksal auch ereilt. Denn Gene können nicht selbständig für Veränderungen in unserem Körper sorgen. Epigenetische Studien haben bewiesen, dass unsere Gedanken und Gefühle, die von unserer Wahrnehmung gesteuert werden, einen starken Einfluss darauf haben, welche Gene aktiviert werden. Dies bedeutet, dass wir die Co-Erschaffer unserer eigenen Gesundheit sind und die Kraft haben, das Verhalten unserer Gene zu beeinflussen. Einfach nur, indem wir unsere Wahrnehmung ändern. In jedem Moment haben wir die Möglichkeit, eine bewusste Wahl zu treffen, die unsere körperliche Realität beeinflusst. Und wenn wir uns entscheiden, positiv zu denken und zu fühlen, wird unser Körper mit pulsierender Gesundheit und Vitalität auf diese positiven Emotionen reagieren.