AUSGABE: Oktober - Dezember 2016

Ibiza-Ikonen

Von Carmen Loren Ceballos
Ibiza ist ein einzigartiger Platz mit besonders kosmopolitischem Ambiente. Dieses multikulturelle Miteinander spürt man in den Straßen und auf den Märkten der Insel, die von außergewöhnlichen, einzigartigen Menschen, ja fast Ikonen bevölkert sind. Diesen Spirit fühlt man auch, wenn man die Portraits betrachtet, die Teil der Sammlung „Iconos de Ibiza – Ibiza-Ikonen“ sind, und vom bulgarischen Künstler Vivo Gal Grabby, besser bekannt als Ivo, erschaffen wurden. Auch Ivo ist eine Ikone, und nachdem man einen Kaffee mit ihm getrunken hat, fühlt man sich gleich viel fröhlicher und inspirierter. Vor zehn Jahren landete Ivo auf der Insel, und wie er sagt, entdeckte er auf Ibiza sein Leben neu. Jahrelang hatte er an verschiedenen Orten gelebt und Ausstellungen präsentiert, als er auf Ibiza ankam, hörte er mit der Malerei auf und widmete sich der BodyArt (Körpermalerei). Aber auch das gab er auf, weil es ihm zu kommerziell erschien, stattdessen entschied er sich, eine Familie zu gründen. Glücklicherweise motivierte ihn seine Frau erneut zur Malerei, so entstand diese Ausstellung mit 36 Bildern. Die komplette Kollektion besteht aus 63 Bildern, die es sogar auf die Parallax Art Fair in London schaffte.

 
Die Portrait-Serie wurde auf sehr natürliche Art und Weise geboren. Alles begann 2014, als er eine der besonders bekannten Ikonen der Insel malte: Joan Marí, den Gründer von Las Dalias. Dieses Bild wurde im Kongresszentrum in Santa Eulària ausgestellt, wo der Besitzer des Hippie-Markts Punta Arabí es sah und sich für Ivos großes künstlerisches Talent begeisterte. So wuchs die Idee, eine Ausstellung mit weiteren Portraits vorzubereiten. Ein Jahr lang arbeitete Ivo an 18 Bildern. „Ich bin oft von interessanten Menschen umgeben, also beschloss ich, Menschen zu malen, die etwas Wichtiges für die Insel getan haben. Egal, ob Musiker, Unternehmer oder Künstler“, erzählt Ivo. Einige seiner interessanten Modelle waren der Gründer von Casita Verde, Chris Dews, der Bürgermeister von Santa Eulària, Vicent Marí, der Direktor von Digital Grafic Ibiza, David Moss, der Initiator des Sant Joan-Marktes, Saigo Dicenta, der Gemeindesportrat von Santa Eulària, Salvador Losa, der Percussion-Spieler Francisco Mula, der Besitzer und Gründer der Croissant Show, André Quidu, der Initiator der Trommelparty in Benirràs, Salvatore Murgia, sowie Yaron Marco, einer der ersten Hippie-Musiker der Insel. „Ich wollte Menschen portraitieren, die etwas Gutes und Interessantes für die Insel und deren Menschen getan haben“, fügt Ivo hinzu.

 
Die Portraits, die in Öl auf Leinwand entstanden, begeistern durch ihre faszinierenden, fast psychedelischen Farben. Für jedes Bild benötigte der Künstler drei bis vier Wochen. „Eine Landschaft male ich in einigen Stunden, aber für ein Ölportrait brauche ich länger. Für jeden Pinselstrich muss ich eine andere Farbe auswählen und mischen“, verrät Gal Grabby. Fragt man ihn danach, wie die Farbauswahl der einzelnen Bilder zustande kommt, verrät er, dass er die Farben in seinem Herzen fühlt. Er denke nicht, es fließe aus ihm heraus, er fühle die Schwingungen der Personen und halte diese auf der Leinwand fest. Dieses spirituelle Empfinden spiegelt sich in seinen Bildern wider. Für Ivo ist Kunst eine Lebensart, sozusagen die Kunst eines guten Lebens. Denn wenn jemand korrekt zu leben wisse, sei die Kunst ein Kollateraleffekt. Dankbarkeit sei die Grundvoraussetzung für ein gutes Leben, weiß der Künstler. Wenn man Dankbarkeit fühle, fühle man Freude, man habe ein Leuchten in den Augen. Und man werde mit Vertrauen und Liebe geflutet, wodurch Fülle entstehe. •