AUSGABE: Juni - August 2016

Wie Sie Ihre Wasserqualität verbessern

Nat Rich
Will sich jemand auf Ibiza niederlassen, stellen sich vor allem zwei Fragen. Mit der ersten sollte man sich vor seiner Ankunft beschäftigen: „Kann ich mir das Leben auf Ibiza leisten?“ Die zweite gewinnt sofort nach dem Umzug auf die Insel an Bedeutung: „Was kann ich gegen die miserable Qualität meines Leitungswassers tun?“ Magische Tipps für das Finden einer günstigen Traumimmobilie gibt es nicht, aber glücklicherweise werden mittlerweile Lösungen für das Wasserproblem angeboten, mit dem sich viele Menschen plagen müssen. Egal, ob man auf Ibiza geboren wurde, oder ob man sich aufgrund der guten Energie in die Insel verliebte und diese als großartigen Lebensraum für sich entdeckte –, irgendwann im Laufe der Zeit wird man sich mit dem Wasserproblem beschäftigen müssen. Die meisten Insulaner kennen die Situation nur zu gut, denn oft ist das Wasser salzig und mit zu viel Calcium (Kalk) belastet. Schnell ist klar, dass man das Zeugs nicht trinken kann. Und nach etwa einer Woche bemerkt man, dass das Duschwasser das Haar austrocknet und schädigt. Da hilft selbst die teuerste Haar-Kur nicht. Aber warum haben wir dieses Problem, und was können wir dagegen tun?
 
Wenn Sie das Vergnügen hatten, die beiden Artikel von Katherine Berry in vorherigen IbiCasa-Ausgaben zu lesen, wissen Sie bereits, wie sehr sich die Wassersituation auf der Insel in den vergangenen Jahrzehnten verschlechtert hat. Für die chronische Wasserknappheit gibt es einige wesentliche Gründe, dazu gehört vor allem die Überbevölkerung in den betriebsamen Sommermonaten. Denn der Großteil unserer Wasserversorgung hängt von Grundwasserströmen, den sogenannten „Aquíferos“ ab. Würde man den Konsum an die Menge der natürlichen Ressourcen anpassen, gäbe es keine Wasserknappheit. In der Vergangenheit sank der Grundwasserspiegel zwar während der Tourismussaison, konnte sich aber in der achtmonatigen Nebensaison wieder regenerieren. Doch aufgrund des gestiegenen Konsums reichen die Regenfälle im Herbst, Winter und Frühjahr nicht mehr aus, um die unterirdischen Wasservorkommen aufzufüllen. Und je tiefer der Wasserspiegel sinkt, umso mehr sickert Meerwasser ein, wodurch das Grundwasser zunehmend versalzt. Wasser mit hohem Salzgehalt schadet der Haut, dem Haar, der Gesundheit, den Leitungen, Installationen und Haushaltsgeräten, und natürlich kann man es weder zum Trinken noch zum Kochen verwenden. Nicht einmal seinen Garten kann man damit sprengen. Hinzu kommt der hohe Calzium-Gehalt des Wassers, der durch den kalkhaltigen Boden bedingt ist. Auch das trägt zur extrem schlechten Qualität des Inselwassers bei.
  
Die gute Nachricht ist, dass es inzwischen viele Möglichkeiten gibt, die Wasserqualität zu verbessern. Früher konnte man nur die althergebrachten Umkehrosmose-Geräte benutzen, die zwar sehr effektiv waren, aber etwa vier Liter Wasser benötigten, um einen Liter Qualitätswasser zu produzieren. Doch glücklicherweise hat sich das geändert, die neuesten Modelle dieser Umkehrosmose-Geräte sind weitaus cleverer, effizienter und weniger intrusiv. Und auch die Wasserverschwendung von bis zu 75 Prozent konnte reduziert werden. Jetzt benötigen die Geräte nur noch einen Liter Wasser, um einen Liter trinkbares Wasser zu erzeugen. Wichtig ist auch, dass man sowohl in die alten als auch die modernen Geräte ein System integrieren kann, um das Restwasser für das Bewässern des Gartens zu nutzen, statt es einfach in die Kanalisation zu spülen.
 
Und es gibt noch eine weitere effektive Methode: Man kann das Wasser ionisieren. Durch dieses System wird das Leitungswasser nicht nur gefiltert, auch die Basen-Säure-Balance wird durch einen Elektrolyseprozess ausgeglichen. Dadurch entsteht ein Wasser, das zahlreiche gesundheitliche Vorteile hat und Sie besser hydratisiert. Einige Studien belegen, dass es sogar beim Abnehmen helfen kann. Bei einer anderen Alternative geht es darum, dem Wasser eine neue Struktur zu verleihen. Dies ist eine der aktuellsten Lösungen, und sie ist besonders geeignet für Wasser, das man auf Trinkqualität bringen möchte. Egal, ob das Wasser aus dem Brunnen kommt oder aus einer Regenwasserzisterne, der Restrukturierungs-Prozess verändert die Form, Größe und Struktur der Wassermoleküle. Er gibt dem Wasser die sogenannte Lebensenergie zurück, diese ist die vitale Basis jeder Lebensform. Auch das Pflanzenwachstum kann um mindestens 30 Prozent gesteigert, in manchen Fällen sogar mehr als verdoppelt werden. Denn durch seine neue Struktur kann das Wasser von Pflanzen und Menschen leichter absorbiert werden, wodurch die Hydration enorm verbessert wird.
 
Aber eine besonders faszinierende Lösung für das Wasserproblem ist ein Prozess, bei dem Feuchtigkeit aus der Luft gezogen und in pures Trinkwasser umgewandelt wird. Dabei handelt es sich nicht um eine verrückte Theorie, die irgendwann in Zukunft auf den Markt kommen wird, diese Technologie ist auf Ibiza bereits erhältlich. Bei dieser Methode wird nicht nur Wasser aus Luft produziert, ein integriertes Umkehrosmose-System sorgt gleichzeitig dafür, dass Verschmutzungen und andere Giftstoffe entfernt werden. Zwar wird während des Osmose-Prozesses immer noch ein Teil des Wassers verschwendet, aber das ist zweitrangig, da es aus der Luft gezogen wird und nicht aus einem Aquífero. So werden die Grundwasserressourcen nicht strapaziert. Und noch eine gute Nachricht: Das Restwasser kann im Garten verwendet werden.
 
All diese Lösungen machen Ihr Trinkwasser gesünder, sauberer und trinkbarer. Obendrein gibt es Systeme, die Rohre, Installationen und Geräte schonen. Moderne Technologien können beispielsweise Kalk entfernen oder verhindern, dass sich dieser ablagert, wodurch Schäden minimiert werden. Diese Geräte werden an die Leitungen angeschlossen, genau dort, wo das Wasser in Ihr Haus fließt. Sie sind darauf ausgelegt, die Kalkbildung zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass Leitungen sauber bleiben und nicht beschädigt werden.
 
Wie Sie sehen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Aber zuerst einmal müssen Sie genau prüfen lassen, welche kontaminierenden Stoffe sich in Ihrem Wasser befinden, und inwiefern diese Ihre Gesundheit, Leitungssysteme und Geräte schädigen. Deshalb sollten Sie Ihr Wasser sorgfältig analysieren lassen, egal, ob Sie bauen, kaufen, mieten oder einen Gemüsegarten anlegen wollen. Diejenigen, die ihre Wasserqualität verbessern wollen, möchten vielleicht den professionellen Service eines unabhängigen Wasserberaters in Anspruch nehmen. Diese Experten können Ihnen dabei helfen, eine adäquate und optimale Lösung für Ihr persönliches Wasserproblem zu finden. Ein guter Berater wird Ihr Wasser schnell und effizient testen, sodass eine befriedigende Methode umgesetzt werden kann. So wird in Ihrem Leben bald sauberes und gesundes Wasser fließen •