AUSGABE: Februar - April 2015

Ätherische Öle & Aromatherapie

Von Sabina Brownstein
Dinge, die gut riechen, lösen Wohlbefinden aus. Egal, ob es sich um ein Blumenfeld handelt, Orangenblüten, salzige Seeluft oder jemanden, der immer frisch und angenehm duftet. Diese wunderbaren Aromen haben eine tiefe Wirkung auf unsere Stimmung und unsere Gesundheit. Das ist der Kern der Aromatherapie, die auch als Therapie der ätherischen Öle bekannt ist. Es geht um die Kunst und Wissenschaft natürliche, aus Pflanzen gewonnene aromatische Essenzen einzusetzen, um Körper und Seele ins Gleichgewicht zu bringen und die Gesundheit zu fördern. Viele Therapeuten nutzen natürliche Aromen bei ihren Behandlungen, denn deren positive Effekte sind sowohl durch Erfahrungswerte als auch die Wissenschaft belegt. Der Begriff Aromatherapie wurde in den 1920ern zum ersten Mal von einem französischen Chemiker benutzt, aber die Verwendung von Ölen und deren Aromen zur Heilung und Anregung des Wohlbefindens geht weit in die Geschichte zurück. Es ist ein ganzheitlicher Prozess, der die angeborenen Selbstheiligungskräfte des Menschen auf allen Ebenen fördert: körperlich, emotional und spirituell.

 
Denn der Geruchssinn hat einen starken Einfluss auf die Gefühlswelt, sowohl geistig als auch körperlich. Jeder von uns hat vielleicht schon die Erfahrung gemacht, dass ein Geruch besondere Erinnerungen an vergangene Erlebnisse wecken kann. Plötzlich erinnert uns der Duft von frisch gemähtem Gras an unsere Kindheit, ein längst vergessenes Gefühl oder einen Platz, der uns viel bedeutet hat. Und wenn Menschen sich verlieben, kann der Geruch des Liebsten oft eine berauschende Wirkung entfalten. Diese Erfahrungen sitzen tief und sie können unsere Stimmung verändern und Wohlbefinden auslösen. Das ist die Kraft, die hinter der Aromatherapie steht – diese Fähigkeit unseres Geruchssinns, uns mit unserem Inneren zu verbinden. Wenn natürliche Öle richtig kombiniert werden, können sie unseren Geist und Körper für die Heilung, die Entspannung und das Glück öffnen.


Ätherische Öle werden durch die Destillation von natürlichem Pflanzenmaterial gewonnen. Verwendet werden können Wurzeln, Rinden, Samen, Früchte oder Blüten. Diese Öle, das darf man nicht vergessen, sind hoch konzentriert, deshalb muss man vorsichtig sein und darf sie nicht direkt auf die Haut auftragen oder sie bei Babys und Kleinkindern anwenden. Ätherische Öle bei Massagen einzusetzen, ist eine der schönsten Verwendungsarten. Dazu muss man die Essenzen mit einem Basis-Öl verdünnen. Süßes Mandelöl ist beispielsweise eine gute Wahl, denn es ist mild und geeignet für empfindliche Haut. Zudem kann man es in Spanien fast überall kaufen. Im Basis-Öl sollten in der Regel drei Prozent eines ätherischen Öls enthalten sein. Dies bedeutet: Auf 100 ml Basis-Öl kommen 50 bis 60 Tropfen ätherisches Öl. Für nur eine Massage schüttet man Basis-Öl auf einen Unterteller und gibt zwei bis drei Tropfen ätherisches Öl hinzu. Drei der beliebtesten ätherischen Öle sind Lavendel, Rosmarin und Zitrone. Lavendel-Öl ist für seine beruhigende Wirkung bekannt, es lindert Stress und hilft beim Einschlafen. Rosmarin-Essenz kann die Durchblutung anregen und zur Reinigung der Atemwege beitragen. Zitronen-Essenz hat einen starken, reinigenden Zitrusduft, der vitalisierend wirkt und die Stimmung hebt.
 
Ätherische Öle können auch beim Baden bestens ihre Wirkung entfalten, man muss einfach fünf bis zehn Tropfen ins warme Wasser tröpfeln. Ist man nervös und angespannt, kann ein Bad mit Lavendel- oder Rosenholzöl Wunder wirken. Auch kann die Beigabe ätherischer Öle im Badewasser zur Entgiftung beitragen, für diesen Zweck eignet sich Rosmarin am besten. Aber ätherische Öle sind nicht nur hervorragend geeignet, um die Gefühlswelt in Einklang zu bringen und zu beruhigen, sie können auch den Körper heilen. Aktuelle Studien belegen, dass einige dieser Öle hohe antibakterielle und antivirale Wirkungen haben. Wobei besonders interessant ist, dass sie diese positiven Effekte nicht nur bei direktem Kontakt mit der Haut, sondern auch beim Einatmen der Aromen auslösen. Zudem können ätherische Öle bei der Reinigung von Räumen verwendet werden, die Krankheitserregern ausgesetzt waren. Eines der Öle mit der besten antiseptischen Wirkung ist Eukalyptus. Dieses kann mit Lavendel oder Zitrone gemischt werden.

 
Wie man sieht, ist die Anwendung ätherischer Öle in der Aromatherapie ein kostengünstiger und angenehmer Weg, das Wohlbefinden zu unterstützen. Aber das ist noch nicht alles: Mit ätherischen Ölen kann man auf elegante und natürliche Weise ein schönes Ambiente in seinem Zuhause kreieren. In den meisten Naturkostläden findet man für diesen Zweck bunte Gefäße. Man muss nur drei bis vier Tropfen des ätherischen Öls in den mit Wasser gefüllten Behälter geben, unter dem ein Teelicht brennt, und schon wird der Raum langsam die Duftnote des Öls annehmen. Olibanum (Weihrauch) eignet sich hervorragend, um eine heimelige und entspannte Atmosphäre zu schaffen. Auch Sandel-, Zedern- oder Rosenholz taugen gut. Freude macht es auch, unterschiedliche Kombinationen auszuprobieren. Beispielsweise kann man ein Zitrusöl mit einem süßen oder holzigen Öl mischen, was den Duft runder und voller macht – wie beispielsweise die Mischung von Mandarine mit Ylang Ylang oder Sandelholz.