AUSGABE: Februar - April 2015

Verbotene Geschichte

Jerry Brownstein
Wo liegt eigentlich der Ursprung der menschlichen Zivilisation? Wollen wir auch weiterhin an die alte Geschichte glauben, die uns in der Schule vermittelt wurde, oder ist die Menschheitsgeschichte doch weitaus mysteriöser und faszinierender, als man uns glauben lassen will?
 
Konventionelle Archäologen behaupten, die menschliche Zivilisation habe vor 5.200 Jahren (3.200 v. Chr.) ihren Lauf genommen, im „Fruchtbaren Halbmond“ des Tigris-Euphrat-Flusstals, dem heutigen Irak. Ihrer Ansicht nach waren die Sumerer die erste Hochkultur. Sie ebneten den Weg für die großen ägyptischen Dynastien, die als Erbauer der Pyramiden gelten. Mehr als 150 Jahre wurde dies als „konventionelle Wahrheit“ akzeptiert, doch moderne wissenschaftliche Vorreiter weisen darauf hin, dass diese These einer genaueren Überprüfung nicht standhalten würde. Denn mit jeder neuen Entdeckung erscheint es wahrscheinlicher, dass es schon lange vor den Sumerern eine hochentwickelte Gesellschaftsform gegeben haben muss. Und dass das Wissen dieser frühen Zivilisation an die Sumerer, die Ägypter und diverse andere Zivilisationen, die sich im Laufe der Zeit überall auf der Welt entwickelten, weiter gegeben wurde. Diese These wird durch viele Hinweise untermauert, die man an der großen Pyramide von Gizeh, der Sphinx und in einigen auffallend akkuraten antiken Landkarten entdeckte.
 
Schon 1536 wurde für die türkischen Seefahrer eine Weltkarte gezeichnet, die man die Karte des Piri Reis nannte. Sie wurde anhand mehrerer altertümlicher Karten gestaltet, die man in den Archiven des osmanischen Reichs gefunden hatte.
 
Besonders beeindruckend ist, dass diese Karte eine exakte Darstellung unserer Welt ist, es sind sogar Gebiete eingezeichnet, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt waren. Wie beispielsweise die Antarktis, die erst 300 Jahre später entdeckt wurde. Das ist unglaublich, aber noch erstaunlicher ist es, dass in dieser Karte die Küstenlinie der Antarktis eingetragen ist, die sich unter dem Eis befindet. Bedenkt man, dass unsere modernen Technologien erst in den vergangenen fünf Jahrzehnten einen Blick unter dieses Eis ermöglichen, drängt sich die Frage auf, wie so etwas möglich sein kann.
 
Diese Weltkarte legt nahe, dass es Menschen gegeben haben muss, die von der Antarktis wussten, lange bevor sie „entdeckt“ wurde. Und es kann zu dieser Zeit kein Eis gegeben haben. Aufgrund geologischer Studien haben wir eine grobe Vorstellung davon, wann das gewesen sein muss: Eisfrei war die Antarktis vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren. Daraus ist zu folgern, dass sich die menschliche Zivilisation nicht erst vor 5.000 Jahren entwickelt haben kann. Denn die Küstenlinie der Antarktis war offensichtlich schon vor mindestens 10.000 Jahren bekannt. Konventionelle Wissenschaftler weigern sich trotzdem, diese „verbotene Geschichte“ anzuerkennen – selbst wenn sie ihnen direkt ins Gesicht springt. Wie beispielsweise in Ägypten.
 
Viele Ägyptologen meinen, dass mit dem Bau der großen Gizeh-Pyramide vor 4.600 Jahren begonnen wurde, und dass das Projekt in nur zwanzig Jahren beendet werden konnte. Eine Theorie, die von den ersten westlichen Archäologen entwickelt wurde, die diese Pyramiden im 19. Jahrhundert erforschten. Doch es ist offensichtlich, dass diese Aussagen nicht stimmen können. Betrachten wir die Fakten: Die große Pyramide von Gizeh ist ein architektonisches Wunderwerk. Das betrifft sowohl  die Mauerarbeiten und die Bauweise als auch die mathematischen und astronomischen Berechnungen. Und ihre Dimensionen und Maße sind so unglaublich präzise, dass man sie mit der Genauigkeit moderner Laser-Technologien vergleichen kann.
 
Zudem ist ausreichend dokumentiert, dass die Ägypter vor 4.600 Jahren (als die Pyramide gebaut worden sein soll) nur über primitive Kupferwerkzeuge verfügten, und dass sie keine Gerätschaften hatten, um große Objekte anzuheben. Wie also sollen sie dieses unglaubliche Bauwerk, das aus 2,5 Millionen gewaltigen Steinen besteht – mit einem Gewicht zwischen zwei und vierzig Tonnen – erschaffen haben? Selbst mit den heute existierenden Technologien wäre es noch sehr schwierig, solche Steine zu bewegen und zu platzieren. Obendrein mussten diese Steine über viele Kilometer zum Bauplatz befördert werden. Wie konnten so viele schwere Steine so weit transportiert werden? Und wie konnten sie so exakt geschnitten werden, dass sie nahtlos aneinanderpassen? All diese Fragen blieben bisher unbeantwortet. Und man erzählt uns nach wie vor, dass die Ägypter diese Steine mit Seilen aus Weinreben und einfachen Kupferwerkzeugen bewegten und bearbeiteten.
 
Noch mehr Beweise dafür, dass es eine ältere Hochkultur gegeben haben muss, die für den Bau der großen Pyramide verantwortlich ist, finden sich in der berühmten Nachbarpyramide, der Sphinx. Auch in diesem Fall wollen uns die „Experten“ verkaufen, dass das Bauwerk vor weniger als 5.000 Jahren entstanden sein soll. Doch der Ägyptologe John Anthony West, der unter seinen konservativen Kollegen keinen allzu guten Ruf genießt, behauptet, dies sei unmöglich. Seine Einschätzung basiert auf den Verwitterungsspuren des Kalksteins, den man für den Bau der Sphinx benutzte. Zahlreiche Geologen stimmen darin überein, dass diese Erosionsspuren nur durch anhaltende Regenfälle entstanden sein können. Aber das Wetter war in dieser Gegend Ägyptens über mehr als 5.000 Jahre extrem trocken. Aufgrund von Wetterstudien muss man deshalb davon ausgehen, dass die Sphinx 9.000 bis 12.000 Jahre alt ist. Denn nur in dieser Epoche war das Klima feucht genug, um eine derartige Erosion des Kalksteins bewirken zu können.
 
Weitere Hinweise auf eine frühere Hochkultur werden übrigens jeden Tag bei Ausgrabungen im türkischen Göbekli Tepe zu Tage befördert. Dabei handelt es sich um die Ruinen eines riesigen Gebäudekomplexes, den man offenbar für Zeremonien und Gebete genutzt hat. Das Gebäude ist mindestens 11.600 Jahre alt und zeigt dennoch eine äußerst fortschrittliche Architektur und Bauweise. Etablierte Archäologen sind der Meinung, dass die in Göbekli Tepe entdeckte Architektur und Kunst nicht von einer Gesellschaft erschaffen worden sein kann, die vor 11.600 Jahren existierte. Doch die Ausgrabungen belegen, dass sie dazu in der Lage waren. Wie lässt sich das erklären?
 
Die Antwort kann nur in den uralten Geschichten gefunden werden, die im Laufe der Jahrhunderte überliefert wurden. In vielen Kulturen gibt es zentrale Mythen um ein präexistentes Goldenes Zeitalter, das durch eine globale Katastrophe sein Ende fand. In der Bibel findet sich dieser Mythos in der Geschichte von Noah und der Flut wieder. Im antiken Griechenland sind es die Schriften Platons, die über die große Atlantis-Zivilisation berichten. Auch diese Hochkultur wurde durch eine unbarmherzige Flut ausgelöscht.
 
Es gibt weltweit mehr als 400 Mythen, die sich mit Flut-Katstrophen beschäftigen. Handelt es sich dabei einfach nur um banale Erzählungen, oder erinnern diese Mythen vage an den Ursprung der Menschheit?
 
Die Tatsache, dass in der Mythen so vieler Kulturen dieselbe Geschichte überliefert wurde, muss mehr als purer Zufall sein. Ist es möglich, dass es wirklich eine Hochkultur gab, die durch eine globale Katastrophe ausgelöscht wurde? Kann es sein, dass vereinzelte Überlebende dieser Zivilisation dabei halfen, Kulturen wie die der Sumerer und Ägypter zu entwickeln? Konventionelle Archäologen schließen diese Sichtweise aus, aber neue geologische Forschungen unterstützen sie. Die Eiszeit endete vor etwa 12.000 Jahren und erst kürzlich informierten Wissenschaftler darüber, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Erde in dieser Zeit von riesigen Meteoriten getroffen wurde. Dadurch schmolz das Eis sehr schnell, der Meeresspiegel stieg drastisch an und löste diese Fluten aus, von der so viele Kulturen berichten. Diese Theorie würde auch die Reste der antiken Städte erklären, die in verschiedenen Gegenden der Welt am Meeresgrund gefunden wurden.
 
Je mehr sich die Indizien häufen, umso klarer wird, dass die konventionelle Geschichte über den Ursprung der menschlichen Zivilisation ungenau und überholt ist. Aber was ist nun wahr? Graham Hancock, der Autor von „Fingerprints of the Gods“ und diversen anderen Büchern rund um dieses Thema ist nach über zwanzig Jahren eingehender Studien davon überzeugt, dass Göbekli Tepe einer dieser Plätze ist, an dem sich Überlebende einer untergegangenen Zivilisation nach der großen Flutkatastrophe niederließen, über die in den Mythen der ganzen Welt berichtet wird. In verschiedenen Kulturen gibt es Hinweise auf diese Überlebenden, sie werden als Weise, Magier oder Lehrer der Mysterien beschrieben. Ihre Mission war es, das uralte Wissen an die verbliebenen Menschen weiterzugeben.
 
Zugegeben, eine gewagte Theorie, aber derzeit können wir nur erahnen, wohin uns die Erforschung unserer Vergangenheit und unserer faszinierenden Menschheitsgeschichte noch führen wird. Aber da die Wahrheit Schritt für Schritt ans Tageslicht kommt, werden wir bald ein klareres Verständnis darüber gewinnen, wer wir sind und woher wir kommen. Und vielleicht werden wir auch erfahren, worauf wir zusteuern.