AUSGABE: Juni - August 2015

Warum Wasser lebensnotwendig ist

Text: Cat Weisweiller

In unserer letzten Ausgabe haben wir über Magnesiummangel und dessen negative Auswirkungen auf die Gesundheit geschrieben. Neben Magnesiummangel hat der anerkannte Homöopath Sven Sommer in seiner Praxis immer wieder eine weitere, die Gesundheit beeinträchtigende Mangelerscheinung beobachtet, die leicht zu beheben ist: Die latente Dehydration. Damit ist der Zustand der Dehydration gemeint, nicht eine plötzliche Durstattacke oder – noch schlimmer – ein Hitzeschlag. Da uns bald eine heiße Sommersaison bevorsteht, möchten wir Sie mit Sven’s Tipps versorgen, damit Ihr Flüssigkeitshaushalt immer im Gleichgewicht bleibt.
 
Allgemein bekannt ist, dass unser Körper zu 70 Prozent aus Wasser besteht. Aber warum diese Tatsache Einfluss auf die Flüssigkeitsmenge hat, die wir zu uns nehmen sollten, das verstehen nur wenige von uns. Dabei gibt es, wie Sven weiß, eine einfache Erklärung: Wasser ist von fundamentaler Wichtigkeit für alle Körperfunktionen und -systeme. Wenn wir dehydrieren, wird unser Organismus schrittweise außer Betrieb gesetzt. Was bei Kindern und älteren Menschen in alarmierender Schnelligkeit eintreten kann.
 

 
Für eine optimale Gesundheit ist es wesentlich, dass wir unser Wasserreservoir auffüllen, noch bevor wir überhaupt einen leichten Zustand der Dehydration erreichen. Sven hat dafür eine nützliche Analogie parat: „Bevor ein Kamel durch die heiße Wüste läuft, füllt es seine beiden Höcker auf. Würde es nur einen füllen, würde das Tier zusammenbrechen, bevor es seine Reise beendet hat.“
 
Zudem warnt Sven davor, dass die Signale unseres Körpers mit zunehmendem Alter schwächer werden, was zur Folge hat, dass wir erst trinken, wenn wir bereits leicht dehydriert sind. Das kann unserer gesamten Gesundheit schaden.
 
SYMPTOME DER DEHYDRATION
Symptome einer anhaltenden Dehydration sind: Kopfschmerzen, trockener Mund, geschwollene Zunge (oft mit geriffelten Rändern), trockene Haut, Verwirrung, Müdigkeit, Reizbarkeit, ungewöhnlich dunkler Urin, schnelle Atmung, Herzrasen, Verstopfung, niedriger Blutdruck, Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Antriebs- oder Schlaflosigkeit. Chronische Dehydration kann zudem Nierensteine hervorrufen.
 
WIE WIR UNSEREN FLÜSSIGKEITSHAUSHALT AUSGLEICHEN KÖNNEN
Egal, ob bei Hitze oder Kälte sollten wir uns das Ziel setzen, täglich 1½ Liter Flüssigkeit zu uns zu nehmen. Wenn wir durch Sport oder Hitze mehr schwitzen, sollten wir diese Menge noch erhöhen. Allerdings sollten Sie, falls Sie in medizinischer Behandlung sind – vor allem wegen Ödemen (Wasseransammlungen) oder Herz- und Nierenfunktionsproblemen – Ihren Gesundheitsberater konsultieren, bevor Sie mehr trinken. 
 

 
WELCHE GETRÄNKE FÖRDERN DEN FLÜSSIGKEITSHAUSHALT?
Fakt ist, dass koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee oder Coca Cola nicht zählen bei unserer täglichen Flüssigkeitsaufnahme. Tatsächlich sorgen diese Getränke in konzentrierter Dosis sogar für eine zusätzliche Dehydration. Dies gilt auch für Alkohol.
 
Muss man seinen Wasserhaushalt dringend ausgleichen, sollte man die Flüssigkeiten (außer koffeinhaltige und alkoholische Getränke) so schnell wie möglich zu sich nehmen. Selbst kohlensäurehaltige Softdrinks wie Sprite oder Fanta wären in diesem Fall erlaubt. Aber um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers dauerhaft im Gleichgewicht zu halten, ist stilles Wasser ideal. Gefolgt von Früchte- und Kräutertees. Fruchtsäfte sind OK, aber man sollte beachten, dass diese die tägliche Aufnahme von Zucker und Fruchtzucker signifikant in die Höhe treiben, was natürlich keine optimale Lösung ist. Softdrinks enthalten viel Zucker, deshalb sollte man sie in der Regel meiden. Außer in Ausnahmesituationen.
 
UND SCHLUSSENDLICH…
Einige Dinge, die ich noch klären wollte:
1) Was ist, wenn wir ständig auf die Toilette müssen, weil wir mehr Flüssigkeit zu uns nehmen? Ist dies ein Anzeichen dafür, dass wir zu viel getrunken haben? Mit diesem Mythos kann Sven glücklicherweise ein für allemal aufräumen: Er vergleicht einen Körper im Zustand der Dehydration mit einem alten ungenutzten Schwamm. „Wenn man versucht diesen nass zu machen, hat der Schwamm keine Saugkraft, das Wasser läuft direkt durch ihn durch.“ Beim menschlichen Körper verhält es sich genauso, denn die ausgetrockneten Zellen brauchen Zeit, um wieder aufnahmefähig zu werden. Doch sobald dieser Zustand erreicht ist, steigt ihre Aufnahmefähigkeit beträchtlich. Mit der Zeit werden sie spongiös und füllen sich, so sind sie präpariert und funktionieren optimal. Um zu vermeiden, dass man nachts wach wird, weil man auf die Toilette muss, sollten Sie vor allem morgens viel Flüssigkeit zu sich nehmen, tagsüber sollten Sie dann in moderatem Maß weitertrinken und abends und nachts sollten Sie die Flüssigkeitsaufnahme langsam einstellen.
 
2) Nachdem wir unsere tägliche Flüssigkeitsaufnahme effizient erhöht haben, schaden wir unserem Körper dann, falls wir an einem Tag viel weniger trinken? Nein, das ist nicht der Fall! Zurück zur Kamel-Analogie: Da Ihr Körper jetzt generell einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt hat, ist er belastbarer und wird einen gelegentlichen Lapsus verzeihen. Will heißen, dass Sie weitaus besser für die kommenden heißen Sommertemperaturen gerüstet sind als zuvor.
 
Dieser Artikel soll lediglich Ihrer Information dienen, Sie sollten diese Informationen nicht als medizinischen Rat oder Anweisung betrachten. Was Sie tun oder lassen, sollte nicht allein auf dem Inhalt dieses Artikels beruhen, besser, Sie konsultieren einen Gesundheitsexperten. Egal, um welche Aspekte der Gesundheit und des Wohlbefindens es geht. •