AUSGABE: August - Oktober 2014

Renovierungs-Tipps für Ihr Haus

IbiCASA hatte das Vergnügen, mit Experten der Bauausführung und der Renovierung zu sprechen. Über die Zukunft der Bauwesens und die Möglichkeit, bereits existierende Immobilien aufzuwerten.
 
Die Geschäftsführer von M&S Bauservice, Constanze Gottschalk und Holger Müller, leben und bauen seit über 15 Jahren auf Ibiza. Mit modernen Materialien und Technologien kennen Sie sich gut aus, und sie sind überzeugt davon, dass es Sinn macht, unsere alten Häuser und Gebäude, die ursprünglich mit minderwertigen Materialien und mit wenig Weitblick gebaut wurden, zu renovieren. Nicht nur, um unsere Lebensqualität zu verbessern, sondern auch, um den Wert unseres Eigentums zu erhöhen.
 
Die Verbesserungen in unserem Heim können an unsere finanziellen Möglichkeiten angepasst werden, einfach indem man die Renovierung in unterschiedliche Phasen aufteilt, die im Laufe eines bestimmten Zeitraums durchgeführt werden. Holger empfiehlt, mit dem Dach zu beginnen. Ein schlecht gebautes Dach oder eins, das sich in schlechtem Zustand befindet, kann im ganzen Haus für Feuchtigkeit sorgen, denn im Laufe der Zeit kann Wasser durch das Dach und die Innenwände sickern, ohne dass wir es bemerken würden. Ein schlecht gebautes Dach benötigt ständige Aufmerksamkeit und Reparaturen. Die Kosten für die Reparaturen, die Materialien und die Arbeitsstunden der Handwerker summieren sich im Laufe der Jahre, obwohl das Problem nicht wirklich gelöst werden kann. So wird es immer schwieriger, die Stellen zu entdecken, an denen sich das Wasser infiltriert. Wer eine entsprechende Wärmedämmung einbauen lässt und anschließend modernste Abdichtungstechniken anwendet, wird über viele Jahre hinweg in einem trockeneren und wärmeren Haus leben. Für die meisten Techniken der Wärmeisolierung und der Abdichtung gilt heute eine gesetzliche Garantie von fünf Jahren, aber in der Regel halten sie noch länger, ohne dass irgendeine Wartung oder Reparatur nötig wäre. Man muss die Dächer nur säubern.
 

 
Auch die Außen- und Innenwände bedürfen der Aufmerksamkeit. Viele Häuser auf Ibiza wurden nur mit einfachen Hohlblocksteinen gebaut, statt mit Doppelwänden, die zwischendrin zusätzlich isoliert sind. Diese einfachen Wände lassen Wärme entweichen und Kälte und Feuchtigkeit eindringen. Heutzutage gibt es viele schnelle und preiswerte Lösungen für dieses Problem, ohne dass eine zweite Wand eingezogen werden müsste. Mittels innovativer Technologien installiert man Wärmedämmplatten an den Außenwänden, die später mit einem speziellen Mörtel überzogen werden. Dadurch werden die einfachen Wände verstärkt und abgedichtet, so dass die Wärme im Haus und die Kälte und Feuchtigkeit draußen bleiben. Die Wärmedämmplatten sind resistent gegen Feuchtigkeit und sie verbessern den Wohnkomfort. Ganz nebenbei erhöhen sie den Wert der Immobilie und senken die Heizkosten.
 
Risse und Spalten in Außen- und Innenwänden können die Stabilität der Wände und der Baustruktur im Allgemeinen gefährden, zudem begünstigen sie den Eintritt von Feuchtigkeit. Wenn die Bewehrung in einer Wand zu rosten beginnt, dehnt sie sich aus, wobei die sie umgebende Wand an Stabilität verliert. Die Wand wird immer mehr Risse bekommen und kann später nicht mehr durch eine Reparatur der Außenschicht stabilisiert werden. Dadurch verringert sich die Widerstandsfähigkeit der Wand zunehmend und es besteht die Gefahr, dass sie in sich zusammenbricht. Die richtige Lösung wäre, den Beton bis zur Bewehrung zu entfernen und die Roststellen zu behandeln, um dann wieder neuen Beton anzuarbeiten. Diese Betonsanierungen sind wichtig für die Sicherheit des Hauses und seiner Bewohner.
 

 
Als nächstes sollte man sich mit den Fußböden beschäftigen. Viele ältere Häuser oder Häuser, die ausschließlich als Ferienhäuser genutzt werden, haben nur unter den tragenden Wänden ein Fundament, nicht aber direkt unter den Fußböden oder den Innenwänden. Oft befindet sich unter den Böden einfach nur Sand, der für die Nivellierung aufgetragen wurde, dazu noch zwischen 3 bis 5 cm Mörtel oder Magerbeton – manchmal mit Baustahlmatten verstärkt. Direkt darüber wurden die Fliesen verlegt. Durch diese Vorgehensweise ist der Boden kalt und feucht. Aber ein trockener und warmer Fußboden ist für das Wohlbefinden im Haus dringend notwendig. Falls Sie nicht sicher sind, ob das Haus über eine Bodenplatte verfügt, sollten Sie einen Experten zurate ziehen, der an einer bestimmten, nicht sofort sichtbaren Stelle (z. B. unter einem Schrank) eine Fliese entfernt und die Situation überprüft.
 
Falls Sie die Fliesen erneuern möchten, und vorher festgestellt haben, dass sie tatsächlich über einer dünnen Sandschicht verlegt wurden, ist es oft besser, die neuen Fliesen direkt über die alten zu verlegen, auch wenn die Höhe der Türen an den neuen zusätzlichen Belag angepasst werden müssen. Denn das Herausbrechen der alten Fliesen, könnten die Nivellierung des Sandbodens zerstören, was zu einer noch umfangreicheren Reparatur führen würde. Nichtsdestotrotz besteht die optimale Lösung darin, die Fliesen, die Sandbasis und den Magerbeton bis zur Erdschicht ganz zu entfernen, vorausgesetzt, die finanziellen Möglichkeiten erlauben dies. Danach müsste man noch 10 cm tiefer graben, um eine widerstandsfähige Bodenplatte herstellen zu können. Darüber wird eine Wärmedämmung verlegt, die mit Mörtel überzogen wird. Anschließend steht der Verlegung der Fliesen nichts mehr im Weg – und sie werden sich an einem weitaus wärmeren Haus ohne Feuchtigkeit erfreuen können. Und sollten ihre Finanzen es erlauben, wäre es empfehlenswert, während dieser Reparaturarbeiten gleich eine Fußbodenheizung einzubauen. •