AUSGABE: Juni - August 2014

Am Anfang

Von Jerry Brownstein
Woher kommen wir? Wie entstand das Universum? Das sind einige der wichtigen Fragen, mit der sich die Menschheit schon seit Ewigkeiten beschäftigt. Die konventionelle Wissenschaft will uns glauben machen, dass alles mit dem sogenannten Big Bang, dem Urknall begann. Vor etwa 13,7 Millarden Jahren. Folgt man dieser Theorie, ist unsere gesamte Existenz aus einem sehr kleinen Materiepartikel entstanden. Was als Theorie begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einem wissenschaftlichen Dogma entwickelt, das die meisten Menschen akzeptieren, ohne weiter darüber nachzudenken. Aber irgendetwas an dieser Theorie scheint nicht ganz richtig zu sein. Es gibt viele Beweise dafür, dass unser Universum expandiert, aber dass es zufällig aus einem Staubkorn entstanden sein soll, widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Natürlich könnte sich auch der gesunde Menschenverstand irren, ebenso wie sich unsere Vorfahren irrten, als sie annahmen, die Erde sei nicht rund. Aber dies bedeutet nicht, dass man den gesunden Menschenverstand als kompletten Unsinn bezeichnen könnte. Unser Universum besteht aus Milliarden von Galaxien, und in jeder dieser Galaxien gibt es Milliarden von Sternen – so gewinnt man einen Eindruck von der Größe und Grenzenlosigkeit des Universums und erkennt, dass es jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Es ist wenig glaubwürdig, dass all das aus einer zufälligen Explosion entstanden sein soll, aus einem Stecknadelkopf seelenloser Materie. Wenn man sich die fein abgestimmten Mechanismen vor Augen führt, die für die Entstehung des Universums erforderlich waren, kommt man zu dem Schluss, dass für die Geburt unserer materiellen Welt mehr als ein glücklicher Zufall nötig gewesen sein muss.

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es etwas gibt, das bis auf ein milliardstel Grad akkurat ist? Dieses Maß an Genauigkeit war erforderlich, um das Universum formen zu können. Wäre die Expansion eine milliardstel Sekunde langsamer vonstatten gegangen, wäre das Universum letztendlich in sich zusammengefallen. Wäre sie eine milliardstel Sekunde schneller gewesen, hätte sich alles so rasant aufgelöst, dass nur kalte, verdünnte Gase entstanden wären. Selbst die geringste Abweichung bei einem der multiplen Faktoren hätte dafür gesorgt, dass das Universum – so wie wir es kennen – nicht existieren würde. Damit sich aus einer Explosion im Raum ein derart komplexes System erfolgreich entwickeln kann, ist mehr als nur blindes Glück erforderlich. Der Mathematiker und Physiker Fred Hoyle verglich die Möglichkeit, dass das Leben zufällig durch den Urknall entstanden sein könnte, mit der Wahrscheinlichkeit, dass ein Hurrikan, der über einen Schrottplatz fegt, aus den herumwirbelnden Teilen ein Flugzeug konstruiert.


Je eingehender man das Thema betrachtet, umso unglaubwürdiger wird es, dass unser Universum durch eine willkürliche und zufällige Explosion entstanden sein soll. Tatsächlich ist es wahrscheinlicher, dass es sich um einen gut organisierten und beabsichtigten Prozess handelte. Wie erklärt sich das? Traditionelle Kulturen glaubten daran, dass ein göttliches Wesen die treibende Kraft beim Schöpfungsprozess und den darauffolgenden Ereignissen gewesen sein muss. Aber im 17. Jahrhundert wurden diese Überzeugungen durch die Entwicklung der Wissenschaft zunehmend infrage gestellt, es begann eine große Debatte zwischen den Kreationisten und den wissenschaftlichen Materialisten. Diese Debatte hält bis heute an. Im Prinzip vertreten Kreationisten die Meinung, dass es einen allmächtigen Gott gibt, der für alles im Universum verantwortlich ist. Auf der anderen Seite steht die materielle Wissenschaft, nach der das Universum nur durch die Kenntnis der physikalischen Gegebenheiten verstanden werden kann. In anderen Worten: Materie ist alles, was zählt. Aber keiner dieser Standpunkte ist vollständig, denn beide Seiten betrachten die Welt aus einer eingeschränkten Perspektive: Für Kreationisten ist alles völlig spirituell, für Materialisten ist alles völlig materiell. Aber das Universum kann nicht so leicht kategorisiert werden, denn es ist weder vollkommen spirituell noch ausschließlich materiell, es ist beides.  

Vielleicht können wir die Schöpfung des Universums besser verstehen, wenn wir Wissenschaft und Spiritualität miteinander verflechten. Um zu sehen, wie das funktioniert, lasst uns mal rein hypothetisch davon ausgehen, dass es tatsächlich einen Urknall gegeben hat. Diese Annahme wirft sofort eine sehr einfache Frage auf: „Was existierte vor dieser großen Explosion?” Wenn das gesamte materielle Universum durch den Urknall entstanden sein soll, muss es zuvor eine Art immaterieller Existenz gegeben haben. Aus dieser immateriellen Quelle – aus diesem Nichts (no-thing) … wurde das gesamte Universum erschaffen … also alles (every-thing). Wie ging das vor sich? Konventionelle Wissenschaftler haben keine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage, einige ihrer risikofreudigeren Kollegen schon. Die italienische Physikerin Paola Zizzi beispielsweise entwickelte eine Theorie, die „Big Wow” genannt wird. Laut Zizzi sind wir nicht das Resultat eines zufälligen materiellen Prozesses, sie ist davon überzeugt, dass es eine Art „Gedanken” gegeben haben muss. Sie stellt sich ein „Feld intelligenten Bewusstseins” vor, das die „Idee” unseres Universums kreierte. Und diese „Idee” war von Informationen durchdrungen, durch die das Universum schließlich erschaffen wurde.

Dieses „Feld” ist dem Konzept „Einheit” (Oneness) sehr ähnlich, das von Mystikern und Weisen im Laufe unserer Geschichte propagiert wurde. Führende Wissenschaftler erforschen diese Theorie nun. Bisher fanden sie heraus, dass wir alle durch dieses Bewusstseinsfeld mit allem im Universum verbunden sind. Dies wiederum bedeutet, dass das, was eine einzelne Sache beeinflusst, auch alles andere beeinflusst … und alles was dich beeinflusst, beeinflusst auch mich. Diese Entdeckung hat enorme Auswirkungen, denn sie eröffnet unserem Geist neue Wege des Denkens und Seins. Zu wissen, dass wir alle miteinander verbunden sind, weckt unser wahres Mitgefühl und unsere Kooperationsbereitschaft.
Zu verstehen, dass wir eins sind mit der Quelle des Universums, lässt uns erkennen, dass wir Teil eines beeindruckenden, unendlichen kreativen Prozesses sind. Akzeptieren wir diese Rolle des Co-Schöpfers, können wir eine neue Menschheitsgeschichte schreiben … eine bessere Geschichte, denn unser Herz weiß, dass es möglich ist und zu einem neuen Anfang führen kann. •