AUSGABE: Oktober-November '05

IBOSIM

MARIA








Ibosim ist einer der ältesten Namen für Ibiza. Aus dem Punischen übersetzt bedeutet dieses Wort: “Insel des Bes“.

Der zwergenhafte Schutzgott Bes, der auch in Ägypten große Verehrung fand, kam ca.1500 vor Christus durch punischen Einfluss nach Ibiza. Seine genaue Herkunft bleibt uns jedoch unbekannt, und viele Experten meinen, er stamme ursprünglich von den Pygmäen ab, da sein Aussehen sehr stark von den Göttern des Mittelmeeres und Ägyptens abweicht.

Er war nicht unbedingt eine Schönheit. Eine kleinwüchsige Person mit langen Armen, kurzen Beinen, stupsnäsigem Gesicht, zottigem Bart und dicken Augenbrauen. Meistens wurde er mit heraushängender Zunge, Hörnern und Hufen dargestellt. Auf manchen Abbildungen sieht man ihn auch mit einem gigantischen Penis.

Wegen seines Aussehens wurde er auch oft mit dem Steinbock oder Gott Pan assoziiert. Trotz seiner grotesken Erscheinung fand Bes in Ibiza große Verehrung und ihm wurden viele gute Eigenschaften zugeschrieben.
Bes brachte Glück in die Häuser aller sozialen Schichten und war der Beschützer der Ehe und der Familie. Er kümmerte sich um die körperlichen Bedürfnisse und den Schmuck der Frauen. Er war ihr größter Freund und stand ihnen bei der Geburt bei. Oft findet man Darstellungen, in denen Bes Trommel- oder Tamburin schlagend und Messer schwingend um die junge Mutter herum tanzt. Der Lärm, das abscheuliche Gelächter und sein hässliches Angesicht sollten die bösen Geister vertreiben und das Neugeborene schützen.






Auch fand man das Bildnis des Bes oft über Betten, denn er war der Hüter des Schlafes. Für einen großen Zauberer hielt man ihn und auf vielen alten ibizenkischen Münzen finden wir diese kleine bärtige Gestalt im Kampf mit einer Schlange abgebildet. „Bes die Geissel aller bösen Kreaturen“ wurde er oft genannt, da er seine Verehrer auch vor bösartigen Tieren schützte. Viele glauben, dass das Fehlen von giftigen Tieren in Ibiza der Gottheit Bes zuzuschreiben ist.

In erster Linie war er allerdings der Gott der guten Laune und Lustbarkeiten. Denn schon im alten Ägypten tanzte er vor den Pharaonen und erfreute sie mit den Klängen der Harfe, der Leier oder des Tamburin. Daher waren Tanz und Musik ein wesentlicher Bestandteil seines Kultes, was man heute noch sehr deutlich in Ibiza spüren kann.







MARIA