AUSGABE: August-September '05

DIE PFLANZEN IM SOMMER: EXPERTENTIPPS

Vicente Cleries




Im Sommer ist alles Leben der Dehydration ausgesetzt. Wir können an uns selbst beobachten, dass wir uns bei dem Übermaß an Licht und den heissen Sonnenstrahlen nicht wohlfühlen, wenn wir uns nicht ab und zu mit Getränken und einer Dusche erfrischen. Auch wir schützen uns mit Hüten, Sonnenschirmen und –brillen vor der Sonne, um nicht zu verbrennen oder am grellen Licht zu blenden.
Und ebenso müssen wir auch unsere Topfpflanzen öfter giessen; meiner Ansicht nach täglich, manchmal mehr, damit sie genügend Wasser bekommen, manchmal weniger, nur so zur kühlenden Erfrischung.



Vicente Cleries




In der freien Natur gibt es ja doch auch Tage, an denen es manchmal mehr, manchmal weniger regnet.
Auf Ibiza sollte man aufgrund des kalk- und salzhaltigen Wassers überwiegend nur die Wurzeln bewässern, denn der Salz- und Kalkgehalt des Wassers ist schädlich für die Pflanzen: der Kalk legt sich auf den Blättern ab, und das Salz verbrennt die Blattspitzen.
Wenn das Giesswasser kaum kalkhaltig ist oder man Zisternenwasser nimmt, kann man damit die Pflanzen besprühen, denn sie nehmen das Wasser auch über die Blätter auf und reinigen damit die Poren, die sie zum Atmen und zur Aufrechterhaltung ihrer Lebensfunktionen, wie z.B. der Chorophyllbildung, brauchen.
Im Sommer giesst man am besten frühmorgens oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht so stark ist. Insbesondere im Sommer empfehle ich am Abend zu giessen, kurz vor Sonnenuntergang; so


nutzen die Pflanzen das Wasser besonders gut. Im Winter dagegen sollte man vormittags giessen, und zwar sowohl die Pflanzen als auch den Rasen.
Um einerseits Wasser zu sparen, andererseits aber die Pflanzen voll bewässern zu können, ist es ratsam, Tröpfchenbewässerung einzurichten. Ein programmierbarer Computer erleichtert das Bewässern erheblich.
Für alle Pflanzen ist eine ausreichende Drainage lebenswichtig, denn wenn sich das Wasser staut, verfaulen Pflanze und Wurzeln bereits nach wenigen Tagen.
Man kann den Boden länger feucht halten, indem man ihn mit dekorativem Material bedeckt, wie z.B. Baumrinde, Vulkanerde, Tonscherben, etc., was bis zu einem gewissen Grad die Verdunstung verhindert.
Um die Pflanzen vor der Sonne zu schützen, sollte man schattenspendende Planen anbringen, insbesondere in den Monaten Juli und August, wenn die Sonne wirklich brennt. Oder man stellt die Topfpflanzen von mittags bis abends (ca. 19 Uhr) an ein schattiges Plätzchen.
Man sollte auch, wenn möglich, zugige Standorte meiden, die sowohl Pflanzen als auch Menschen abträglich sind.




Ein weiteres wichtiges Sommerthema sind Ungeziefer und Krankheiten. Wenn man diese bereits bei den ersten Anzeichen behandelt, sind sie leicht zu beseitigen und die Pflanzen leiden weniger unter den Schäden.
Zu Beginn des Sommers sind es die Blattläuse, die zum Angriff übergehen, gefolgt von den Schildläusen, Milben und den Raupen, die den Abschluss bilden. Den Reigen vervollständigen die Thripse, die weisse Fliege, die Fruchtfliege und andere mehr.



Blattläuse

Milben

Weisse Fliege

Rostpilz
Dazu kommen auch noch die Pilzkrankheiten. Die verbreitetsten sind der Rostpilz (kleine kupferfarbene Flecken), Mehltau (grauer Schleier) und Schorf (schwärzliche Flecken), Welke (Fusarium – schwarze Flecken auf Trieben und Blättern, manchmal mit weissem
oder hellrosa Pilzmycel bedeckt).



Die Behandlungsmethoden sind bei frühzeitiger Anwendung recht effizient. Die Gartencenter bieten entsprechende Insektizide und Fungizide an. Um für das jeweilige Problem die optimale Behandlungsmethode zu finden, empfehle ich Ihnen, einen befallenen Zweig oder ein Blatt mitzubringen; so findet sich leichter eine Lösungsmöglichkeit.
Pflanzen haben keine Hände, um sich selbst zu pflegen, und wenn sie nicht in ihrem natürlichen Umfeld wachsen, brauchen sie die unseren. Leihen Sie sie ihnen.




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