AUSGABE: Oktober - Dezember 2013

Patrice Aaftink und Jean Marc des Bouvrie - Ein unglaublich kreatives duo

Text: Cat Weisweiller
Patrice Aaftink & Jean Marc des Bouvrie teilen drei große Vorlieben: Ihre romantischen Gefühle füreinander, ihre noch junge Zuneigung zu Ibiza und ihre grenzenlose künstlerische Experimentierfreude. Dadurch haben die beiden talentierten Künstler ein starkes Fundament für ihre Zusammenarbeit, was sich bei einem Besuch ihres Studio-Ateliers Art & Design in der Nähe des Plan Be (ehemals Novum und El Pato) deutlich zeigt.
 
Kunstvolle 3D-Installationen und Beleuchtungssysteme dominieren an den Wänden. Hochmoderne Sitzmöbel mit integrierten Soundsystemen und eingebautem Schallschutz laden den Besucher ein, sich entspannt zurückzulehnen. All diese ungewöhnlichen, ultra-modernen Kreationen wurden von Patrice und Jean Marc erschaffen. Ein Gespräch mit dem kreativen Duo ist ein humorvoller und warmherziger Austausch, bei dem klar wird, dass der Erfolg ihrer Arbeit vor allem auf Leidenschaft und gegenseitigem Respekt beruht. Und ich würde außerdem darauf wetten, dass sie sich perfekt ergänzen.
 
Patrice ist die aufmerksame Beobachterin, sie saugt die Anregungen ihrer Umgebung in sich auf und trägt ihre philosophische Sicht der Dinge bei. Jean Marc ist derjenige, der die Ideen mit handwerklichem Geschick in die Praxis umsetzt. Mit ungebremstem Elan und voller Begeisterung fürs Freestyle-Design. Eindeutig eine unschlagbare Kombination.
 

 
Jean Marc und Patrice kommen aus Holland, vor zwei Jahren lernten sie sich in Amsterdam kennen und verliebten sich Hals über Kopf. Später vereinten sie auch ihre kreativen Kräfte und schließlich ließen sie sich vor kurzem auf Ibiza nieder. Sie brachten ein beeindruckendes Portfolio mit, in dem die gesammelten Werke ihres künstlerischen Schaffens verewigt sind. Jean Marc kann eine jahrelange Erfahrung in der Architektur- und Designerbranche vorweisen. Man könnte sagen, er sei in die Fußstapfen seines Vaters getreten, dem bekannten Möbeldesigner und Innenarchitekten Jan des Bouvrie. Zu Beginn baute Jean Marc „Dirt Bikes“, handelte mit Harleys, restaurierte Boote und ließ sich auch auf andere kreative Spielereien ein. Später machte er auf internationaler Ebene Karriere als Architekt und Inneneinrichter. Er gestaltete viele Luxushäuser, Fünfsterne-Hotels, restaurierte historische Sehenswürdigkeiten oder entwarf hochmoderne Industrieräume. Doch trotz seines großen Erfolgs hatte er nach 25 Jahren das Bedürfnis, sich aus diesem konventionellen Trott zu befreien. Er fühlte sich eingeschränkt und wollte zu seiner ursprünglichen Leidenschaft, dem Freestyle-Design, zurückkehren. In all seinen Formen, aber vor allem wollte er sich auf gebrauchsfähige Kunst, trendige Möbel, elektronische Signaturen und Beleuchtungssysteme konzentrieren.
 
Patrice kommt aus der Bildenden Kunst, entwickelte aber schnell einen Hang zur visuellen Kunst. Eine sichere konventionelle Karriere umschiffte sie erfolgreich. Ihr kreativer Hintergrund spiegelt sich in ihren witzigen und raffinierten Arbeiten wieder. Zweifelsohne beobachtet sie ihre Umgebung und das Leben im Allgemeinen mit großer Aufmerksamkeit. Und weil sie großzügig und fürsorglich ist, nahm sie an kreativen Charity-Programmen im Ausland teil, wo sie ihr Wissen an andere weitergab. Auch die Umwelt liegt ihr am Herzen, deshalb engagierte sie sich in einem sozialen und umweltorientierten Koordinationsnetzwerk: The Earthship. Auf Ibiza will sie diesem Engagement treu bleiben.
 
Wie Patrice zugibt, war es Jean Marc, der sie zu ihren visuellen 3 D-Arbeiten motivierte. Für ihre letzte Ausstellung, die sie unter dem Titel „Old Masters Now“ präsentierte, kreierte Patrice beispielsweise abstrakte 3 D-Kunstwerke aus Holz mit LED-Beleuchtung. Wobei sie sich von alten Meistern wie Da Vinci, Rembrandt oder Rodin inspirieren ließ.
 

 
Jean Marc und Patrice haben schon bei mehren Projekten zusammengearbeitet. So verwirklichten sie zum Beispiel ein mit LED-Licht illuminiertes Kleid, das die Inseldesignerin Natalie Groeneveld entworfen hatte und das in diesem Sommer bei einer Show im Atzaró gezeigt wurde.
 
Ihr vielleicht bemerkenswertestes Projekt realisierten sie bei einem Kunstwettbewerb, der zu Ehren des 75. Geburtstags der holländischen Königin Beatrix veranstaltet wurde. Ihre Installation „Queen Beatrix in the Spotlight” – eine minimalistische Annäherung an Andy Worhols Werk „The Queen“ wurde unter 2000 eingereichten Arbeiten in den Kreis der 65 besten Kreationen gewählt. Zudem wurde die Installation als innovativste Arbeit gelobt und im Königlichen Palast Soestdijk in Holland ausgestellt.
 
Ihre vorbehaltlose Zusammenarbeit trägt ganz offensichtlich Früchte. Und die beiden haben ein großes Interesse daran, diese kooperative Kultur auch auf ihr Studio-Atelier auszuweiten. Deshalb laden sie andere Künstler ein, gemeinsam mit ihnen an Projekten zu arbeiten. „Für uns zählt der Geist der kreativen Zusammenarbeit, nicht das Konkurrenzdenken.“ •