AUSGABE: Oktober - Dezember 2013

Eine tägliche Praxis beginnen

Von Jerry Brownstein
Wir leben in einer Zeit der großen Veränderungen. Das ist gut, denn jeder Wandel ermöglicht auch Wachstum. Wenn sich die Lebensumstände verändern, können wir eingefahrene Lebens- und Glaubensdogmen aufgeben und neue Wege beschreiten, die uns zu wahrem Glück und Erfüllung führen. Will man diese wunderbare Transformation erfahren, sollte man eine tägliche Übung in sein Leben integrieren. Eine Praxis, die alle Aspekte des Seins positiv beeinflusst: den Körper, den Geist und die Seele. Man kann mit einer morgendlichen zehnminütigen Übung beginnen, und sie dann ausweiten, je nachdem, wie wohl man sich mit ihr fühlt. Da wir alle Individuen sind, sollte diese Praxis eine persönliche Mischung sein aus den Methoden, die uns gut tun und die mit unserem Lebensstil vereinbar sind. Die tägliche innere Erkundungsreise kann mit körperlichen Übungen kombiniert werden, damit Körper, Geist und Seele gleichermaßen genährt warden. Ziel ist es, unsere wahre innere Schönheit auf allen Ebenen fühlen zu können, damit diese positive Energie in allen Bereichen unseres Sein zu wirken beginnt.


Einer der wichtigsten Bestandteile jeder täglichen Praxis ist die Meditation. Sie reduziert nicht nur Stress, sie erhöht die geistige Klarheit und stärkt das Immunsystem. Gleichzeitig ist sie eine bewährte Methode, um einen Zustand des Friedens und des Glücks zu erreichen. Viele Menschen sind entmutigt, wenn es ums Meditieren geht, sie haben das Gefühl, es sei zu kompliziert und zeitraubend. Und tatsächlich gibt es Meditationen mit strikten Regeln, die vorschreiben, wie man zu sitzen hat oder was man denken soll etc. Aber das Meditieren kann auch einfach und leicht sein – und viel Freude bereiten. Ich empfehle, mit einer fünfminütigen täglichen Meditation zu beginnen. Ihr solltet sie morgens machen, bevor Ihr Euer Handy einschaltet und bevor Euer Geist sich mit all dem beschäftigt, was im Laufe des Tages auf Euch zukommen wird.  

Sucht Euch einen ruhigen Platz, an dem man Euch nicht stören wird. Dann setzt Euch bequem hin. Es ist nicht nötig, mit gekreuzten Beinen oder in einer anderen speziellen Position zu sitzen, achtet nur darauf, dass Eure Wirbelsäule gerade ist. Man kann auch Kissen benutzen, um diese Position zu unterstützen. Nachdem man bequem sitzt, schließt man die Augen und konzentriert sich auf seinen Atem. Beobachtet Euren Bauch, der sich beim Einatmen ausdehnt, um Luft in die Lungen zu lassen – und sich beim Ausatmen langsam zusammenzieht, um die Luft aus dem Körper zu drängen … Der Atem muss sanft und natürlich gehen, niemals sollte man ihn forcieren. Wenn man anfängt zu entspannen, kommen zwangsläufig Gedanken. Diese Gedanken versuchen, Deine Aufmerksamkeit zu erlangen, das ist normal. In manchen Momenten wirst Du feststellen, dass Du Dich in den Gedanken verloren hast. Sei nicht frustriert, falls dies geschieht. Denke nicht, Du hättest schlecht meditiert. Denn es gibt keine schlechte Meditation! Die Essenz der Meditation besteht darin, die Gedanken zu beobachten und sich bewusst zu machen, wann sie die Kontrolle übernehmen. Sollte dies also geschehen (und es wird bestimmt geschehen), lache über die Hartnäckigkeit Deines Ego und konzentriere Dich wieder auf den Rhythmus Deines Atems. Die Gedanken werden bleiben, aber Du wirst Ihnen keine Aufmerksamkeit mehr schenken.


Meditation beruhigt den Geist, dadurch verändert sich die Wahrnehmung der Gedanken und Gefühle. Es gibt zwei kraftvolle Übungen, die man mit der Meditation kombinieren kann, um mehr Frieden, Freude und Fülle in sein Leben zu bringen: Affirmationen und Visualisierungen. Affirmationen sind positive Botschaften über uns selbst oder die Welt, die uns umgibt. Sie programmieren unsere innere Führung. Wenn wir die Affirmationen ständig wiederholen, entstehen neue Verknüpfungen in unserem Unterbewusstsein. Diese wiederum verändern unser eingefahrenes Glaubenssystem und lassen so die Reflektion positiver Werte zu. Visualisierung ist ein kreativer Prozess, bei dem wir vor unserem geistigen Auge dieses gesunde und freudvolle Leben entstehen lassen, das wir uns wünschen. Unsere Vorstellungskraft kann als exzellente Brücke dienen, zwischen den alten Denk- und Seinssystemen und den neuen Wegen, die wir uns für unser Leben wünschen.

Meditation und innere Reisen beruhigen die Seele und schärfen den Geist, aber wir sollten den Körper nicht vergessen. Denkt daran, wir sind ganzheitliche Wesen, dies bedeutet, dass Geist, Körper und Seele im Idealfall in harmonischem Einklang sein sollten. Wenn der Körper fit, gelenkig und stark bleibt, kann man die Balance leichter bewahren und so das Leben führen, das man sich erhofft. Es gibt wunderbare Übungen, die eine körperliche Ausgeglichenheit in Deine Praxis bringen: Yoga, Qi Gong oder die 5 Tibeter gehören zu den beliebtesten und effektivsten Methoden, die zum inneren Frieden beitragen. Auch spezielle Energieübungen sind eine kraftvolle Methode, mit der man die Balance und den Fluss des Körpers verbessern kann. In nur fünf Minuten. Das Leben beginnt mit dem Atem, eine bewusstere Atemtechnik ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil physischer und spiritueller Gesundheit.


Mit all diesen Methoden kann man sein Leben bereichern. Man muss die Übungen einfach nur in sein Alltagsleben integrieren. Und wichtig ist, sie täglich zu praktizieren. Wer gleich zu Beginn zuviel von sich selbst fordert, kann leicht entmutigt werden, deshalb sollte man sein Ziel nicht zu hoch ansetzen. Fünf oder zehn Minuten täglich reichen. Sobald die Praxis Teil des Alltagslebens ist, kann man sie vertiefen und schrittweise erweitern. Es ist empfehlenswert, mit den verschiedenen Methoden zu experimentieren und dann diejenigen anzuwenden, die sich besonders gut anfühlen. Wenn man die ehrliche Absicht hat, sich täglich auf die Übungen einzulassen, ist dies ein Zeichen dafür, dass man damit beginnt sich selbst zu lieben. Und daraus werden sich viele andere positive Dinge entwickeln. •