AUSGABE: April - Juni 2013

Pflanzliche Ernährung

Texto: Ruth Osborn
Das Interesse an einer auf Pflanzen basierenden Ernährung, die den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt, ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Bewegungen wie „Meatless Mondays” (kein Fleisch an Montagen) oder „Flexitarian” (manchmal vegetarisch leben, manchmal nicht) erfreuen sich zunehmender Popularität. Dieser Trend basiert auf einer wachsenden Anzahl von Studien und Forschungen, die klar machen, dass der Konsum tierischer Produkte einen negativen Einfluss auf unseren Körper und unsere Umwelt hat. Die pflanzliche Ernährung hingegen bringt viele Vorteile.




 
„Die China Study“ ist eine der überzeugendsten Studien über die Wirkung der Nahrung auf unseren Körper. Sie deckt die Verknüpfung zwischen einer auf tierischen Produkten basierenden Ernährung und chronischen Krankheiten auf. Über zwanzig Jahre hat man in China geforscht, und man konnte die Sterblichkeitsrate mit diversen Krankheiten in Verbindung bringen, darunter 48 verschiedene Krebsarten sowie Herzgefäßleiden und Diabetes. Man kam zu dem Schluss, dass unsere Ernährung die Ursache für viele Krankheiten ist: In Gegenden, in denen die Bevölkerung vor allem tierische Produkte zu sich nahm, waren chronische Erkrankungen häufiger, in Gebieten, in denen die pflanzliche Ernährung dominierte, kamen sie hingegen seltener vor. T. Colin Campbell, einer der Autoren dieser Studie, ist davon überzeugt, dass viele Krankheiten in der westlichen Welt durch ein Übermaß an tierischen Proteinen ausgelöst werden. Diese Krankheiten seien sowohl vermeidbar als auch heilbar, sofern man auf eine pflanzliche Ernährung wechsele, so Campbell. Wer sich detailliert über diese Studie und die Effekte einer auf tierischen Produkten basierenden Ernährung informieren möchte, solte sich den Dokumentarfilm Forks over Knives anschauen, der sich mit den Ergebnissen der Studie beschäftigt.
 
Wer mehr pflanzliche Produkte in seine Ernährung einbringen möchte, sollte damit beginnen, sich zum Frühstück ein „grünes” Getränk zuzubereiten, einen Smoothie aus seinen Lieblingsfrüchten oder -beeren. Milch kommt nicht hinein, stattdessen wandern eine Handvoll Spinat oder andere grüne Blätter in den Mixer. Mit diesem äußerst nahrhaften Getränk startet man gut in den Tag. Mal abgesehen von der knallgrünen Farbe schmeckt man den Spinat oder die anderen grünen Blätter übrigens nicht heraus.
 
Ein gut zusammen gestelltes, auf Pflanzen basierendes Essen sättigt und gibt Energie. Egal, was man isst, ein Mittag- oder Abendessen sollte immer von einem grünen Salat sowie Gemüse und Obst in allen anderen Farben begleitet sein. Als Durchschnittsregel gilt: Die Hälfte des Tellers sollte mit buntem Gemüse und grünen Salatblättern gefüllt sein. So wird der Körper mit allen Vitaminen, Mineralien und Mikronährstoffen versorgt, die er braucht. Linsen eignen sich bestens als Hauptgericht, denn sie müssen nicht wie andere Hülsenfrüchte vor dem Kochen eingeweicht werden, zudem sättigen sie gut, sind nahrhaft und enthalten viele Ballaststoffe, Kohlehydrate, Proteine, Eisen und andere Spurenelemente. Wer nach veganen Linsen-Rezepten sucht, wird eine große Auswahl finden: Für Suppen, Eintöpfe, Pasteten und Sprossen. Wer eigentlich an Fleisch gewöhnt ist, kann Pilze (vor allem Shitake-Pilze) hinzufügen, da sie für einen guten Geschmack und eine sämige Textur sorgen.
 
Das Buch „Thrive Foods“ von Brendan Brazier ist eine hervorragende Informationsquelle für eine auf Pflanzen basierende Ernährung und bietet über 200 Rezepte. Zudem hat Brazier das Online-Programm „Thrive Forward“ produziert, in dem kurze Video-Clips gezeigt werden, die über die pflanzliche Ernährung und deren Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden aufklären. Gratis anmelden kann man sich unter: www.thriveforward.com
 
Wer die tierischen Produkte reduziert, verbessert seine Gesundheit. Pflanzliche Ernährung ist ein Garant für Gesundheit. Man fühlt sich energetischer und der Körper wird mit Vitaminen, Mineralien und anderen Nährstoffen versorgt, die er für sein Wohlbefinden benötigt. Und es muss nicht immer Alles oder Nichts sein: Egal, ob Du vegan lebst oder Fleisch isst, tu das, was Dir und Deiner Familie gut tut. Wer seine Ernährung ändern will, sollte dies langsam tun und sich nicht überfordern. Fangt mit einer Mahlzeit an, mit einem Tag oder einer Woche. Denn egal, ob Ihr nur eine pflanzliche Mahlzeit zubereitet, oder euch einige Tage oder eine ganze Woche pflanzlich ernährt, Ihr könnt sicher sein, dass Ihr einen Schritt in die richtige Richtung tut.