AUSGABE: August-September '05

TANIT

A.K.





Busto femenino púnico




Diosa Tanit



Figura femenina púnico-ebusitano



Für viele ist die punische Göttin zu einem Wahrzeichen Ibizas geworden.
Obwohl uns ihr Bildnis sehr oft begegnet, z.B. Autos Tanit, Bar Tanit oder in der Werbung von Hierbas Marí Mayans, wissen wir doch sehr wenig über die uns so Vertraute.
Tanit, bekannt als Göttin der Fruchtbarkeit und der Mutter Erde, kam 700 v. C. durch punischen Einfluss nach Ibiza, wo sie große Verehrung fand.



Tanits Macht umfasste verschiedene Bereiche: Sie war die Herrin des Himmels und des Mondes, der Fruchtbarkeit und des Krieges. Auch wurde sie von vielen als astrale Göttin gesehen, die die Verbindung zu Himmel und Erde schuf. Ihr männliches Gegenstück war der Gott Baal-Hammon, dessen Präsenz wir in vielen antiken Religionen des nahen Ostens finden.
Sie ist auch bekannt als die Göttin des Regens und um ihre Gnade zu

Exterior de la cueva de Es Cuieram



erbitten, opferte man ihr Tauben oder Schafe.
Ihre Wahrzeichen waren der Granatapfel, die Taube und der Löwe.
Leider findet man in den alten Schriften sehr wenig über den Kult und die Mythologie der Tanit. Deshalb gehen viele Archäologen davon aus, dass sie auch unter anderen Namen bekannt war, da es viele Parallelen zu anderen weiblichen Gottheiten der Antike gibt.



Interior de la cueva de Es Cuieram
Ihre Vorgängerin war Astarté, Göttin der Liebeskünste; deren Ursprung bis hin zu Ishtar und dem alten Babylon geführt werden kann. Später wurde Tanit durch römischen Einfluss zur Göttin Juno erklärt. Auch setzen viele Tanit mit der griechischen Göttin Demeter oder mit Hera der Gattin Zeus gleich, woraus wir schließen können, dass es viele verschiedene Namen für den göttlichen Aspekt des Weiblichen gibt.





Die größten Ausgrabungen eines Tempels der Göttin Tanit fand man in Nordafrika. Hier in Ibiza ist ihr Heiligtum die Höhle Es Cuieram im Nordosten der Insel, in der man heute noch die Präsenz der Göttin wahrnehmen kann.

A.K.