AUSGABE: Dezember - Februar 2013

Dem Schwarzgeld wurde der Kampf angesagt

Fuente: Agencia Tributaria (artículo 7 de la ley 7/2012) Texto: Sultan Cheema (Doornbos & Cheema)












Die spanische Regierung hat im Juli 2012 ein neues Gesetz ratifiziert, das die Barzahlung für Geschäfte und Serviceleistungen untersagt, die über 2.500 Euro liegen.
 
Alle Unternehmensbereiche sind betroffen, folgende Normativen gelten:
 
• Unternehmer und Freiberufler dürfen keine Barzahlungen mehr tätigen, sollte der Betrag der geschäftlichen Abwicklung über 2.500 Euro liegen.
• Nichtresidenten dürfen Barzahlungen bis zu 15.000 Euro abwickeln.
• Bei Zuwiderhandlungen können beide Geschäftspartner zur Verantwortung gezogen werden.
• Die Beschränkungen beziehen sich auf Geschäfte von Einzelpersonen oder Unternehmen, aber nicht auf private Transaktionen.




Die Regierung verabschiedete diese Maßnahmen gegen betrügerische Geschäftspraktiken, um das Haushaltsdefizit durch höhere Steuereinnahmen zu verringern. Die betroffenen Zahlungen müssen ab sofort über Kreditkarte oder Banküberweisung abgewickelt werden. Wie Ministerpräsident Mariano Rajoy im Kongress erklärte, werden Gesetzesübertretungen mit einer Geldstrafe geahndet, die 25 % der illegalen Geldtransaktion beträgt.
 
Außerdem ist man verpflichtet, ausländische Konten, Wert- oder Anleihepapiere, Jahreszahlungen oder Immobilien anzugeben. Wer seine Kapitalwerte verschweigt, muss mit einer Geldbuße von mindestens 10.000 Euro rechnen.
 
Mit diesen Maßnahmen hofft die Regierung auf zusätzliche Steuereinnahmen von ca. 8,2 Milliarden Euro, die man 2012 sonst nicht hätte eintreiben können.
 
Eine totale Amnestie wird es nicht geben, kündigte Rajoy an. Wer sein Schwarzgeld offenbart, müsse mit einer Strafe von 8 % des Gesamtwertes für Unternehmen oder 10 % für Privatleute rechnen. Allerdings ließen Experten bereits verlauten, dass nach der Aufdeckung des Betrugs und der Zahlung der Geldbuße zusätzlich die entsprechenden Steuern für die legalisierten Gelder gezahlt werden müssen.
 



Barzahlungsabwicklungen einzuschränken ist laut Wirtschaftswissenschaftler Valentin Pitch (REAF) immer eine gute Möglichkeit, um Betrügereien entgegenzuwirken. Es ist das erste Mal, dass die spanische Regierung zu derartigen Maßnahmen greift. Bisher beschränkte sich der Kampf gegen den Schwarzgeldverkehr auf die umstrittene 500 Euro-Banknote, die 70 % des im Umlauf befindlichen Bargelds ausmacht. Nach aktuellen Schätzungen wird etwa 30 % der spanischen Wirtschaft vom Schwarzgeldmarkt gespeist.
 
Das Gesetz gilt seit dem 19. November 2012. Für weitere Informationen sollten Sie Ihren Steuerberater konsultieren.