AUSGABE: Oktober - Dezember 2012

HILFE FÜR IBIZAS ALTE MENSCHEN

Texto: Cat Weisweiller










 
Sally Kennedy, die Vorsitzende des „Age Concern Ibiza & Formentera”, kümmert sich seit 18 Jahren um die älteren Menschen der Insel. IbiCASA besuchte die außergewöhnliche Frau, und erfuhr mehr über ihre Arbeit.
 
„Mein Wunsch, alten Menschen zu helfen, ist nicht dadurch bedingt, dass ich selbst Angst vor dem Älterwerden hätte. Schon seit meiner Kindheit fühle ich mich zu älteren Menschen hingezogen – ihre Weisheit hat mich immer beeindruckt”, verrät Sally. Auch die Verletzlichkeit der Älteren berühre sie sehr, und es mache sie traurig, dass sich in unserer Gesellschaft kaum jemand für sie zu interessieren scheint. Das sei der Motor für ihr Engagement.



 
Sally, die mittlerweile siebzig Jahre alt ist, kam 1968 auf die Insel, im zarten Alter von 25 Jahren. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann, Pepe, kennen. Aus dieser Beziehung ging ihr Sohn Marc hervor, heute hat sie drei Enkelkinder, in die sie total vernarrt ist. Bis vor elf Jahren arbeitete Sally als Sekretärin für den Chef eines großen Tourismusunternehmens. Und schon 1994 bat der britische Konsul Jeremy Batey sie, den Vorsitz eines bereits bestehenden Hilfskomitees für ältere Menschen zu übernehmen. 1997 wurde schließlich „Age Concern Ibiza & Formentera” gegründet. Seit 2001, als Sally in Rente ging, konzentriert sie ihre gesamte Energie auf diesen Wohltätigkeitsverein. Spanienweit gibt es mittlerweise sieben Schwesterorganisationen – und bald werden es neun sein.
 
Einige der ehemaligen Mitglieder ihres Komitees sind weiterhin aktiv, andere haben sich bereits in den Ruhestand begeben. Deshalb braucht der Wohltätigkeitsverband „frisches Blut”, um mit seiner wichtigen Arbeit fortfahren zu können: Beispielsweise werden mehrsprachige Übersetzer benötigt, die bei Arztbesuchen dabei sein oder Chauffeurdienste leisten können. Hilfe bei notwendigen bürokratischen Formalitäten, wie der Beantragung oder Verlängerung der Residencia, ist gefragt. Ebenso wie finanzielle Unterstützung, falls jemand den Arzt oder andere alltägliche Rechnungen nicht zahlen kann. Zudem kann man alte Menschen zuhause besuchen oder ihnen anderweitig zur Hand gehen. Außerdem versorgt der Wohltätigkeitsverein Bedürftige mit Rollstühlen, Gehhilfen oder anderen wichtigen Dingen. Auch ein Telefondienst, der alte Menschen darüber informiert, wo sie Hilfe in diversen Angelegenheiten bekommen, gehört zum Service. Im Laufe der Jahre ist der „Age Concern” seiner Devise treu geblieben: Die Lebensqualität alter Menschen zu verbessern und sie dabei zu unterstützen, solange wie möglich in ihrem Haus oder ihrer Wohnung bleiben zu können. Und das sei nur durch die Mitarbeit der freiwilligen Helfer möglich, erklärt Sally.
 
Aus diesem Grund bittet der „Age Concern” dringend um Spenden. Und noch wichtiger: Man sucht Freiwillige, die gerne ein wenig Zeit investieren möchten. Gut wäre es, wenn die Helfer zweisprachig wären (Spanisch/Englisch) und über ein Auto verfügen. Auch Personen, die sich ums Marketing kümmern könnten, sind herzlich willkommen, denn gerade in diesem Bereich fehlt es dem Wohltätigkeitsverein an Geld und Manpower. Und falls jemand von zuhause aus einige administrative Tätigkeiten übernehmen könnte, sollte er sich unbedingt melden. Der Zukunft sieht Sally mit philosophischer Gelassenheit entgegen: „Ich bin ja kein Springinsfeld mehr, deshalb suche ich langsam aber sicher nach einer Person, der ich eventuell das Staffelholz übergeben könnte”, sagt sie. Denn auch weiterhin will der größte Wohltätigkeitsverband der Insel seinem Motto treu bleiben: Alten Menschen zu helfen, in allen Lebenslagen und jenseits von Nationalitäten oder Glaubensrichtungen. Und dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn die notwendigen Gelder und Freiwilligen gefunden werden.
 
Ohne die großzügige Unterstützung der Insulaner könnte „Age Concern” seine Wohltätigkeitsarbeit nicht fortführen, daran besteht kein Zweifel. Glücklicherweise gibt es positive Beispiele. Um nur eines zu nennen: Für die diesjährige Weihnachtsauktion des Vereins spendete das Unternehmen Prefabricated Garden Houses ein Gartenhaus aus Holz im Wert von 3000 Euro. Ein Auktionslos kostet übrigens nur 5 Euro, und wer keinen Platz hat, um die Holzlaube aufzustellen, der kann sie selbstverständlich wieder verkaufen.
 
Nachdem ich einige Zeit mit einer so großherzigen Person wie Sally verbracht hatte, zog ich mit einem dicken Bündel der Weihnachtsauktionsplakate ab, um sie zu verteilen. Und in mir nagte der Gedanke, dass man viel bewegen könnte, wenn auch andere Menschen ihr Körnchen beitragen würden. Allein durch den Kauf eines Auktionsloses kann man diese wirklich gute Sache unterstützen. Am schönsten wäre es natürlich, wenn eine kollektive Welle der Solidarität über die Insel rollen würde – denn der „Age Concern” hat es verdient.



 
Wer spenden, etwas von seiner Zeit opfern oder ein Auktionslos kaufen möchte, sollte Sally kontakten:
Tel. 690 144 587   -   email: sallyckc@hotmail.com
 
Die Lose gibt es auch im:
White Island Corner Shop (Santa Eulalia)   -  Thomas Green’s (San Antonio)   -  The Terrace (Cala Llonga)