AUSGABE: Juni - August 2012

Unternehmensgründung in Spanien

Text: Doornbos & Cheema



Ibiza für viele immer noch einer der beliebtesten Plätze, wenn es darum geht, in Spanien ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine Geschäftsgründung ist unkompliziert, kann aber zeitraubend sein. Bevor Sie mit Ihrem Projekt beginnen, vergewissern Sie sich, dass Sie:  
 

 
DIESE SCHRITTE SOLLTEN SIE BEI EINER FIRMENGRÜNDUNG IN SPANIEN BERÜCKSICHTIGEN
Wenn Sie ein Unternehmen gründen wollen, lohnt die Investition, die Hilfe einer Gestoría oder eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen.
1. Schritt: Wenn Sie in Spanien ein Unternehmen gründen wollen, brauchen Sie eine N.I.E Nummer, eine Art Identifizierungsnummer für Ausländer. Womöglich haben Sie diese bereits, da sie für viele Dinge benötigt wird, beispielsweise für das Mieten eines Hauses oder den Kauf eines Autos. Diese Nummer erhalten Sie bei der Ausländerbehörde der Nationalpolizei.
2. Schritt: Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Steuerberater über das Unternehmensmodell. Die gebräuchlichsten sind:
SELBSTÄNDIGKEIT (Autónomo): Das Geschäft läuft auf Ihren Namen. Die Registrierung dauert nur einige Tage und die Anwesenheit eines Notars ist nicht erforderlich.
PARTNERSCHAFT (Comunidad de Bienes / C.B.): Eine C.B. ist eine Gemeinschaft aus Aktivposten, eine Miteigentümerschaft zwischen allen Partnern. Eingeschlossen der gemeinschaftlichen Haftung. Die Anmeldung dauert einige Tage, eine notarielle Beglaubigung ist nicht erforderlich.
GMBH (Sociedad de responsabilidad Limitada / S.L.): Eine S.L. hat Gesellschafter und ein Einstiegskapital von 3.006 € ist erforderlich. Eine S.L. gleicht einer British Limited. Der wesentliche Vorteil einer S.L. ist, dass die Gesellschafter nur begrenzt haften. Die Anmeldung dauert einige Wochen, ein Notar ist notwendig, um die Struktur und Gründungsformalitäten der S.L. festzulegen. Sie können sich auch für eine „Sociedad Express“ entscheiden, eine vereinfachte Form der S.L., die in nur wenigen Tagen angemeldet werden kann. Die Dienste eines Notars müssen auch in diesem Fall in Anspruch genommen werden.

 
3. Schritt: Sobald Sie sich für die Geschäftsform entschieden haben, wird Ihr Steuerberater Ihre Geschäftsaktivitäten beim Finanzamt (Hacienda) anmelden. Dort bekommen Sie eine Identifizierungsnummer, bekannt als Código de Identificación Fiscal (CIF).
4. Schritt: Außerdem müssen Sie Ihr Geschäft bei der staatlichen Krankenkasse anmelden (Seguridad Social), sollten Sie selbständig sein, zahlen Sie für Ihre Mitgliedschaft etwa 254 € monatlich. Dadurch haben Sie Anspruch auf eine staatliche Gesundheitsversorgung und falls Sie eine 15-jährige Selbständigkeit nachweisen können, haben Sie Anspruch auf Rente. 
In einigen Fällen müssen Sie Ihr Unternehmen in der entsprechenden Gemeinde anmelden und eine Eröffnungslizenz beantragen (LICENCIA DE APERTURA), welche die Art ihres Unternehmens und deren Aktivitätsrahmen festlegt. 
 

 
NATIONALE STEUERN
Körperschaftsteuer (IMPUESTO DE SOCIEDADES / I.S.): Die in Spanien übliche Körperschaftssteuer beläuft sich auf 25%, dies betrifft erste steuerpflichtige Einkünfte von bis zu 300.000 €. Können Sie nachweisen, dass Sie ebensoviel Personal beschäftigen wie im Vorjahr, haben Sie Anspruch auf 5% Ermäßigung.
Mehrwertsteuer (IMPUESTO SOBRE EL VALOR AÑADIDO / I.V.A.): In Spanien gibt es drei verschiedene Mehrwertsteuersätze, 4, 8 oder 18%. Die Höhe der Steuer hängt von der Ware, die sie erworben oder verkauft haben, oder dem Service ab, den Sie anbieten. Die Mehrwertsteuer ist als Steuer für den Endverbraucher gedacht, Unternehmen können diese Steuern grundsätzlich gegeneinander aufrechnen.
 
LOKALE STEUERN
Gewerbesteuer (IMPUESTO DE ACTIVIDAD ECONÓMICA / I.A.E.): Eine Sonderform der spanischen Gewerbesteuer, die ein funktionierendes Unternehmen an die jeweilige Gemeinde zahlt. Die Höhe der Steuer ist von diversen Faktoren abhängig, wie dem Umsatz, der Lage, dem Unternehmenstyp und der Anzahl der Angestellten. Diese Steuer fällt an, sofern das Unternehmen einen jährlichen Umsatz von mehr als einer Million Euro macht.
Einkommenssteuer (IMPUESTO SOBRE LA RENTA DE LOS PERSONAS FÍSICAS / I.R.P.F.): Eine Einkommenssteuer, die je nach fortschreitender Steuerrate kalkuliert wird.

 
Für jedes neue Unternehmen gelten andere Regeln. Deshalb sollte man vor der Geschäftsgründung gut darüber nachdenken, welches Modell für das jeweilige Projekt am besten geeignet ist. Dabei müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, um einen guten Start ins Geschäftsleben zu gewährleisten. Nur so kann man in der Zukunft viel Geld und Arbeit sparen. Deshalb empfehlen wir Ihnen unbedingt, vor Beginn eines unternehmerischen Projektes professionellen Rat einzuholen. •