AUSGABE: Dezember - Februar 2012

INTERVIEW MIT DEN HEILIGEN DREI KÖNIGEN

Texto: Helen Howard













Schon seit Jahren hat ibiCASA versucht, ein Exklusivinterview mit den Heiligen Drei Königen zu ergattern. Nun endlich ging unser lang gehegter Wunsch in Erfüllung!
 
Unter höchster Geheimhaltungsstufe treffen wir die drei weisen Männer aus dem Morgenland, als sie gerade mit ihrem schwer beladenen Boot Richtung Ibiza in See stechen wollen. Die Heiligen Drei Könige sind sehr aufgeregt, denn in diesem Jahr haben sie beschlossen, neben den traditionellen Süßigkeiten und Spielzeugen auch noch einige unsichtbare Geschenke mitzubringen. 
 
IbiCASA:  Unsichtbare Geschenke? Um Himmels Willen, worum handelt es sich denn dabei?
 
Melchior: Ich werde „Herzen aus Gold“ bringen. In diesen Zeiten großer Veränderungen können die Herzen der Menschen sehr beunruhigt sein. Viele Kinder zum Beispiel sorgen sich darum, dass man sie auslachen könnte, weil sie nicht die neueste Markenkleidung tragen, oder sie glauben, dass sie ohne das neueste Computerspiel nicht glücklich sein können. Und auch viele Eltern sind besorgt, weil sie das Gefühl haben, sie müssten ihren Kindern all diese Dinge kaufen, obwohl sie eigentlich gar nicht soviel Geld haben. Als ich ein kleiner Junge war, das war vor etwa zweitausend Jahren, hatten wir auch ohne diese seltsamen Plastikteile viel Spaß, denn wir wussten, dass Liebe das wichtigste Gut ist. Ich werde deshalb viele unsichtbare „Herzen aus Gold“ verteilen, sobald ich das Boot verlasse. Für jeden, der eines fangen möchte.
 
IbiCASA: Danke Melchior, das hört sich wundervoll an. Kaspar, was wird Dein unsichtbares Geschenk sein?
 
Kaspar: Bevor ich antworte, muss ich Dir eine Frage stellen: „Was glaubst Du ist wertvoller? Drei köstliche Schokoladen, die Du wirklich wertschätzt – oder zehn köstliche Schokoladen, die Du überhaupt nicht würdigst?“
 
IbiCASA: Naja, natürlich drei köstliche Schokoladen.
 
Kaspar: Genau, meine liebe Freundin. Deshalb werde ich als unsichtbares Geschenk „Herzen der Wertschätzung“ verteilen. Denn viele von uns realisieren gar nicht, wie viele gute Dinge es in unserem Leben schon gibt. Denn wir vergessen, sie wertzuschätzen. Oft denken wir an all das, was wir noch haben möchten, oder an das, womit wir nicht glücklich sind. Deshalb verbringe ich täglich fünf Minuten damit, an die Dinge zu denken, die ich schätze. An meine Familie oder meine Freunde, eine schöne Geschichte oder einen herrlichen Strandtag. Eigentlich ganz egal, was. Sobald ich das Boot verlasse, werde ich also „Herzen der Wertschätzung“ verteilen. Für jeden, der eines fangen möchte.
 
IbiCASA: Danke, Kaspar. Und Du, Balthasar, welches unsichtbare Geschenk wirst Du dabei haben?
 
Balthasar: Ich werde das „Herz der Natur“ bringen.
 
IbiCASA: Das hört sich an, als müsstest Du sehr schwer tragen. Passt Dein Geschenk überhaupt auf das Boot? 
 
Balthasar: Ja, es ist ein riesiges Geschenk, denn die Natur umgibt uns überall. Sie ist in der Luft, die wir atmen, oder in einem leckeren Essen. Sie ist im Himmel, der Sonne, dem Mond und den Sternen zu finden. Tatsächlich ist sie in allem, was wirklich kostbar und schön ist. Inklusive uns selbst. Aber obwohl sie so groß ist, wird sie doch in eines dieser kleinen unsichtbaren Herzen passen. Wenn ich das Boot verlasse, werde ich also „Herzen der Natur“ verteilen. Für jeden, der eines fangen möchte.
 
IbiCASA: Danke, Balthasar. Nun noch eine Frage an Euch alle. Wie kann man diese Herzen fangen, obwohl sie unsichtbar sind?
 
Melchior: Das ist ganz leicht – ein Herz kannst Du nur mit dem eigenen Herzen fangen. Deshalb musst Du Dir von ganzem Herzen wünschen, dass Du die Herzen empfangen kannst. Und dann bekommst Du sie auch. Selbst wenn Du nicht dabei sein kannst, wenn wir das Boot verlassen – unsere unsichtbaren Herzen fliegen überall hin. Nicht nur zu den Kindern, sondern auch zu allen Müttern, Vätern und anderen Erwachsenen. Es spielt noch nicht einmal eine Rolle, an welchem Tag Du Dir die unsichtbaren Herzen wünscht. Jeder Tag ist gut dafür.
 
IbiCASA: Danke an Euch alle! Ihr seid wirklich die weisesten Männer, mit denen ich seit langem gesprochen habe.