AUSGABE: Dezember - Februar 2012

IBIZAS HEILKRÄUTER

Texto: Sabina Brownstein













Ein Weg, den unsere Kultur einschlagen kann, um zu einer tragfähigeren Lebensart zu gelangen, ist, sich wieder auf die Heilkraft von Naturpflanzen und Kräutern zu besinnen, ebenso wie auf ihren positiven Nutzen in Hinblick auf unsere Gesundheit. Dieses Wissen wurde von unseren Vorfahren über viele Jahrhunderte hinweg von Generation zu Generation weitergegeben, aber im 20. Jahrhundert ging es verloren, weil die Menschen sich daran gewöhnten, auf pharmazeutische Produkte zu vertrauen, statt auf Naturheilmittel. Durch das wachsende Bewusstsein verändert sich dieser Trend jedoch, wir erkennen zunehmend, dass viele dieser „Wundermittel“ ernste Nebenwirkungen haben, was ihren positiven Effekt nicht selten aufhebt. Auf der Suche nach sanfteren Methoden zur Linderung unserer Beschwerden, wenden wir uns wieder Mutter Natur zu, die eine große Anzahl an Heilpflanzen zu bieten hat. Alle Pflanzen, die wir hier beschreiben, sind auf Ibiza erhältlich, viele von ihnen wachsen inmitten der Naturlandschaften.
 




 


Die wilde PETERSILIE, die wir auf den Märkten bekommen, ist weitaus mehr als nur eine schöne Dekoration für unsere Suppen. Sie ist reich an Vitamin C, Vitamin A, Eisen, Kalium und wichtigen Anti-Oxydanten. Traditionell wurde sie als harntreibendes Mittel verwendet, denn sie eliminiert die Harnsäure und ist deshalb geeignet für die Behandlung von Gicht und Rheuma.
 
Der herrliche ROSMARIN, der überall auf der Insel wächst, ist ein wohlschmeckendes Kraut und kann als Naturheilmittel vielseitig verwendet werden. Er wirkt erfrischend und stimulierend auf die Hirnrinde, er unterstützt das Gedächtnis und reduziert Nervosität und Verspannungen. Rosmarin hat zudem eine starke entzündungshemmende Wirkung bei Muskel- und Gelenkschmerzen, er stärkt die Blutgefäße und regt den Kreislauf an. Außerdem ist er nützlich, wenn man eine Diät macht, da er die Produktion zusätzlicher Gallenflüssigkeit anregt, wodurch der Körper schneller und effektiver verdaut. Eine Kur basierend auf frischem Rosmarin-Tee mit Honig ist eine köstliche Anregung für Körper, Geist und Seele. 
 
THYMIAN ist ein Kraut mit großer Heilkraft. Er kann bei vielen verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden. Er ist äußerst hilfreich bei Lungenerkrankungen, da er das Atmungssystem entkrampft und entschleimt. Thymian hat zudem eine positive Wirkung bei Asthma und Bronchitis, und in Verbindung mit Lakritze und Honig ergibt er eine exzellente Hustenmixtur. Man kann Thymian auch zur Stimulierung der Verdauung einsetzen, und bei Entzündungen des Magens oder des Darmtraktes hat er eine antiseptische Wirkung. Außerdem ist Thymian ein natürliches Desinfektionsmittel bei Pilz-, Virus- oder Bakterieninfektionen. Mischen Sie einige Tropfen mit Wasser und füllen Sie die Flüssigkeit in eine Sprühflasche, dieses absolut natürliche Desinfektionsmittel wirkt ebenso gut wie die chemischen Produkte, die in Krankenhäusern verwendet werden. Das haben Studien ergeben.
 
LAVENDEL ist eine so schöne und wohlriechende Pflanze, dass man sich schon besser fühlt, wenn man nur in ihrer Nähe verweilt. Aber seine wirkliche Schönheit reicht weitaus tiefer: Als Aufguss oder Tee beruhigt er das Nervensystem und hilft beim Entspannen. Lavendelöl ist eines der besonders vielseitigen und wirkungsvollsten Werkzeuge in der Aromatherapie, man kann es zum Beispiel bei allen möglichen Symptomen einsetzen, die durch Stress und Nervosität hervorgerufen werden. Außerdem lindert es Schmerzen, wodurch es bei Kopfschmerzen und Migräne gute Wirkungen zeigt. Lavendel ist ein exzellentes Antiseptikum bei Schnitten oder Hautabschürfungen, da es die Haut beruhigt, reinigt und heilt.





 









BASILIKUM passt wunderbar zu allen Tomatengerichten, und er ist die wichtigste Zutat einer Pesto-Soße (mmh!). Aber er ist nicht nur eine köstliche Sommer-Kur, er fördert auch die Verdauung und entspannt das Nervensystem. Er hilft bei Appetitlosigkeit und hat bei Darminfektionen eine sanfte antiseptische Wirkung. Basilikum kann zudem Fieber senken, da er die Schweißproduktion anregt. Falls Sie zu stark schwitzen, könnten Sie hingegen einen SALBEI-Tee versuchen, er hat einen kühlenden Effekt, auch bei Hitzewallungen während der Wechseljahre. Salbei hat außerdem eine antiseptische und heilende Wirkung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Hals-, Mandel- und Kehlkopfentzündungen werden durch Spülungen und Gurgeln einer Salbeilösung gelindert.
 
Ein Salbei-Aufguss stärkt die Lungen, sollte aber von Schwangeren gemieden werden. Nachdem das Baby geboren wurde, möchten Sie vielleicht einen Tee aus FENCHELSAMEN trinken, er ist hervorragend für stillende Mütter geeignet, denn er regt die Milchproduktion an. Hat ein Baby eine Kolik, kann ein schwacher Aufguss lindernd wirken. Aber Fenchelsamen sind nicht nur für Mütter und ihre Kinder geeignet, sie sind ein exzellentes Mittel für uns alle, denn sie beruhigen und wirken krampflösend. Zudem sind sie harntreibend, deshalb wurden sie traditionell bei Nierensteinen und Zysten eingesetzt. Kommt hinzu, dass das Zerkauen von Fenchelsamen nach dem Essen die Verdauung anregt – und für einen frischen Atem sorgt.
 
Kräuter können nicht alle Medikamente ersetzen, aber sie regen die natürlichen Heilungsprozesse Ihres Körpers an und unterstützen sie. Diese wunderbaren Gesundheitsförderer können jederzeit ohne ärztliche Verschreibung genutzt werden, sie haben keine schädlichen Nebenwirkungen. Wenn Sie also das nächste Mal einen Spaziergang durch die schöne Insellandschaft machen, verweilen Sie einen Moment, um die wunderbaren Naturheilmittel zu bewundern, die in Ihrer unmittelbaren Umgebung wachsen. Berühren Sie die Pflanzen, erfreuen Sie sich an ihrem herrlichen Aroma, bedanken Sie sich für diese wohltuende Fülle der Natur.