AUSGABE: Juni - August 2011

DER EVOLUTIONÄRE IMPULS

Texto: Jerry Brownstein












Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben uns drei wichtige Fragen fasziniert: Wer sind wir? … Woher kommen wir? … Was ist der Sinn unseres Lebens? Die Art und Weise wie wir diese Fragen beantworten, bildet die Basis dafür, wie wir uns selbst in der Welt sehen, zudem bestimmt sie die Gesellschaftsform, die wir kreieren. In den vergangenen 150 Jahren hat die Wissenschaft sich bei der Beantwortung dieser entscheidenden Fragen auf die Evolutionstheorie von Charles Darwin verlassen, was zur Folge hatte, dass fast alle Aspekte unserer westlichen Kultur seine Weltanschauung reflektieren. Aber was ist, wenn Darwin sich geirrt hat? Was ist, wenn alle Fundamente unserer wirtschaftlichen, ökologischen, politischen und sozialen Strukturen auf falschen Grundlagen aufgebaut wurden? Ist es möglich, dass der wahre evolutionäre Impuls der Natur der Theorie Darwins völlig widerspricht?







Die vorherrschende Weltanschauung Darwins besagt, dass wir das Resultat eines willkürlichen evolutionären Prozesses sind, der uns antreibt, auf Gedeih und Verderb um das persönliche Überleben zu kämpfen. Das Leben soll sich spontan aus einer inaktiven, materiellen Welt entwickelt haben, und die Evolution des Menschen soll auf den zufälligen Mutationen unserer Gene beruhen. Laut dieser Theorie hat die eine oder andere Kreatur in größeren zeitlichen Abständen einfach nur das Glück gehabt, eine unbeabsichtigte genetische Mutation zu erfahren, die ihm hilfreiche Überlebenseigenschaften bescherte. Er oder sie übertrugen diese großartigen Charakteristika an ihre Nachkommen, und schließlich wurden diese neuen Merkmale über Millionen von Generationen Teil der menschlichen Rasse. Wir haben gelernt zu glauben, dass diese Aneinanderreihung zufälliger Ursachen für jede nützliche Eigenschaft verantwortlich ist, über die wir verfügen. Darwins Theorie besagte weiterhin, es sei ein natürliches Verhalten, dass alle Spezies, auch der Mensch, im Konkurrenzkampf stehen, und dass jeder von uns darauf programmiert ist, in diesem Überlebenskampf für sich selbst zu sorgen. Die Antworten Darwins auf die wichtigen Fragen der Menschheit sind klar: Wer sind wir? – Entwickelte Affen, die ausschließlich materielle, von Naturgesetzen bestimmte Wesen sind. Woher kamen wir? - Wir sind das glückliche Resultat eines zufälligen, unbeabsichtigten Mutationssystems. Was ist das Ziel des Lebens? – Überleben …



Über ein Jahrhundert lang hat uns die konventionelle Wissenschaft die gleiche Geschichte erzählt: Die menschliche Rasse ist lediglich eine komplexe Form naturgesetzlicher Gegebenheiten, entstanden durch puren Zufall und dazu verurteilt, gegeneinander zu kämpfen, um überleben zu können. Daraus entstand eine völlig unausgeglichene materielle Gesellschaft, die auf Angst, Gier und Mangel basiert. Sie missbraucht die Umwelt, konsumiert zu viele Ressourcen und kreiert ständige Konflikte. Das hört sich ziemlich düster und hoffnungslos an, aber glücklicherweise gibt es eine alternative Weltanschauung, die den Weg weist in Richtung einer freundlicheren und vertretbareren Zukunft. Die allerneueste Erkenntnis in der modernen Wissenschaft unterstützt diesen gänzlich anderen evolutionären Ansatz, der positive Antworten auf die bedeutsamen Fragen des Lebens gibt.



Wer sind wir und woher kommen wir? Die konventionelle Wissenschaft hat uns glauben lassen, dass wir unbedeutende kleine Teilchen von Materie sind, Endprodukt einer zufälligen Biologie, unbeabsichtigte Tropfen von Protoplasma, die sich an einen großen Fels klammern, der durch den Weltraum rast. Aber die Wahrheit ist weit davon entfernt, vieles deutet darauf hin, dass es eine bewusste Absicht in unserer Existenz gibt. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass die Menschen vor etwa 200.000 Jahren plötzlich auf der Erdoberfläche auftauchten. Sie waren voll ausgebildet, und im Wesentlichen waren sie genauso wie wir heute sind – inbegriffen die Größe ihres Gehirns. Es gibt viele Hinweise, dass es bei den Menschen dieser Zeit zu spezifischen Veränderungen der DNA kam, die ihnen zu vielen ihrer einzigartigen Fähigkeiten verhalfen. Diese drastische Verwandlung vom präexistenten Affen vollzog sich sehr schnell, und kann deshalb kein Resultat von Darwins gradueller Evolutionstheorie sein. Die Wissenschaft weiß bisher noch nicht genau, wie es dazu kam, aber alles deutet darauf hin, dass wir weitaus mehr sind, als bloße Unfälle der Biologie.







Was ist der Sinn unseres Lebens? Das akzeptierte Prinzip Darwins besagt, dass die Natur auf dem „Überleben der Stärksten“ beruht, dies bedeutet, dass unsere tiefste Motivation darin besteht, gegeneinander anzutreten, um das zu bekommen, was wir brauchen. All dies bildet die Grundlage unserer heutigen Gesellschaft, aber wenn wir näher hinschauen, stellen wir fest, dass die aktuelle Wahrheit genau das Gegenteil davon ist. In den letzten fünfzig Jahren haben sich mehr als vierhundert wissenschaftliche, von Experten überprüfte Studien mit einer einfachen Frage beschäftigt: „Hilft ein am Überleben orientierter Konkurrenzkampf der Spezies beim Gedeihen und Wachsen?“ In jedem Fall war die Antwort ein klares NEIN, die Resultate dieser Studien belegen hundertprozentig, dass der Kampf um Ressourcen immer zum Scheitern führt. Jede Studie zu diesem Thema kommt zu einem einstimmigen Resultat: Der beste Weg, den Fortbestand und das Wachstum einer Spezies zu sichern, ist gegenseitige Hilfe und Kooperation.



Dieses natürliche Streben nach Ganzheit und Harmonie ist der evolutionäre Impuls, der uns durch diese bedeutsame Zeit in der Geschichte unseres Planeten leiten wird. Alles, was in unserer aktuellen Gesellschaft auseinander bricht, baut auf falschen Prämissen auf, ist nicht nachhaltig. Damit die menschliche Rasse gedeihen kann, müssen wir den alten Glauben überwinden, so dass die Entscheidungen, die wir treffen, mit unserem wahren Selbst im Einklang sind. Es ist unsere Identität, die unseren Weg bestimmen wird, deshalb ist es wichtig, uns selbst zu kennen, nicht als biologischen Unfall, sondern als bewusstes Wesen, als individuellen Teil eines größeren Bewusstseins. Unser Ziel ist klar: Wir müssen uns von der vorherrschenden Mentalität des Konkurrenzkampfs und des Mangels lösen, indem wir unsere wahrhafte Natur erkennen, die von Liebe, Großzügigkeit, Kreativität und Kooperation geprägt ist. Wenn wir das tun, werden wir den wirklichen evolutionären Weg unserer Spezies erkennen, der darin besteht, Leben auf der Erde zu kreieren und eine strahlende Reflektion unserer besten Eigenschaften zu sein.