AUSGABE: August - Oktober 2010

NEUERUNGEN IM BAUSEKTOR

Helen Howard

Da sich Baustile in diversen Kulturen entwickelten, hinterließen sie einige wichtige Zeitzeugnisse – sie erzählen über die Konzepte der Menschen, über vorhandene Technologien und Materialien sowie Geschmack und Lebensstil.

Über Jahrhunderte hinweg gab es auf Ibiza eine klare Richtlinie in der Architektur – davon zeugen die traditionellen Bauernhäuser mit ihren dicken Steinmauern, den offen gestalteten Eingangsbereichen und den wärmenden Feuerstellen. Zwar sind sie oft sehr schön, aber es wäre übertrieben romantisch, würde man behaupten, diese rustikalen Häuser seien problemfreie Zonen. Im Winter zum Beispiel sind sie oft sehr dunkel, auch Feuchtigkeit kann auftreten. Da diese Bauernhäuser aber für die Ewigkeit und ausschließlich aus lokalen Materialien gebaut wurden, fügten sie sich meist harmonisch in die Landschaft. Dies änderte sich in den 1970ern, als man für die Unterbringung der wachsenden Bevölkerung und der Urlauber unzählige modernere Hotels und Apartmentblöcke baute. Bis vor relativ kurzer Zeit wurden diese Gebäude mit minderwertigen Materialien hochgezogen (oft nur aus einfachen Porenbetonsteinen). Typisch für diese Bauten ist, dass sie kaum isoliert und nicht besonders attraktiv sind.

Glücklicherweise profitierten Europa und der Rest der Welt im vergangenen Jahrzehnt von einem beträchtlichen Fortschritt hinsichtlich der Bautechniken, der Materialien und des Designs. So wurde es zunehmend leichter, Gebäude zu errichten, die gut aussehen, sich gut anfühlen und einen geringen negativen Umweltteinfluss haben. Realistisch betrachtet ist es eher unwahrscheinlich, dass es auf Ibiza irgendwann einen totalen Bau-stopp geben wird, deshalb ist es wichtig, dass auf höchste Qualität und Ästhetik geachtet wird. EU-Normativen sorgen zunehmend für verbesserte Energiesparsysteme, und es ist zu hoffen, dass dieser Trend anhält. Das Interesse an diesen Veränderungen im Bausektor wächst schnell, und so wird es auch immer selbstverständlicher, dass alle, die in diese Projekte involviert sind, kollaborieren. Designer, Architekten, Bauunternehmer und sogar Umweltschützer realisieren mittlerweile, dass man nur durch eine engere Zusammenarbeit in den diversen Bereichen ein besseres Endprodukt erzielen und einen hochwertigeren Service bieten kann.









Kürzlich traf ich Diederik van Maren, er ist Bauunternehmer und Designer, der ein Team koordiniert, in dem Klempner, Elektriker und anderen Bauprofis vertreten sind. Sogar ein Innenarchitekt fehlt nicht. Viel zu oft kommt es vor, dass Bauunternehmer und Architekten über Wochen oder sogar Monate nicht miteinander kommunizieren. Wenig nützlich und sinnvoll, findet Diederik. Denn funktioniert das Teamwork nicht, kann es leicht zu Interessenskonflikten kommen. In solchen Momenten wird Verantwortung gerne an andere weiter geschoben, was letztendlich dazu führt, dass der Kunde sich mit vielen ungelösten Problemen konfrontiert sieht. Außerdem ist Diederik immer daran interessiert, neue Entwicklungen zu verfolgen. Denn ständig werden Informationen aktualisiert, neue Produkte auf den Markt gebracht und innovative Ideen in der Welt des Designs präsentiert. Für viele Leute könnte es sehr hilfreich sein, in einige dieser neuen Konzepte und Möglichkeiten eingeführt zu werden – von jemandem, der sich die Zeit genommen hat, sich in die Materie einzuarbeiten, um sich einen Überblick zu verschaffen. Viele andere Bauunternehmer und Architekten sehen dies nicht als Teil ihres Aufgabenbereichs. Diederik weist auch darauf hin, dass es kein Problem ist, dreidimensionale Modellhäuser oder Designentwürfe zu erstellen. „Das ist wichtig für den Kunden, dem es oft schwer fällt, sich anhand einer einfachen Zeichnung das Endergebnis seines Hauses vorzustellen”, sagt er. Und auch er kann so seiner wirklichen Leidenschaft frönen: Der Kreation von schönen und leicht wirkenden Lebensräumen, die viele individuelle Merkmale verinnnerlichen.

In vielen seiner Bauprojekte benutzt er einen speziellen Stein, genannt „Ytong”, der für eine weitaus bessere Dämmung als normale Ziegel- oder Porenbetonsteine sorgt. Dadurch bleibt das Haus im Sommer kühler und im Winter wärmer. Ganz nebenbei bietet dieser Stein einen exzellenten Schutz vor Feuchtigkeit. Auch bei der Voll-endung von Dächern hat Diederik spezielle Möglichkeiten, um eine bessere Isolierung und Wasserundurchlässigkeit zu garantieren. Kommt hinzu, dass es mit der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien im Bausektor zügig voran geht, ein breites Angebot steht bereits zur Verfügung: Wie zum Beispiel Wasserrecyclingsysteme, Pools ohne Chemie, ungiftige und umweltfreundliche Öko-Farben oder natürliche Produkte für die Isolierung und die Bodenbeläge. Immer häufiger stellen Bauprofis fest, dass ihre Kunden genau diese Materialien wünschen.

Bleibt anzumerken, dass jedes Bauprojekt eine einzigartige Kombination diverser Faktoren ist. Das Budget mag mehr oder weniger festgelegt sein, aber bei den wichtigen Entscheidungen über den Bau und das Design, die Auswahl des Standorts und der Materialien gibt es unzählige Optionen, die man in Betracht ziehen sollte. Nur wenige Menschen haben die Chance, mehr als ein Haus in ihrem Leben zu bauen – dies macht den Hausbau zu einem außergewöhnlichen und kreativen Erlebnis, denn man erschafft etwas, das im besten Fall auch noch von künftigen Ge-nerationen geschätzt wird. Wer ein solches Kunstwerk kreieren möchte, kann in der Regel keinen Probelauf machen, deshalb ist es keine allzu schlechte Idee, die Hilfe eines Fachmanns zu beanspruchen, der über umfangreiche Kenntnisse und das notwendige Wissen verfügt, um ein optimales Endergebnis zu erzielen.
DITA BUILDING
www.dita.es

Text: Helen Howard