AUSGABE: August - Oktober 2010

10 FRAGEN AN... BROEKMAN & OLIVERA

Ruth Osborn


Wer sind Broekman & Olivera?
Broekman & Olivera – das ist eine Partnerschaft zwischen mir, John Broekman, einem Marketing-Experten aus Amsterdam, und Gabriel Olivera, einem Architekten aus Montevideo, Uruguay.

Was machen Sie?
Hochwertige Immobilien auf Ibiza und Formentera kaufen, verkaufen, renovieren oder vermieten. Bei Broekman & Olivera können wir jeden dieser Wünsche erfüllen. Wir haben ein breites und internationales Klientel, fünfzehn Jahre Inselerfahrung und verfügen über unser eigenes Bauteam: Elektriker, Klempner, Tischler, Innenarchitekten, dazu eine Beratungsabteilung. Unser Team ist auf jeder Ebene für unsere Kunden da, egal, ob es um künstlerische, technische oder administrative Abwicklungen geht. Eine Notwendigkeit, um ein Projekt erfolgreich abschließen zu können. Diese Handhabung ermöglicht zudem eine bessere Kontrolle und Kommunikation. Wir überprüfen auch die Vergangenheit der Kunden, und überwachen die letzten Handgriffe bei einer Renovierung oder der Abwicklung eines Verkaufs.



Wie funktioniert die Partnerschaft?
Wir sind beide in die kreativen Prozesse der Firma involviert, aber ich kümmere mich vor allem um das Marketing und die unternehmerischen Angelegenheiten. Gabriel ist der Achitekt und somit der kreativere Teil des Unternehmens. Wir sind beide auf der Baustelle aktiv. Ich habe mich auf einen rustikaleren Stil spezialisiert, Gabriel auf die moderneren. Unsere Fähigkeiten ergänzen sich, was uns erlaubt, einen besseren Service zu bieten.

Wie lange arbeiten Sie schon zusammen?
Wir trafen uns vor acht Jahren. Ich hatte Gabriel gebeten, im Haus eines Kunden eine spezielle italienische Stuckateur-Technik (marmelina) umzusetzen. Wir begannen mit der Zusammenarbeit und gründeten die Firma Ibiza BO.

Gibt es besondere Projekte, an die Sie sich erinnern?
Jedes Projekt ist eine Herauforderung, die uns bereichert. Mit Robert Plant zu arbeiten, brachte uns zum Beispiel viele neue Erfahrungen. Denn er ist nicht nur ein exzellenter Musiker, sondern auch ein sehr professioneller Baumeister.



Wie kamen Sie nach Ibiza?
Wir sind beide durch unsere Arbeit auf die Insel gekommen. Gabriel kam 1990, ein französischer Kunde hatte ihn gebeten, ihm beim Bau seines Hauses zu helfen. Ich kam 1992 zum ersten Mal her, geplant hatte ich es nicht, aber in Holland traf ich einen Typen, der mich fragte, ob ich ihn bei der Eröffnung einer Inneneinrichtungsfirma unterstützen könne. Schließlich hat die Schönheit der Insel uns beide überzeugt.

Wie läuft das Immobiliengeschäft auf Ibiza, in welche Richtung wird es sich entwickeln?
Die Immobilienbranche müsste besser reguliert werden, es gibt zu viele Leute, die sich als Immobilienmakler versuchen. Der gesamte Markt müsste neu geordnet werden und zur Basis zurückkehren. Auf niedrigem Niveau läuft das Geschäft schwach, bei Immobilien bis zu einer Million bewegt sich eigentlich so gut wie gar nichts. Der Mittelklasse-Markt ist kollabiert, da die Banken keine Kredite mehr geben. Bekommen sie keine Kredite, kauft die Mittelklasse nicht mehr. Zudem sind die Preise seit drei oder vier Jahren unrealistisch, man müsste zu authentischen Werten zurückkehren. Bei Immobilien über zwei Millionen bewegt sich noch etwas. Diejenigen, die über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, brauchen keine Kredite. Aber insgesamt läuft das Geschäft nicht mehr so wie zuvor. Was momentan geschieht, tut der Entwicklung der Insel nicht gut, doch Ibiza wird wohl immer beliebt bleiben. Diese magische, kosmopolitische Anziehungskraft wirkt nach wie vor, und die Insel wird sich sicherlich regenerieren, auch wenn es einige Jahre dauern könnte.



Was würden Sie potentiellen Käufern empfehlen?
Bargeld ist Trumpf! Wenn Sie über ein gewisses Budget verfügen, setzen Sie trotzdem etwas höher an, um Ihren Grundbesitz zu erweitern. Seien Sie ein wenig opportunistisch. Käufer sind in einer weitaus stärkeren Position als noch vor zwei Jahren.

Und die Verkäufer?
Seien sie realistisch, was den Preis angeht. Natürlich denkt jeder Verkäufer, er könne für sein Schmuckstück Höchstpreise verlangen. Seien Sie realistisch, zu hohe Preisforderungen erschweren den Verkauf, denn die Käufer nehmen überhöhte Preise nicht mehr ernst.

Wenn Sie irgendwo auf der Insel ein Haus kaufen könnten, wo würden Sie es tun – und warum?
Gabriel und seine Frau haben kürzlich ihr Haus renoviert, eine moderne Villa mit großem Pool in Santa Gertrudis. Er ist sehr glücklich dort. Ich bevorzuge den Norden der Insel, wie zum Beispiel San Carlos oder San Juan. Mein Haus müsste sich auf einer Hügelspitze befinden, mit Blick auf die Landschaft und die Farben der Insel: Rote Erde, grüne Pinien und unberührte Natur. Am besten ein altes Bauernhaus mit hohen Räumen und Holzdecken aus phönizischem Wacholder – romantisch.

Text: Ruth Osborn