AUSGABE: Oktober - Dezember '09

QUANTENPHYSIK

Jerry Brownstein
Viele Dinge, die wir in unserem alltäglichen Leben als völlig selbstverständlich ansehen, wären nicht möglich ohne die Entdeckungen der vergangenen hundert Jahre, die wir als „neue“ Physik bezeichnen. Nuklearenergie, Laser, Computer, Satelliten, Handys, Magnetresonanztomografien sowie andere moderne Technologien sind ein Ergebnis der Quantenphysik. Zu verstehen, wie all das funktioniert, ist eine Herausforderung. Die gute Nachricht ist, dass man die grundsätzlichen Prinzipien leicht begreifen kann, wenn man wissenschaftlichen Jargon vermeidet und sich nicht darauf versteift, komplexe Experimente zu beschreiben. Also, versuchen wir es.





Isaac Newton



Albert Einstein




Die traditionelle „alte“ Physik wurde von Isaac Newton und anderen Kollegen Ende des 17. Jahrhunderts kreiert. Sie machten einen bemerkenswerten Job, indem sie uns beschrieben, wie unsere materielle Welt im Rahmen fester Gesetze funktioniert, die vom Fallen eines Apfels bis hin zu den Bewegungen der Galaxien im Universum alles erklären. Die Newtonsche Sicht der Physik war so erfolgreich, dass man es als allgemeingültige Tatsache akzeptierte, dass die Welt ein großes mechanisches System ist, das durch diese Gesetze der Bewegung regiert wird. Die elementaren Bausteine dieses mechanischen Universums nannte man Atome, man nahm sie als dichte Bälle von Materie wahr. Aber mit der Verbesserung der Messtechniken, erkannte man, dass es sich bei den Atomen nicht um feststoff-liche Objekte handelte, sondern um kleine Solarsysteme, in denen Elektronen einen Kern umkreisen. Und, wenn man es eingehender betrachtet, stellt man fest, dass ALLES LEERER RAUM IST.

Die Atome, aus denen unser Universum besteht, haben virtuell betrachtet keine Masse. Sie sind zu 99,999999% leerer Raum. Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben: Wenn ein Atom die Größe einer gigantischen Kathedrale hätte, hätte der Kern, der die Masse repräsentiert, die Größe eines Sandkorns! Die Elektronen, die diesen winzigen Kern umkreisen, wären zu vergleichen mit Staubpartikeln, die auf Deckenhöhe der Kathedrale schweben. Der gesamte Rest wäre leerer Raum. Als die Wissenschaft sich nun intensiver mit der Natur der Materie beschäftigte, um die Bausteine der Newtonschen Welt zu finden, entdeckten die Experten eine seltsame und geheimnisvolle Welt, mit winzigen Flecken Materie, die von weitem leeren Raum umgeben waren.

So wurde die Wissenschaft der Quantenmechanik geboren, die versucht, die Natur und das Verhalten von Materie und Energie in der Welt der winzigen Dinge zu erklären, und die darum bemüht ist, das Mysterium zu ergründen, wie all dies unsere große physikalische Welt beeinflusst. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts an bis heute haben zahlreiche Experimente folgende Grundprinzipien der Quantenphysik bewiesen:

1) Alles ist Energie
Berücksichtigt man, dass Atome fast ausschließlich aus leerem Raum bestehen, wie kann es dann sein, dass Dinge sich verhalten als seien sie feststofflich, obwohl es keine reale Masse gibt? Es liegt daran, dass diese großen leeren Räume mit elektromagnetischer Energie gefüllt sind. Einsteins berühmte Theorie E=Mc2 sagt essentiell, dass Energie (E) und Materie (M) austauschbar sind, und dass es im Universum eine unglaublich große Menge an Energie gibt und nur sehr wenig Materie. Deshalb kann eine Handvoll Uran die zerstörerische Kraft einer Atombombe auslösen.

2) Welle-Teilchen Dualismus
Licht ist pure Energie, die sich als elektromagnetische Welle ausdrücken kann oder als Strom von Partikeln, die man Photonen nennt. Auch subatomare Einheiten wie die Elektronen können entweder als Partikel oder als Energiewelle erscheinen. Wenn etwas in einer Wellenform ist, hat es keine definitive Existenz; es repräsentiert lediglich eine unendliche Menge an Möglichkeiten, wie und wo es existieren kann. Eine messbare Existenz hat es nur, wenn es die Partikelform wählt. Das bringt uns zum …

3) Unbestimmtheits-Prinzip
OK, jetzt wird es wirklich bizarr. Wir gehen also davon aus, dass die Basis jeglicher Materie nicht greifbare Quantenenergie ist, die wie wellenartige Möglichkeiten ohne definitive materielle Existenz herumschwirrt. Aber sie hat diese geisterhafte Form nur, wenn sie nicht betrachtet wird. Wenn sie beobachtet wird, oder ein Wissenschaftler sie zu messen versucht, verschwindet diese unbestimmte Wellenform und sie wird zu einem realen Partikel an einem bestimmbaren Platz. In anderen Worten: Auf subatomarer Ebene bringt man etwas in die materielle Welt, sobald man sein Bewusstsein darauf richtet.

4) Quantum-Verknüpfung
Hierbei handelt es sich um eine seltsame Sache, die Einstein als „geisterhafte Aktivität auf Distanz“ bezeichnete. Auf einfachste Art und Weise ausgedrückt, bedeutet dies, dass wenn sich subatomare Partikel vermischen, verknüpfen sie sich miteinander und formen einen permanenten Bund. Sobald dies geschehen ist, wird alles, was einem dieser Partikel widerfährt, sofort von allen anderen ebenfalls wahrgenommen, egal, wie groß die Entfernung zwischen ihnen ist. Verknüpfte Photonen können Tausende von Kilometern entfernt sein, aber würden sie eines von ihnen zwicken, springen die anderen im gleichen Moment. Die Bell-Theorie geht sogar noch einen großen Schritt weiter, indem sie erklärt, dass diese verbundene Matrix nicht nur auf der Quanten-Ebene existiert, sondern auch auf der Makroebene der Menschen, Orte und Dinge.

Dies belegt wissenschaftlich, dass wir alle durch unser Bewusstsein mit einer Einheit verbunden sind, vom kleinstem Teil unseres Seins bis in die entfernten Bereiche des weiten Kosmos...

In meinem nächsten Artikel werden wir uns mit dieser und anderen faszinierenden Möglichkeiten beschäftigen.


Text: Jerry Brownstein