AUSGABE: Juni - August '09

SALZ VON IBIZA

Helen Howard



Wenn wir einen ganz speziellen Typ Mensch beschreiben möchten, jemanden, der hilft, die Welt am Laufen zu halten – und dabei gleichzeitig mit beiden Beinen fest auf der Erde steht, könnten wir auf den Gedanken kommen, ihn als „Salz der Erde“ zu bezeichnen. Viele werden sich auch an diese alte jüdische Tradition erinnern, bei der Gäste zur Einweihungsfeier eines neuen Hauses oder einer Wohnung Salz und Brot als Geschenk mitbringen. Die Idee die hinter diesem Brauch steckt: Beides ist so lebenswichtig, dass es einem nie daran mangeln sollte.

Salz hatte über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Funktion. Mit Salz konnte man Nahrungsmittel für karge Zeiten konservieren, und zweifelsohne hat es vielen Gesellschaften das Überleben gesichert. Da überrascht es nicht, dass sich die ehrenvolle Position, die das Salz über Jahrtausende in der menschlichen Psyche einnahm, in vielen Legenden unterschiedlichster Kulturen widerspiegelt.

Warum also scheint das Salz diesen hohen Status verloren zu haben, warum ist es für viele zu einem Produkt geworden, das man eher vermeiden als genießen sollte? Es gibt vor allem zwei Gründe, warum es in Ungnade gefallen ist: Man braucht kaum noch Salz, um Nahrung zu konservieren. Kühlschränke, Konserven und künstliche Zusatzstoffe sind weit verbreitet. Aber weitaus einschneidender ist, dass das Salz unserer Vorfahren kaum noch etwas mit dem Salz zu tun hat, das wir heute tagtäglich konsumieren.












Normales Tafelsalz hat keine dieser Qualitäten, die ein Rohsalz im Original besitzt. Denn es wird einem intensiven industriellen Prozess unterzogen, wodurch sich seine chemische Zu-sammen-setzung völlig verändert. Am Ende ist es auf eine einfache anorganische Chemikalie reduziert: Natriumchlorid. Außerdem ist es oft kontaminiert, es kann industrielles Jod, Fluor oder Aluminium enthalten. Diese Art von Salz hat die Tendenz, die Körperzellen zu saturieren, gesunde Mineralien zu eliminieren und für Wasser-bindung zu sorgen. Die Natur hat uns niemals animiert, Salz in dieser Form zu konsumieren, da es den Mineralhaushalt unseres Körpers völlig aus dem Gleichgewicht bringen kann. Das Begleitfoto zeigt den Unterschied zwischen Meersalzkristallen und normalem Tafelsalz: Die offene Struktur des natürlichen Meersalzes fördert eine korrekte Absorbierung und eine vorteilhafte Interaktion mit anderen Mineralien.

Neben Tafelsalz und Meersalz kennen viele auch das Steinsalz – dieses Salz kann ebenfalls einen hohen Mineraliengehalt haben. Aber leider ist es durch den industriellen Bergbau oft verseucht. Die damit einhergehende Zerstörung der Landschaft gar nicht zu erwähnen…

Deshalb sollten wir wirklich dankbar sein, dass wir hier auf der Insel direkt an der Quelle sind: Pures Meersalz ist ganz nah. Das Salz, das im Naturpark Ibiza geerntet wird, enthält über achtzig Spurenelemente und Mineralien, seine Zusammensetzung ist identisch mit dem Salzhaushalt unserer Körperflüssigkeiten.

Buscando más información al respecto, hace poco me reuní con Daniel Witte, fundador de la empresa “Sal de Ibiza”. Para él la sal es uno de los mayores tesoros de esta isla mágica, un tesoro que vincula el pasado con el presente. Él señala que la extracción de sal en Ibiza se viene realizando desde hace casi 2.800 años.

Auf der Suche nach mehr Information, begegnete ich kürzlich Daniel Witte, dem Gründer der Firma „Sal de Ibiza“. Für ihn ist Salz einer der größten Schätze dieser magischen Insel, denn es verbindet die Gegenwart mit der Vergangenheit. Er weist darauf hin, dass das Salz der Insel eine 2.800 Jahre alte Geschichte hat. Wenn es so etwas wie einen Salz-Experten gäbe, Daniel wäre einer. Er hat sich mit der Geschichte beschäftigt, mit der Mythologie und den wissenschaftlichen Aspekten. Für ihn ist Salz ein Geschenk der Natur. Und genau das ist es auch. Daniel verkauft nicht nur Tonnen von traditionell geerntetem Meersalz in die ganze Welt, er bietet auch ein ganz besonderes Salz an: „Fleur de sel“. Bevor Daniel vor vier Jahren seine Firma gründete, wurde die „Salzblüte“ auf Ibiza nicht geerntet. Das meiste Salz der Insel wird mit Maschinen geerntet, das „Fleur de sel“ hingegen per Hand. Deshalb gibt es nur wenig davon. Dieses strahlend weiße Salz mit der zarten rosa Einfärbung ist reich an Mineralien und hat einen weitaus milderen Geschmack als andere Salze. Und vielleicht ist es wirklich eine der kostbarsten Juwelen unserer „weißen Insel“!

Achtung: Trotz der Vorteile, die das Meersalz gegenüber dem Tafelsalz hat, sollten alle, die an Bluthochdruck leiden oder sensibel auf Natrium reagieren, einen Arzt konsultieren, bevor sie ihre Ernährungsweise ändern.



Texto: Helen Howard