AUSGABE: Februar - April '09

DIE KRAFT DER POSITIVITÄT

Ruth Osborn
Die Kraft der Positivität
Würden Sie nach der Bedeutung des Begriffs „Positivität“ suchen, würden Sie womöglich folgende Erklärung finden: Sich gewiss sein, akzeptierend und be-jahend nach vorne gehen, ein gegen jeden Zweifel erhabenes Vertrauen empfinden. Mit diesen Worten könnte man Maureen ohne weiteres beschreiben.





Im April 2007 wurde bei ihr die Lupus-Krankheit diagnostiziert. Eine Autoimmunstörung, die bewirkt, dass die körpereigenen Abwehrstoffe die gesunden Zellen angreifen und zerstören. Doch, wer das Glitzern in Maureens Augen sieht, würde nicht auf den Gedanken kommen, dass sie krank ist. Denn wenn wir krank sind, verhalten wir uns normalerweise wie Opfer, wir verstecken uns, fühlen uns lethargisch, versinken in Selbstmitleid. Diesen Weg schlug Maureen nicht ein – und das war zweifellos eine gute Wahl. Es gibt immer eine Option, wir entscheiden selbst, wie wir mit unseren Gefühlen und Lebensumständen umgehen.




Maureens Philosophie: Wir sind – mehr oder weniger – die Architekten unserer eigenen Realität. Wir haben die Wahl, wie wir auf Situationen und Krankheiten reagieren. Diese Art des positiven Denkens hat Maureen sicher geholfen.

Maureen erinnert sich daran, dass sie nach der Diagnose viel geweint hat. Sie ließ sich in die Opferrolle fallen, wollte nicht akzeptieren, dass dies ihr Leben sein sollte. In den folgenden Monaten entschied sie sich gegen die medizinische Behandlung, sie wollte auf Selbstheilung vertrauen. Während sie in ihrem Haus umherlief, kam ihr der Gedanke, den alternativen Heilungsweg zu beschreiten, die angebotenen konventionellen Methoden nicht in Anspruch zu nehmen. Sie erinnert sich daran, dass sie sich in diesem Moment sofort besser fühlte, dass sich etwas veränderte. Instinktiv wusste sie, dass es die richtige Entscheidung war. Sie nahm ihr Leben in die Hand, vertraute auf ihre Intuition und ihre innere Stimme – und sprang voller Glauben ins Ungewisse. Man muss sich wirklich fragen, ob man sich in einer vergleichbaren Lage ähnlich tapfer verhalten hätte.












Maureen ist Musi-kerin. Jetzt nutzt sie ihr musikalisches Talent, um Musikheilungs-Workshops zu leiten. Durch ihre Erfahrungen mit Lupus fühlt sie sich mit anderen Kranken verbunden, sie versteht Menschen, die sich in der Dunkelheit befinden. Und sie ist davon überzeugt, dass sie Menschen durch ihre Musik erreichen und öffnen kann. Es fällt Maureen schwer, die richtigen Worte zu finden für Etwas, das mit Worten eigentlich nicht zu be-schreiben ist. Nur wer es selbst erfahren hat, ist in der Lage, es wirklich zu begreifen. Wir alle haben letztendlich das gleiche Schicksal, wir alle sind verletzbar. Die Angst vor der Krankheit und dem Tod haben Maureen ihrer Spiritualität näher gebracht.

Sie ist bewusster geworden, sensibler und aufmerksamer gegenüber Worten und Tönen. Schon in der Zeit als die Musik nur ein Vergnügen für sie war, liebte sie es, die Menschen durch ihre Musik zu berühren. Durch ihre Erkrankung und die damit einhergehenden Erfahrungen hat ihre Musikalität mehr Tiefe gewonnen. In Zukunft will Maureen mit ihren Erfahrungen arbeiten und anderen helfen. Sie gründete den Klangheilungs-Verein SAMA, der sich durch Spenden finanziert. Mit ihren musikalischen Partnern spielt sie in Altersheimen und für behinderte Menschen; auf Ibiza und auf dem Festland.












Maureen gibt Konzerte. Auf ihren Soundreisen lädt sie Menschen dazu ein, in sich zu gehen und die Tiefen ihrer Seelen zu ent-decken.





Text: Ruth Osborn