AUSGABE: Dezember '08 - Februar '09

KRISE UND HOFFNUNG

Die Hoffnung sollten wir zuletzt verlieren
Die Weltwirtschaft und im speziellen die Finanzierungs- und Immobiliensysteme einiger Länder zahlen momentan einen hohen Preis für die Exzesse vergangener Jahre, in denen eine lockere Finanzpolitik betrieben und Kredite schnell vergeben wurden.

Die Unterstützung und Hilfsmaßnahmen der wichtigsten Weltregierungen kamen spät und sie wurden an Bedingungen geknüpft, aber sie werden ausreichen, um die globale Finanzlage zu stärken. Eine Entspannung ist laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds nach dem nächsten Sommer zu erwarten. Noch vor Ende des Jahres werden die Börsenmärkte an ihrem Tiefpunkt angekommen sein, zurzeit schreckt die Angst vor einer globalen Rezession die Anleger noch ab, was an den Börsen zu weiteren Panikmomenten führen könnte. Meiner Meinung nach ist dies der ideale Zeitpunkt für eine langfristige Investition, denn der Markt macht momentan keine Unterschiede zwischen guten und schlechten Unternehmen – alle Aktienkurse sinken.





In Spanien könnte es etwas länger dauern, bis sich die Situation beruhigen wird. Bedingt dadurch, dass unser Wirtschaftsmotor – Immobilienmarkt und Bauwirtschaft – zusammen gebrochen ist, und wir obendrein nicht immun sind gegen die globale Finanzkrise. Kurzfristig werden deshalb die Arbeitslosenzahlen steigen, Unternehmeraktivitäten und Konsum werden rückläufig sein. Schreckensnachrichten hinsichtlich der Wirtschaftslage werden uns auch weiterhin fest im Griff






haben. Unser Land wird länger brauchen, um sich aus dieser Krise zu befreien. Denn die Immobilienblase wurde durch Hypotheken finanziert, was dafür gesorgt hat, dass spanische Familien weniger sparen und konsumieren.

Unsere Regierung muss die staatlichen Investitionen erhöhen – durchschnittlich 4% des Bruttoinlandsproduktes – und die möglichen inflationären Effekte vergessen. Für die Politiker um Präsident Zapatero ist der Moment der Wahrheit gekommen. Sie dürfen und können nicht weiterhin darauf hoffen, die Zeit werde es schon richten (was mich an den Terminkalender Francos erinnert, der in zwei Hälften geteilt war: Auf der einen Seite das, was die Zeit schon geregelt hatte, und auf der anderen Seite das, was die Zeit noch regeln würde). Unsere Regierung muss dringend wirksame Maßnahmen ergreifen (sowohl hinsichtlich der Steuerpolitik als auch der staatlichen Investitionen), sie sollte sich daran erinnern, dass ihre Partei behauptet, sozialistische Ziele zu verfolgen. Nur so wird die spanische Bevölkerung die exzessive staatliche Intervention nicht übel nehmen, ganz im Gegenteil.
















Momentan gibt es viele apokalyptische Berichterstattungen und Kommentare. Bedenken Sie, dass schlechte Nachrichten für Investoren oft die besten Verbündeten sind. Denn sie erlauben uns, Aktien zu besonders niedrigen Preisen zu kaufen. Im 20. Jahrhundert haben wir zwei Weltkriege durchgemacht, Bürgerkriege, andere kriegerische Konflikte, die große



Depression von 1929, Rezessionen und Börsencrashs, die Ölkrisen von 1973 und 1979 – und trotzdem hatte eine 1.000 Dollar-Investition in amerikanische Aktien am Ende des Jahrhunderts einen Wert von 260.000 Dollar. Auch der Dow Jones stieg von 66 Punkten auf 11.500 (siehe Grafik Seite 26). Wer an der Erholung des Marktes zweifelt, sollte seine Eltern und Großeltern fragen, wie sie in diesen Zeiten lebten, und es mit dem heutigen Leben vergleichen. Allerdings muss man wohl zugeben, dass einige über ihre Verhältnisse leben…
















„YES, WE CAN“, sagt der neue Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama. Auch das spanische Volk sagt: „We can“. Aber Tatsache ist, dass wir dafür die Hilfe unserer Regierung benötigen.






En San José, a 5 de noviembre de 2008

Tomás Rocamora Jaén – Rocamora Asesores
- Asesor Financiero y Fiscal
- European Financial Advisor
- Asesor de la Propiedad Inmobiliaria
- Member of European Financial Planning Association
Tel. 971 800 500
tomas@rocamoraasesores.com
www.efpa-europe.org