AUSGABE: Dezember '08 - Februar '09

Z PRIVATE OFFICE

Jordi Canut Martin
“Z”wie IbiZa,

wie SledZinski...











Eigentlich ein recht unauffälliges Büro an der Hauptstraße von San José: Und doch entsteht hier etwas ganz Neues: Entwürfe, Umbau-Design und Bauprojekte; Ästhetik und Luxus verschmelzen miteinander. Nur: Wer oder was ist „Z Private Office“? Xavier Sledzinski Lahore entwirft und leitet Bauprojekte der gehobenen Klasse auf der Insel. Durch seine Adern fließt zum einen polnisches Blut der Großeltern väterlicherseits, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich ansiedelten, und zum anderen das baskisch-andalusische der Großeltern seiner Mutter, die aus einer





bekannten, seit Ende des 19. Jdhts in Sevilla angesiedelten Händlerfamilie stammten. Die Eltern selbst lehrten als Hochschuldozenten in Nordfrankreich. Hier wächst Xavier in einem gebildeten und kosmopolitischen Ambiente in der kulturellen Vielfalt Europas auf. Ende der 80er Jahre beschließt die Familie sich auf Ibiza niederzulassen: eine Reise in den Süden ohne Rückfahrschein. Xavier erinnert sich lebhaft an das Gefühl, als er Ibiza zum ersten Mal betrat: Es war Liebe auf den ersten Blick. Das Licht, die fruchtbaren Felder, die gastfreundlichen Bewohner und ihre Traditionen, aber vor allem die Ruhe und die Schönheit des Mittelmeeres verzauberten Sledzinski im Nu. Jahre später vervollständigt Xavier seine Ausbildung zunächst in Sevilla, dann in Barcelona. In vielen Kulturen und Sprachen zuhause, findet er schnell Zugang zu Kreisen, die sich vor allem mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen: Kunst, Mode und Public Relations; arbeitet bei verschiedenen Umbauprojekten und Imageumgestaltungen mit, was sich im Laufe der Jahre zu seiner Spezialität entwickeln sollte. 











2005 bekommt er von „KISANA REALTY“, einem Bauträger für Luxusvillen, ein Angebot, das ihm ermöglicht, auf die Insel zurückzukehren und gleichzeitig Erfahrung zu sammeln über die Möglichkeiten, die die Insel bietet, vor allem für die Top-Clientel aus der ganzen Welt, die Ibiza zu ihrem Refugium gemacht hat. „Nach einem langen und arbeitsreichen Winter kommen sie hierher, um sich an der Sonne zu erholen, zusammen mit ihren Freunden aus London, Paris oder New York. Eben durch sie, durch ihre Anwesenheit auf der Insel, schaffen sie mehr Bedürfnisse und dadurch auch mehr Servicebereiche.“ Xavier hatte zum einen schon immer einen guten Geschäftssinn, aber auch ein ausgeprägtes Gefühl für Ästhetik und Design. Er macht einen Abschluss als Immobilienmakler und knüpft mit der Zeit ein weites Netz an wertvollen Kontakten und Mitarbeitern, bis er 2007 in Verbindung mit KISANA und in Zusammenarbeit mit der Architektin Julienne Glorieux, Absolventin der kanadischen McGill Universität in Montreal (eine der 10 weltbesten Universitäten) „Z Private Office“ eröffnet: Sein eigenes Serviceunternehmen für Luxusimmobilien, in dem er seine Vorstellungen bei der Neugestaltung von Bestandsimmobilien verwirklicht, Häuser auf ökologischer und autonomer Basis entwirft, unter Einbeziehung großer Räume für Pflanzen, mit maximaler Lichtausnutzung und so umweltschonend wie möglich. Höchste Priorität haben für ihn Geschmack, Ästhetik, modernes Design und erstklassiges Material der neuesten Generation. Außerdem hat „Z Private Office“ ein breitgefächertes Angebot an renovierten bzw. renovierungsbedürftigen Villen der gehobenen Klasse, das selbst anspruchsvolle Kunden zufriedenstellt.











Aber was ist mit der viel beredeten Wirtschaftskrise? Er gibt zu, dass sie sich auch auf diesen Sektor auswirkt, weist jedoch auf einen Punkt hin, der für sich selbst spricht: „Für Häuser und Wohnungen sind die Preise zwar um 12% zurückgegangen, aber für Luxusvillen ab 1 Million Euro um 6% gestiegen. Hieraus lässt sich leicht ableiten, dass anders investiert wird.“ Xavier lässt sich durch die Wirtschaftskrise nicht aus der Ruhe bringen, nicht nur weil seine Arbeit davon nicht betroffen ist, sondern weil für ihn die derzeitige Konjunktur eher „eine erforderliche wirtschaftliche Neuanpassung“ als ein Endlostunnel ist. Durch die freizügige Hypothekenvergabe im letzten Jahrzehnt ließen die Banken die Leute im Glauben, dass man sich risikolos verschulden könne, aber die derzeit erlebte Situation spiegele ganz klar wieder, dass die Realität ganz anders sei. „Für Leute mit wenigen Rücklagen liegt die einzige Möglichkeit darin, sich nicht noch mehr zu verschulden und irgendwie die Raten für die Hypothek aufzubringen, um das Eigentum nicht zu verlieren. Für kapitalkräftige und vermögende Leute ist diese Wirtschaftskrise – zum Guten oder zum Schlechten, je nach Standpunkt – wie eine Art Schlussverkauf, denn mit dem gleichen Betrag wie vor einem Jahr kann man Immobilien günstiger kaufen. Ibiza ist „en vogue“ und wird das auch noch die nächsten Jahre bleiben.“ So Xaviers Überzeugung. „Selbst wenn die Wirtschaft der Insel generell angekurbelt werden muss, so sollte doch größerer Wert auf einen diskreten und umweltfreundlichen Luxus-





tourismus gelegt werden.“ Ibiza bleibt für ihn auch weiterhin „ein kosmopolitischer Erholungs- und Vergnügungsort für die Upper Class, die jedes Jahr anreist, um zu sehen und gesehen zu werden.“ Und zweifellos bietet „Z Private Office“ konkrete Lösungen, um solche Vorhaben zu verwirklichen.


„So sollte größerer Wert auf einen diskreten und umweltfreundlichen Luxustourismus gelegt werden.”















Text: Jordi Canut Martin