AUSGABE: Dezember '08 - Februar '09

ROLPH BLAKSTAD

Ruth Osborn

Rolph Blakstad
Architektur

2ª parte
Rolph Blakstad, Begründer des Unternehmens „Blakstad Design Consultants”, lebt seit 1956 auf Ibiza. 1970 entschied er sich, sein handwerkliches Können, sein Expertenauge und seine Intuition seiner ersten Liebe zu widmen: Der Architektur und dem Design.

Blakstad hat norwegische Wurzeln, von seinem Vater lernte er alles über das Baumeister-Handwerk. Heute bringt er seinem Sohn Rolph Junior, der mittlerweile das Familienunternehmen leitet, all das bei, „was nicht an Schulen unterrichtet oder gelernt werden kann”. Vor allem Feingefühl und Gespür entwickeln für die kulturellen Hintergründe von Architektur und Kunst – und deren Umsetzung in der alltäglichen Arbeit. Von Blakstad entworfene Häuser haben eine ganz spezielle Atmosphäre, auch in seinem Büro und seinen Privaträumen ist dieser gewisse Frieden zu spüren, die symmetrische Schönheit und Einfachheit der archtiektonischen Details besticht.





 



 




















Der pensionierte US-Diplomat John Lund beauftragte Rolph Blakstad 1968 mit dem Ausbau seines Bauernhauses. Zu diesem Zeitpunkt hatte Rolph sich bereits intensiv mit den traditionellen Bauplänen und Techniken der ibizenkischen Häuser beschäftigt. Dass er selbst in einem dieser uralten Häuser lebte, vervollständigte seine Kenntnisse und sein Wissen. Der Name Blakstad ist ein Synonym für schönes


Der Name Blakstad ist ein Synonym für schönes Design und qualitativ
hochwertige Architektur.




Design und qualitativ hochwertige Architektur. Mittlerweile hat die Familie überall auf Ibiza unzählige Häuser entworfen und gebaut. Als Markenzeichen dieser Gebäude gelten die integrierten punischen Elemente. Jeder Platz, der von Blakstad kreiert wurde, verströmt ein außergewöhnliches Flair. Es ist, als würden die Häuser einen Hauch von Leichtigkeit verströmen. Dies ist vor allem auf das intuitive Geschick und die Gewissenhaftigkeit zurückzuführen, mit denen die Familie Blakstad entwirft und baut.




















Die Firma Blakstad fühlt sich dem ibizenkischen Baustil verpflichtet, sie versucht, den kulturellen Wert traditioneller Techniken zu pflegen und sie in das moderne Leben zu integrieren. Rolph’s architektonisches Interesse unterschied sich wesentlich von dem seines Freundes Erwin Broner, der 1936 auf die Insel kam. Der deutsche Archtiekt Broner gehörte vor dem zweiten Weltkrieg zur Bauhaus-Szene, deshalb näherte er sich der ibizenkischen Architekur aus der Sicht des Bauhaus-Konzeptes. Außerdem verwendete er moderne Materialien. Rolph’s Annäherung hätte nicht unterschiedlicher sein können.

Als die Enkeltochter von Gropius (deutscher Bauhaus Architekt) ihn einmal fragte: „Herr Blakstad, an welcher Art von Architektur orientieren Sie sich?”, antwortete er spontan: „Ich suche nach dem Baby, das Ihr Großvater mit dem Badewasser ausgeschüttet hat.” Rolph Blakstad war und ist immer noch daran interessiert, mehr über die traditionelle ibizenkische Architektur und deren Funktionalität zu lernen. Da sich der moderne Lebensstil und die Technologien sehr verändert haben, passte er die uralten Techniken an moderne Ansprüche an. Dennoch bleibt er den historischen Elementen treu, hat sie sogar aus archäologischer Sicht erforscht.















Wenn man Blakstad fragt, was die alten Ibizenkos hinsichtlich ihrer Architektur richtig gemacht haben, kommt seine Antwort spontan, entschieden und energisch: „Alles”, sagt er. Bedenke man, in welcher Zeit und unter welchen Bedingungen sie ihre Häuser gebaut haben, sei ihre Arbeit vorbildlich gewesen. Die ibizenkischen Bauernhäuser basieren auf einer 3000 Jahre alten Kultur und gehen zurück auf antike Zivilisationen aus dem Orient:




Phönizische Maßeinheiten gleichen denen des ibizenkischen Bauernhauses, es sind Maße, die bereits in der Bibel erwähnt werden.

Die Maßeinheiten, die im Buch Ezechiel zum Bau des Neuen Jerusalem angegeben sind, basierten auf sechs Ellen, dies entspricht exakt der Breite eines traditonellen ibizenkischen Schlafzimmers.

Solomon’s Palast in Megiddo (Armargeddon) hat den gleichen Bauplan wie das ibizenkische Haus.









Die Harmonie, die in der geometrischen Schönheit zu erkennen ist, sei zu vergleichen mit musikalischen Harmonien, dies sei die Essenz der Architektur, resümiert Blakstad. Und diese Faktoren müssen mit der Funktionalität eines Gebäudes verbunden werden – es gehe darum, beide Seiten miteinander zu verknüpfen.


„Die Harmonie, die in der geometrischen Schönheit zu erkennen ist, ist zu vergleichen mit musikalischen Harmonien – dies ist die Essenz der Architektur…“





Text: Ruth Osborn
 
ROLPH BLAKSTAD
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