AUSGABE: August - Oktober '08

BUSCASTELL

Der Quell
ewiger Jugend





Das über einem immensen artesischen Brunnen gelegene und von Bewässerungs-kanälen geprägte Tal von Buscastell ist ca. 4,5 km lang, und wird durchzogen von einem gleichnamigen Wasserablauf – der sogar einen natürlichen Wasserfall hat –, der in die Bucht von San Antonio mündet.



Diese „Es Broll“ genannte Quelle ist das größte Grundwasserreservoir der Insel und speist ein ursprünglich andalusisches, noch heute funktionierendes Bewässerungssystem, das von den maurischen Siedlern von Beniroym und Benimaimó und der Berberin Banumaymun im 13. Jahrhundert angelegt wurde.





Fünf auf einem Hauptwasserkanal gebaute Wassermühlen betreiben dieses Bewässerungssystem so, dass sie selbst nicht den Wasserlauf behindern. Bei der Anlage der Bewässerungskanäle wurde die Ausdehnung des Grundwassers und sein Gefälle berücksichtigt, so dass Verzweigungen das Wasser kontinuierlich und reichlich fließen lassen. Zudem errichtete man hohe Steinmauern seitlich des Flusslaufs zur Hangabstützung. Seit Jahrhunderten funktioniert diese Anlage






völlig problemlos, und bisher gab es niemanden, der sich daran erinnert hätte, diese Kanäle jemals ausgetrocknet gesehen zu haben.








Zum Auffangen des Wassers dienten Becken, kleine Brunnen und Staubecken, die es auf jeder Parzelle der einzelnen Eigentümer gab. Die zur Verfügung stehende Wassermenge wurde proportional zur Größe der dazugehörigen Terrassenflächen zugeteilt.

Man sagt, das Wasser der berühmten Quelle von Es Broll soll das ungewöhnlich milde Klima dieser Gegend begünstigt haben. Aber selbst wenn es nicht die ihm zugeschriebenen außerordentlichen Eigenschaften besitzen sollte, so beweist die herrliche Landschaft das Gegenteil: das ganze Jahr hindurch ist es bedeckt von einem sattgrünen Teppich, gewebt aus tausenderlei Blüten und duftenden Kräutern.

Bei einer so herrlichen Gegend nimmt es nicht Wunder, dass sich Menschen seit alters her dort ansiedelten, wie es diverse archäologische Funde im Tal belegen: Gräber, Reste punischer Herkunft, maurische Keramik… Würde es nicht diese unscheinbaren Zeugen vergangener Zeiten geben, könnte man meinen sich direkt beim sagenumwobenen „Quell der ewigen Jugend“ zu befinden, denn die ihn umgebende üppige Flora und Fauna, die überall herrschende Ruhe und Stille, nur unterbrochen von Geräuschen der Natur selbst, versetzt einen in solches Wohlbefinden, dass dessen Zauberkräfte nicht bezweifelt werden.
Absolute Ruhe ist zeitlos. Die Natur selbst schlägt den Takt und bietet überall unendliche Möglichkeiten, die Landschaft immer wieder neu zu erkunden, ohne sich zu wiederholen. Stets aufs Neue entdeckt man Details, Gefühle, Rhythmen... Und wird überrascht vom Sonnenuntergang am Horizont, dessen intensives Licht die strahlende Herrlichkeit sich im Lauf des Wassers wiederspiegelt.








Es ist unbestritten ein paradiesisches Fleckchen Erde, das eine Geschichte zu verbergen scheint, die gleichwohl in jedem Stein zutage tritt. Dieses Erbe vergangener Zeit macht Buscastell zu einem außergewöhnlichen Ort von Mutter Natur, an dem die Zeit stillsteht.