AUSGABE: Februar - April '08

2008 · DAS JAHR DER RATTE









Während Europa in tiefen Winterschlaf liegt und sich längst von seinem Sylvesterkater erholt hat, knallen in China die Böller: Das chinesische Neujahrsfest findet immer an dem Neumond statt, der zwischen den 21. Januar und 19. Februar fällt. Das ist in diesem Jahr der 7. Februar 2008. Dann ist die Zeit der Ratte gekommen – denn mit dem Jahreswechsel wird zugleich der Einzug in ein neues Tierkreiszeichens gefeiert, unter dem die kommenden zwölf Monate stehen werden.





In der chinesische Astrologie gibt es auch zwölf Sternzeichen, wie in der westlichen Welt. Nur tragen einige von ihnen Bezeichnungen, die in unseren Breiten wenig schmeichelhaft erscheinen. Und sie wechseln im Jahresrhythmus, und das in folgender Reihenfolge: Ratte - Büffel - Tiger - Hase - Drache - Schlange - Pferd - Ziege - Affe - Hahn - Hund – Schwein.

Die Legende um die Sternzeichen

Um die Entstehung der Tierzeichen ranken sich mehrere Legenden, doch eine ist besonders verbreitet: Buddha selbst soll die Tierzeichen des chinesischen Horoskops bestimmt haben. Er lud alle Tiere dieser Welt zum Neujahrfest ein – doch nur zwölf erschienen. Als Lohn für die Mühe, die sie der weite Weg gekostet hatte, machte Buddha seinen zwölf Gästen ein Geschenk: Jedes Jahr sollte von nun an den Namen eines Tieres tragen, und jedes Tier durfte über die Ereignisse regieren, die während seines Jahres stattfanden. Dazu gehörte auch das Schicksal der Menschen, die in dieser Zeit geboren wurden.

Die Ratte macht das Rennen

Die Tiere sollten die Regentschaft in der gleichen Reihefolge erhalten, wie sie bei Buddha eingetroffen waren. Der Schnellste wäre eigentlich der flinke Büffel gewesen, doch die Ratte war auf seinem Rücken mitgeritten, im letzten Augenblick vor ihm abgesprungen und so als Erste vor Buddha erschienen. Damit stand die Rangfolge fest, und Buddha entschied, dass der Zyklus von zwölf Jahren bis zum jüngsten Tag beibehalten werden sollte.

Eigenschaften der Ratte-Geborenen








So sagt man Menschen, die in einem Ratte-Jahr geboren wurden, tatsächlich nach, dass sie Erfolg nicht unbedingt durch harten Einsatz erkämpfen, sondern eher mit Schläue ihr Ziel erreichen. Die Ratte ist ein großer Lebenskünstler und ständig aktiv, jede Suche muss für sie mit einem neuen Aufbruch enden. Für ausgeprägte Planungen hat sie nicht die Zeit, sie verlässt sich lieber auf ihren Einfallsreichtum und Gerissenheit.





Sie ist grundsätzlich optimistisch und mit viel Selbstbewusstsein ausgestattet. Einer vergebenen Chance trauert sie nicht lange nach – es kommen ja neue Gelegenheiten.

Die fünf Elemente








Unter welchem Tierzeichen das neue Jahr steht, hat für die Chinesen eine hohe Bedeutung. So stieg ihre Geburtenrate 2007 spürbar an – es war das Jahr des Schweins, das nun zu Ende geht. Wer dann geboren wird, so heißt es, kann mit Reichtum rechnen. Entsprechend gut verkauften sich in China Fan-Artikel wie goldene Sparschweine, Plüschschweine mit Goldmünzen in den Klauen und Schweineposter.





Doch selbst viele Chinesen übersahen dabei eine nicht unerhebliche Kleinigkeit: Die Jahre sind auch den fünf Elementen zugeordnet, die in der asiatischen Philosophie eine große Rolle spielen: Erde, Feuer, Wasser, Holz und Metall. So kehrt jede Kombination eines Tieres mit einem bestimmten Element nur alle 60 Jahre wieder. Demnach war 2007 nicht das Jahr des „goldenen Schweins“, wie vielfach gepriesen, sondern das des Feuerschweins, was die lukrativen Folgen schmälern soll.

Was das Jahr der Ratte bringt

Das Ratte-Jahr 2008, berichten Astrologen, wird ein Jahr der Fülle, das günstige Gelegenheiten und gute Aussichten bringt. Zumal es dem Element Erde zugeordnet wird, das für Wandlung und Fruchtbarkeit steht. Es ist eine ideale Zeit für Vermögensbildung und langfristige Investitionen: Vorhaben, die in diesem Zeitraum begonnenen werden, sollen langfristig Früchte tragen, wenn sie wohl durchdacht sind. Vor unnötigen Risiken und Selbstüberschätzung wird jedoch gewarnt. Insgesamt soll das Jahr glücklich ausfallen, größere Katastrophen soll es seltener geben als in anderen Jahren. Stattdessen stehen eher Feilschen und Gezänk um Bagatellen im Vordergrund, was vergleichsweise wenig Schaden anrichtet. Glaubt man der chinesischen Astrologie, wird es also eine angenehme Zeit, geprägt von Vergnügen und Geselligkeit. Leider endet sie am 25. Januar 2009 – dann beginnt das Jahr des Büffels.








Prominente „Ratten“:

- Louis Armstrong
- Wolfgang Amadeus Mozart
- Principe Carlos
- William Shakespeare
- Richard Gere
- Yves Saint Laurent