AUSGABE: Juni - August 2021

Hacienda Na Xamena - Eine Vision, die sich immer weiterentwickelt

Von Jerry Brownstein
Kurz bevor man den Strand von Puerto San Miguel erreicht, gibt es ein Schild, das links den Weg nach Na Xamena weist. Die Straße schlängelt sich sanft durch den Wald nach oben, immer höher, bis sie plötzlich ihren Höhepunkt erreicht: die Hacienda Na Xamena. Mit Blick auf eine der atemberaubendsten Küsten der Insel öffnete dieses ganz besondere Fünf-Sterne-Hotel vor 50 Jahren seine Pforten. Aber seine Inspiration stammt aus einer noch früheren Ära. Ursprünglich wurde es vom belgischen Architekten Daniel Lipszyc, der seit 1954 regelmäßig auf der Insel zu Gast war, entworfen, gebaut und geleitet.



Heute ist es schwer vorstellbar, aber ein Großteil der Inselgeschichte war durch die Agrargesellschaft geprägt. In den 1950er Jahren – als Ibiza für die Außenwelt praktisch unbekannt war – fand eine kleine Gruppe künstlerischer „Westler“ den Weg in dieses friedliche Refugium. Sie wurden von der großartigen natürlichen Schönheit, den niedrigen Lebenshaltungskosten und der Freundlichkeit der Einheimischen angezogen. Aber der vielleicht wichtigste Faktor, der sie auf diese seltsame und wunderbare Insel brachte, war die Freiheit, an einem wunderschönen Ort leben und kreativ sein zu können. Ohne die Regeln und Grenzen, die sie bis dahin in ihren Heimatländern kannten.

Während dieser Zeit verliebten sich Daniel und seine Frau Ninie in diese authentische und unverdorbene Version der Insel. In den 1960er Jahren fühlte sich Daniel inspiriert, ein besonderes Hotel zu erschaffen, das seine Erfahrungen mit der Insel und ihrer Kultur widerspiegeln sollte: die Natur, die Menschen und die Freiheit. Er war auf der Suche nach dem perfekten Standort, und als ein ibizenkischer Freund sagte, er kenne einen Platz, der der richtige sein könnte, fuhren sie hin, um ihn zu sehen. Damals gab es nur wenige Straßen, so dass allein die Fahrt nach Puerto San Miguel ein Abenteuer war. Von dort aus wanderten sie den Berg hinauf, auf dem Gipfel angekommen, waren sie überwältigt. Der Panoramablick auf die Klippen und das Meer war – und ist es immer noch – spektakulär. Daniel war gefesselt, aber er wusste, dass es keine leichte Aufgabe werden würde.


„Dezenter Luxus in einer
spektakulären natürlichen Umgebung”

Das Grundstück war riesig (150 Hektar) und es würde eine große Herausforderung sein, in diesem Gebiet zu bauen, da es weder Straßen, Wasser, Strom noch Telefonleitungen gab. Daniel musste die gesamte Infrastruktur von Grund auf neu schaffen, aber unerschrocken tat er alles und begann 1969 mit dem Projekt. Ein Teil des Designs war von Anfang an in Stein gemeißelt: Jedes Zimmer sollte zum Meer hin ausgerichtet sein, so dass alle Gäste in die Kraft und Schönheit der erstaunlichen Aussicht eintauchen konnten. 1971 wurde Daniels Vision Wirklichkeit, als das Hotel seine Pforten öffnete – und es verwandelte sich sofort in ein Mekka für Reisende, die dezenten Luxus in einer atemberaubenden natürlichen Umgebung suchten.

Im Jahr 1995 übernahmen Daniels Sohn, Alvar Lipszyc, und dessen Frau Sabine die Leitung des Hotels. Das ursprüngliche Design verströmte schon ein echtes Ibiza-Gefühl, das sich nahtlos in die umgebende Natur einfügte. Alvar steigerte dieses Gefühl noch, indem er im Laufe der Jahre viele neue Aspekte in das Hotel integrierte. Eine der wichtigsten Neuerungen war das „Posidonia Botanic Spa“ mit „Las Cascadas Suspendidas“ – eine einzigartige 45-minütige Hydrotherapie-Behandlung, in einem Labyrinth aus acht unterschiedlich geformten Pools mit Blick auf das Meer und die Klippen. Jedes Becken hat ein einzigartiges Hydro-Jet-Massagesystem, und während man sich von einem zum nächsten bewegt, wird der Körper sanft von Kopf bis Fuß stimuliert.



Auf der persönlichen Ebene hat Alvar einen Führungsstil, der den „einladenden Geist“ der Ibizenkos widerspiegelt, an den er sich aus den vielen Jahren erinnert, in denen er Ibiza als Kind besucht hat. Die Mitarbeiter des Hotels Hacienda werden wie eine Familie behandelt, und das schafft eine Umgebung, in der der Service warm, freundlich und effizient ist. Das spürt man im ganzen Hotel, und dieses Gefühl fließt von oben bis nach unten.

Alvar hat den traditionellen ibizenkischen Stil „der Harmonie zwischen den Menschen und der natürlichen Umgebung“ verinnerlicht. Dies ist die Essenz dessen, was das Hotel Hacienda so besonders macht. Nun plant er, dies auf eine andere Ebene zu bringen: In den nächsten fünf Jahren will er neue Erlebnisse schaffen, die diese Gefühle aus Ibizas Vergangenheit in die Zukunft tragen. Die erste Phase ist bereits im Gange und er nennt sie „Gestor Forestal“ – ein riesiger Obst- und Gemüsegarten, der auf traditionelle ibizenkische Art bewirtschaftet wird. Gäste des Hotels und Besucher werden die Möglichkeit haben, diesen Aspekt des ibizenkischen Lebens kennenzulernen und können sogar auf dem „Bauernhof“ mitarbeiten, wenn sie sich wirklich darauf einlassen wollen.  



Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich das Hacienda im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat: ursprüngliche Visionen wurden verbessert. Letztendlich ist das Hotel zu einem Ort geworden, an dem man wirklich die Freuden des Insellebens spüren kann. Wie Alvar sagt: „Es ist ein Vergnügen, dieses Gefühl zu teilen, das dieser magische Ort, Na Xamena, hervorruft; eine Kombination aus einer spektakulären Aussicht, dem Sonnenuntergang und der Umgebung. Es kommt einfach alles zusammen und gibt jedem ein wunderbares Gefühl.“