AUSGABE: August - Oktober '07

DER HEILIGE BODEN IBIZAS


Haben Sie schon mal eine Schlange, Viper, giftiges Insekt oder Spinne auf Ibiza gesehen? Man sagt, dass hier weder giftige Pflanzen wachsen noch für den Menschen gefährliche Tiere leben. Sowohl römische Chronisten als auch griechische Geographen oder gar die berühmten arabischen Gelehrten des 12. und 13. Jhdts. fanden, dass der Boden Ibizas Eigenschaften besaß, die alle giftigen Lebensformen fern hielten. Man sagt sogar, dass Skorpione, die auf die Insel gebracht wurden, nach kurzer Zeit ohne ersichtlichen Grund verendeten.







Es ist schwer, hierfür eine wissenschaftliche Erklärung zu finden. Selbst die katalanischen Universitäten noch die Balearenregierung können diese Tatsache weder bestätigen noch widerlegen. Die wenigen Beweise, die es gibt, findet man in arabischen Schriften und mündlichen Überlieferungen. Ein persischer Kosmograph des Mittelalters schrieb, dass eine giftige Schlange, die auf die Insel gebracht wurde, verendete, sobald sie die Luft der Insel einatmete.
















DIOS BES


Die Mythologie trägt auch das ihre dazu bei:

Bes, der mächtige Gott, dessen Ursprünge im Alten Ägypten liegen, soll alle Vipern und Krokodile vernichtet haben, als er sich auf der Insel niederließ. Die Bes-Statuen zeigen ihn des öfteren mit einer Schlange in der Hand, als Symbol des Schutzgottes. Die Überlieferung sagt, das die Könige des Altertums aus ibizenkischer Keramik tranken, da der Ton, aus dem sie gemacht war, giftabweisend sein sollte – recht nützlich in Zeiten als ein Feind den Tod sehr wohl in seinem Weinbecher finden konnte. Sowohl Könige als auch Krieger pflegten ibizenkische Erde auf ihre Reisen mitzunehmen und sie um ihre Zelte herum auszustreuen, um Skorpione und tödliche Schlangen abzuwehren.




Ein persischer Geograph lobte gleichermaßen die Schwesterinsel Ibizas, Formentera, wegen “ihres gesunden Bodens, frei von giftigen Tieren, Verderbnis oder Fäulnis”. Anstatt giftiger Pilze oder Kräuter, die Magenschmerzen verursachen, scheint auf den Pitiusen im Überfluss eine duftende Vegetation zu wachsen, bestehend aus Pinien, Rosmarin, Fenchel, Zitronenminze, Salbei, Feigen, Granatapfel und Orangen. Es gibt auch keine Erdbeben, Dürren, Vulkane oder starke Schneefälle.





NOSTRADAMUS


Ein anderer Mythos sagt: “Ibiza wird die letzte Zuflucht der Erde”. Dies war angeblich eine der Visionen Nostradamus’, der voraussagte, dass die besonderen Winde, die auf der Insel wehen, verseuchte und verstrahlte Gase fern halten würden und so die Insel vor dem Auslöschen bewahren würden. In jedem Fall sind sich viele darüber einig, dass Ibiza eine sichere Zuflucht ist, die möglicherweise sogar dem Paradies ähnelt.
 

Dank an José Barral,
Orientwissenschaftler (josebarral.blogspot.com),
für seine Hilfe bei Erschließung der arabischen Texte.