AUSGABE: Dezember 2019 - Februar 2020

Die 5G-Mobilfunktechnik kommt

Von Jerry Brownstein
Von den ersten digitalen Mobiltelefonen in den 1990er Jahren bis zum momentanen 4G-Standard (4. Generation) hat sich die Telekommunikationsindustrie in nur wenigen Jahrzehnten rasant verändert. Nun steht die fünfte Generation (5G) bevor, die Internetgeschwindigkeiten verspricht, die weitaus höher sind als bei 4G. Diese Generation des Mobilfunks ist so schnell, dass man einen ganzen Spielfilm in nur wenigen Sekunden herunterladen kann. Aber weitaus wichtiger ist, dass 5G die Grundlage schafft für neue Möglichkeiten wie zum Beispiel die Vernetzung von intelligenten Geräten. Außerdem unterstützt die Technik die Digitalisierung vieler Lebensbereiche. Telekommunikationsfirmen arbeiten mit Hochdruck daran, Millionen von Antennen zu installieren, die für die 5G-Technik, die 2020 einziehen soll, vonnöten sind. Und die 5G-Technik ist in Städten überall auf der Welt bereits getestet worden, auch hier in Spanien. Werfen wir einen Blick darauf, was 5G ist, was durch diese Technik möglich wird und welche Gefahren sie für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden birgt.

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Die 2G-Handys der 1990er haben uns zum ersten Mal in die digitale, mobile Kommunikation eingeführt, später kamen SMS-Texte und ein begrenzter Internet- und E-Mail-Service dazu. 2004 zog die 3G-Technik mit besserem Internet-Zugang, Video-Anrufen, Apps etc. ein. Diese Technik wurde schrittweise verbessert, bis sie dann 2009 von 4G und 2012 von 4G+ abgelöst wurde, die uns mehr Geschwindigkeit und die beeindruckenden Leistungen bietet, die wir auf unseren Smartphones nutzen. 5G verspricht weitaus größere Leistungen, da sie das sogenannte „Internet der Dinge“ möglich macht. Kurzgefasst bedeutet dies, dass eine Vielzahl an Maschinen und Geräten in der Lage sein werden, Daten zu übermitteln, ohne dass der Mensch eingreifen muss oder überhaupt Kontakt mit den Vorgängen hat. Intelligente Autos, intelligente Geräte, intelligente Gebäude oder Städte etc. werden miteinander verbunden sein und interagieren. Es handelt sich um eine Technik, die jenseits von all dem ist, was wir bis heute kennen. Diese Form der Künstlichen Intelligenz wird einen zunehmenden Einfluss auf unser Leben haben.

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Das 5G-Netz unterscheidet sich sehr von dem des 4G. Um diese unglaubliche Geschwindigkeit zu erzielen, werden sogenannte Mikrowellen (MMW) benutzt. Das sind Hochfrequenzsignale, die eine hohe Kapazität, aber eine geringe Reichweite haben, wodurch sie leicht von Gebäuden, Bäumen und anderem blockiert werden können. Um diese Probleme zu umgehen, wird für die 5G-Technik eine kleinzellige Netzarchitektur aufgebaut, deren Stationen in weitaus kürzeren Abständen installiert werden müssen als bei der 4G-Technik. In Stadtgebieten etwa alle 150 Meter. Um 5G weltweit einführen zu können, werden also Millionen dieser Antennen vonnöten sein. In ländlichen Gegenden wird dieses kleinzellige Netz zwar nicht gebraucht, aber die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt in Städten – und so werden die Menschen der Strahlung der MMW ständig ausgesetzt sein. Eingehendere Studien über die gesundheitlichen Effekte auf den Menschen wurden nicht durchgeführt, trotzdem wird die Entwicklung ungehindert vorangetrieben. Unsere Regierungen und Telekommunikationsfirmen behaupten, dass es keine signifikanten Gesundheitsrisiken durch diese große Zunahme elektromagnetischer Strahlen (EMF) gibt, doch gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass das Gegenteil der Fall sein wird.

Im „International EMF Scientist Appeal“ hat sich eine Gruppe von 225 anerkannten Wissenschaftlern aus 41 Staaten vereint, die einen Stopp der 5G-Entwicklung fordern. Sie warnen davor, dass die Installation des Netzes ausgeführt wird, ohne wissenschaftliche Berichte zu berücksichtigen, die Hinweise darauf geben, dass das kabellose EMF-Netz ernste gesundheitliche Probleme verursachen kann. Es gebe zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, die sich mit den Auswirkungen der EMF-Strahlen auf den Organismus beschäftigten, unterstreichen sie. In diesen wird vor erhöhtem Krebsrisiko, genetischen Schäden, negativen Einflüssen auf die Fortpflanzung und das Lern- und Erinnerungsvermögen sowie neurologische Störungen gewarnt. Auch wird erwähnt, dass EMF-Strahlung je nach Distanz abnimmt, was bedeutet, dass Quellen, die sich in der Nähe befinden, für Menschen weitaus gefährlicher sind als diejenigen in größerer Entfernung. Wie schon angemerkt, werden sich die kleinzelligen Antennen viel näher am Menschen befinden als die der aktuellen 4G-Technik.

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„Millionen von städtischen 5G-Antennen und mehr als 20.000 Satelliten”

Der Umfang dieser potenziellen Gesundheitsrisiken, die Millionen von 5G-Antennen in städtischen Gebieten auslösen werden, ist aber noch nicht alles. Denn es ist zudem geplant, dass etwa 20.000 Satelliten in die Umlaufbahn geschossen werden, um die 5G-Mikrowellenfrequenzen zur Erde zu senden. Um es in Relation zu setzen: Derzeit gibt es insgesamt 2.000 Satelliten, die um unseren Planeten kreisen, es wird also zehnmal mehr 5G-Satelliten geben als alle anderen zusammen. Ziel ist es, jeden Quadratmeter des Planeten mit Mikrowellenstrahlung zu erreichen. Diese Strahlen sind vergleichbar mit denen, die für das Kochen in der Mikrowelle verwendet werden. Und ist man diesen Strahlen ausgesetzt, werden über 90 Prozent dieser Strahlen von der Haut aufgenommen. Das nordamerikanische Verteidigungsministerium verfügt bereits jetzt über eine Waffe, die als „Active Denial System“ bekannt ist und durch den Einsatz von Mikrowellen Menschenansammlungen auseinander treiben kann. Dies wird erreicht, weil die eingesetzte Strahlung das Gefühl erzeugt, die Haut würde verbrennen.

Neben den potenziellen Gesundheitsrisiken müssen wir auch um unsere Privatsphäre und um unsere Freiheit fürchten. Regierungen und Technologieunternehmen verkaufen der Öffentlichkeit das 5G-Konzept als große Verbesserung, aber gleichzeitig wird ein Kontrollsystem geschaffen, das jeden Aspekt des menschlichen Lebens erfasst.

Wie oben schon erwähnt, wird die 5G-Technik das „Internet der Dinge“ ausweiten, so dass Computer immer mehr die Kontrolle übernehmen, ohne dass der Mensch involviert ist. Es ist also leicht vorstellbar, dass wir auf eine Gesellschaft zustreben, in der gesichtslose und seelenlose Maschinen immer mehr Einfluss auf unseren Alltag haben werden. Auch gibt es Sicherheitsbedenken, weil das „Internet der Dinge“ Milliarden von Geräten mit Billiarden von Daten verbinden wird, die alle geschützt werden müssen. Hacker werden es leichter haben, Informationen zu stehlen, aber sie sind noch nicht einmal das größte Problem. Die Privatsphäre ist nicht mehr geschützt, denn Unternehmen und Regierungen werden die Möglichkeit haben, an alle persönlichen Daten zu gelangen, um diese zu verkaufen oder den Menschen zu kontrollieren.

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„Das „Internet der Dinge“ gibt Computern mehr Kontrolle über unser Leben”

Diesbezüglich muss man sich vor Augen führen, dass es nicht der Verbraucher ist, der die 5G-Technik gefordert hat. Die meisten Leute sind ganz glücklich mit ihren Handys und der Leistung, über die sie derzeit verfügen. Vielleicht hätten wir alle gerne ein wenig mehr Geschwindigkeit beim Streamen, aber es ist eher selten, dass wir mehr als einen kleinen Prozentsatz der Applikationen nutzen, die derzeit verfügbar sind. Es erscheint absurd, dass wir diese massiven neuen Infrastrukturen benötigen, wenn schrittweise Verbesserungen des derzeitigen Systems ausreichend wären. Von wem wird also dieser „Fortschritts-Tsunami“ vorangetrieben? Von zwei Quellen, die unsere Daten kontrollieren wollen: Die Mega-Konzerne und die Regierungen, die letztendlich die Leibeigenen dieser Unternehmen sind. Für all diejenigen, die ihre Privatsphäre schätzen, ist die 5G-Technik nicht die Vision von etwas Besserem, sondern von etwas Schlimmerem. Und bedeutet schneller auch immer besser? Denken Sie darüber nach…